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Geschichte: 10. Klasse | Ende des Ostblocks

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Ende des Ostblocks

1979 kam es in Afghanistan zu einem Bürgerkrieg, da die Regierung Reformen im Sinne des Sozialismus durchführen wollte. So wurden die medizinische Versorgung sowie die Bildungsmöglichkeiten ausgebaut und die Gleichberechtigung der Frau eingeführt. Die Stammesfürsten, Großgrundbesitzer und die islamischen Geistlichen (Mullahs) erhoben sich, da ihnen Macht entzogen wurde.

Als die afghanische Regierung die UdSSR um Hilfe bat, schickte diese 100.000 Soldaten nach Afghanistan. Die Aufständischen wurden von den USA unterstützt. Nach 10 Jahren dauerte der Krieg immer noch an, ohne einen Sieger zu haben; der neue Generalsekretär Michail Gorbatschow ließ 1989 die sowjetischen Truppen abziehen, da der Krieg zu teuer und zu verlustreich für die UdSSR geworden war. Nach drei Jahren wurde die afghanische Regierung besiegt und es kam zu Kämpfen unter den Aufständischen.

In der Sowjetunion gab es eine tiefe Krise. Durch das Wettrüsten wurde viel Geld ausgegeben, was wiederum für die Produktion von Alltagsgegenständen fehlte. So konnte die UdSSr nicht mehr mit den USA mithalten. Als 1985 Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei 1988 zum Staatspräsidenten der Sowjetunion ernannt wurde, änderte er die Politik, die durch die Begriffe „Glasnost“ und „Perestroika“ gezeichnet war.

Unter „Glasnost“ (Offenheit) wurden die Reformen bezeichneten, die die Zensur abschafften dadurch wurden verbotene Bücher und andere Medien wieder erlaubt. „Perestroika“ (Umbau) war der Umbau der Wirtschaft und Gesellschaft, der mehr Demokratie zulassen sollte. Seit 1917 kam es 1989 wieder zu geheimen Wahlen, aber einige Parteifunktionäre der KPdSU versuchten die Veränderungen zu stoppen, da sie befürchteten, ihre Stellung verlieren zu können. Andere wollten, dass die Veränderungen schneller abliefen und traten aus der Partei aus und gründeten neue.

Dennoch ging es der Wirtschaft nicht besser, obwohl man einzelne marktwirtschaftliche Elemente mit einfließen ließ. Die Erträge in der Landwirtschaft und in der Industrie sanken sogar und die Bevölkerung konnte noch schlechter versorgt werden; die Folgen der Politik Gorbatschows konnten abernicht mehr rückgängig gemacht werden.

Das Ende begann in Polen

Um das Jahr 1980 herum kam es bei den Danziger Werftarbeitern und anschließend in ganz Polen zu Streiks, da die Lebensmittelpreise angehoben wurden. Sie forderten aber auch unabhängige Gewerkschaften, Streikerlaubnis, freie Meinungsäußerung und die Freilassung politischer Gefangener. 1983 kam Papst Johannes Paul II. schließlich zu einem Besuch seiner Heimat. Seine Aussagen wurden als Aufforderung zum Durchsetzen ihrer Wünsche aufgefasst. Die Kirche unterstützte zudem die Demonstranten. Es kam schließlich zur Gründung der Gewerkschaft „Solidarność“ (Solidarität). Sie konnte erreichen, dass freie Wahlen stattfanden, aus denen sie als stärkste Partei hervorging. 1990 wurde Lech Walesa zum neuen Staatspräsidenten ernannt.

Ein wichtiger Faktor bei den Streiks in Polen spielte aber auch die politische Situation in der Sowjetunion. Gorbatschow verdeutlichte, dass er keine militärische Hilfe leiste, um die Demonstrationen niederzuschlagen, wie es in den 1950er Jahren geschehen war.

Revolution in Prag

In der Tschechoslowakei waren die Schriftsteller, Künstler und Priester die treibende Kraft, die gegen das kommunistische Regime vorging. Sie wurden verfolgt, erhielten Berufsverbote oder mussten die Tschechoslowakei verlassen, da sie die Verwirklichung von Menschenrechten und von Grundfreiheiten forderten. Als die Sowjetunion ihren Wandel verkündete, trauten sich mehr Menschen, der Bewegung anzuschließen. Davor befürchtete sie, gleiche Erfahrungen wie die Personen beim „Prager Frühling“ (21. August 1968) machen zu müssen; damals wurden die Demonstranten mit Waffen- und Panzergewalt bekämpft.

1989 trat nach elf Tagen Demonstrationen schließlich die Regierung zurück und Vertreter der Opposition löste diese ab. Die Grenzen zum Westen wurden geöffnet und die Tschechoslowakei nannte sich um in „Tschechische und Slowakische Föderative Republik“. Danach öffneten die anderen osteuropäischen Länder ihre Grenzen und beendeten den Kommunismus. Dies erfolgte in allen Ländern außer Rumänien friedlich. 1991 wurde der Warschauer Pakt und so der Ostblock aufgelöst.

Revolution in der DDR

Am 07. Mai 1989 kam es zu Kommunalwahlen, bei denen das übliche Ergebnis von 98,85 % für die Einheitsliste erzielt wurde. Die Proteste gegen das Ergebnis konnten unterbunden werden. Anfang September öffnete schließlich Ungarn seine Grenzen zu Österreich, woraufhin ca. 25.000 DDR-Bürger in den Westen flohen. Als die Grenzen wieder geschlossen wurden, blockierten Tausende die Botschaften der BRD in Prag und Warschau, bis die DDR ihnen die Auswanderung gewährte.

Während dieser Flüchtlingswellen trat die Opposition trotz der starken Unterdrückung in der Öffentlichkeit auf. Sie demonstrierten hauptsächlich für mehr Rechte im Staat und nicht für das Recht einer freien Ausreise. Groß wurde die Bewegung durch die Leipziger Montagsdemonstrationen, an denen mit der Zeit immer mehr Menschen teilnahmen.

Am 07. Oktober 1989 versuchte Erich Honecker den Führern der sozialistischen Staaten, die zu Besuch wegen des 40. Jahrestags der DDR gekommen waren, die Macht der SED in der DDR zu demonstrieren. Gorbatschow mahnte die Führung allerdings, Reformen im Staat zuzulassen; dies wurde ignoriert und Demonstrationen und Proteste wurden von der Polizei niedergeschlagen. Als Honecker die gewaltsame Auflösung der Leipziger-Montagsdemonstration befahl, wurde der Aufforderung nicht nachgegangen.

Am 18. Oktober musste er – von der Partei gezwungen “ zurücktreten. Der neue Generalsekretär Egon Krenz versprach, eine politische Wende einzuleiten. Dennoch gab es weiter Demonstrationen. Die Öffnung der Grenze am 09. November 1989 wurde als einzige Möglichkeit betrachtet, die Spannungen zu lösen.

Die neuen Ausreiseregelungen entspannten nicht die Situation, sondern verschärften sie, da die DDR-Bürger erkannten, welchen Rückstand ihr Staat gegenüber der BRD hat. Es wurde auch deshalb die Forderung einer deutschen Einheit laut, wobei der neue Ministerpräsident Hans Modrow zwei selbstständige Staaten im Sinne hatte und Helmut Kohl ein gemeinsames Deutschland. Am 1. Dezember 1989 kam es zu Enthüllungen über Machenschaften in der SED, woraufhin Egon Krenz zurücktreten musste. Außerdem musste die SED ihren Führungsanspruch, der in der Verfassung verankert war, abtreten und sie änderten ihren Parteinamen in „Partei des demokratischen Sozialismus“.

Die Kirche war ein wichtiger Faktor bei den Demonstrationen, da sie einen Unterschlupf für die politischen Gegner bildeten. Außerdem waren die Montagspredigten der Ausgangspunkt für die Leipziger-Montagsdemonstrationen. Bei vielen Protestaktionen waren Pfarrer die führenden Personen, was auch ein Grund ist, warum die Demonstrationen so friedlich verliefen.

Einigkeit für Deutschland

Am 18. März 1990 kam es in der DDR zu den ersten freien Parlamentswahlen, bei denen die CDU der DDR die Wahl gewann. Sie setzte sich für die soziale Marktwirtschaft und für die deutsche Einheit ein. Am 12. April 1990 trat die Regierung ihr Amt an; ein Großteil der Bevölkerung verlangte, dass sie Verhandlungen mit der BRD über die Einheit Deutschlands und somit über die Auflösung der DDR aufnehmen.

Am 1. Juli 1990 wurde die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion verkündet, wodurch beide deutschen Staaten zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet verschmolzen. In der DDR sollte die Marktwirtschaft eingeführt werden, während gleichzeitig die Deutsche Mark als Zahlungsmittel übernommen wurde. Dabei wurden Löhne, Mieten, Renten und kleinere Guthaben im Verhältnis 1:1 gewechselt und Ersparnisse über 4000 Mark im Verhältnis 1:2. Dadurch wurden die DDR-Bürger vor eine schwierige Aufgabe gestellt, da sie mit hohen Lebenskosten und den zunächst niedrigen Löhnen zu kämpfen hatten.

Anfang Juli 1990 gab es Verhandlungen über den zweiten Staatsvertrag, an dessen Ausarbeitung dieses sogenannten „Einigungsvertrags“ Vertreter der Bundesländer beteiligt waren. Am 23. August 1990 beschloss die Volkskammer, dass die DDR dem „Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland“ angeschlossen werden soll und eine Woche wird die Unterzeichnung in Ost-Berlin durchgeführt. Dabei wurden weitere Regelungen für die Übernahme der Gesetze in der DDR und für die Angleichung der Lebensverhältnisse getroffen.

Voraussetzung für die Einigung war aber, dass die USA, die UdSSR, Großbritannien und Frankreich ihr Einverständnis dafür gaben. Im Februar 1991 besuchten Bundeskanzler Kohl und Außenminister Genscher Michail Gorbatschow in Moskau, wo dieser einer Einigung zustimmte, allerdings nur, wenn das geeinte Deutschland nicht der NATO angehört.

Anfang Juli kam es zu einer NATO-Konferenz in London, wo eine Zusammenarbeit mit der Sowjetunion festgelegt wurde. Gorbatschow ließ daraufhin seinen Vorbehalt fallen. Die Konferenzen der 2 plus 4 Gespräche (2 deutsche Außenminister und 4 Außenminister der Siegermächte) lösten andere Fragen und traten von ihrem Anspruch auf Deutschland zurück. Außerdem wurde die Oder-Neiße-Linie zur endgültigen Westgrenze Polens ernannt. Am 2. Oktober 1990 zogen die Siegermächte ihre Truppen aus Berlin zurück und die Volkskammer der DDR löste sich selbst auf.

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