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Geschichte: 8. Klasse

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Die Französische Revolution 1789

Die Französische Gesellschaft vor 1789

Gesellschaftsstruktur vor der Französischen
                Revolution
Gesellschaftsstruktur vor der Französischen Revolution

Im Absolutismus stand an der Spitze der König, der die unbegrenzte Regierungsgewalt hatte.

Unter ihm stand der Klerus, der Abgaben und den Zehntel sammelte. Sie besaßen circa 15 % des Landes und mussten keine Steuern zahlen. Mit 13.0000 Menschen machten sie rund 1 % der Bevölkerung aus.

Der Adel war in den oberen Stellen der Armee (Offiziere, Leutnants, etc.) und der Regierung vertreten. Sie mussten ebenfalls keine Steuern zahlen und erhielten ebenfalls den Zehntel der Bauern. Sie besaßen rund 30 % bis 40 % des Landes. Mit 35.0000 Menschen stellten sie 2 % bis 3 % der Bevölkerung.

Die Bauern (82 %) und Bürger (15 %) bildeten zusammen mit 25.000.000 Menschen 97 % der Bevölkerung. Sie mussten Steuern zahlen und lebten mit dem Nötigsten. Diese Ungleichheit in der Gesellschaft führte zu einem Wunsch eines Wandels im politischen System.

Die Revolution beginnt

1789 kam es zu schließlich zur Französischen Revolution. Auslöser war unter anderem eine starke Teuerung der Nahrungsmittel, nachdem ein Jahr zuvor die Bauern schlimme Missernten erlitten hatten. Die Revolution nahm folgenden Verlauf:

Die Rechte der Männer und Frauen

Durch die Nationalversammlung wurden die Privilegien des Adels und Klerus abgeschafft. Dabei trat der Spruch der Französischen Revolution auf: „Liberté, egalité, fraternité“ („Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“):

Durch die Revolution wurde der Absolutismus beendet und läutete die Zeit des „Ancien Régime“ ein.

Frankreich wird zur Republik

Mit der Abschaffung des Absolutismus entwickelte sich in Frankreich eine Republik. Die Verfassung vom 3. September 1791 war für die damalige Zeit ein großer Schritt und bildet auch für das heute in Deutschland geltende Grundgesetz einen wichtigen Grundstein.

Die französische Verfassung (3. September 1791)

In der Verfassung der französischen Republik herrschte eine Gewaltenteilung. Sie unterschied zwischen der Judikative (rechtsprechende Gewalt), der Legislative (gesetzgebende Gewalt) sowie der Exekutive (ausführende Gewalt) und bildete zudem eine konstitutionelle Monarchie mit dem König an der Spitze.

80 % der Bevölkerung waren Passivwähler, die zu wenig oder keine Steuern zahlten; die restlichen 20 % der Bevölkerung waren die sogenannten Aktivbürger, die männlich und über 25 Jahre alt waren sowie Steuern zahlten. Sie wählten Beamte und 50.000 Wahlmänner, die höhere Steuern zahlten.

Sie wählten unter anderem die Richter, die die Judikative bildeten. Außerdem wurde die Nationalversammlung von ihnen gewählt. Sie bildete mit 754 Mitgliedern die Legislative. Diese war mit dem König Oberbefehlshaber der Armee; im Kriegsfall fiel die Verantwortung nur in die Hand des Königs.

Die Wahlmänner wählten die Beamten der Départements und der Gemeinden.

Der König hatte das Recht eines Vetos in der Nationalversammlung und konnte die Minister ernennen und entlassen. Diese hatten die Aufsicht über die Beamten. Die Minister wurden von der Nationalversammlung überwacht.

Französische Verfassung von 1791
Die Französische Verfassung von 1791[1]

Frankreich wird zur Republik

Am 20. Juni 1791 versuchte Ludwig XVI. mit seiner Familie nach Deutschland zu fliehen, da seine Frau Marie Antoinette aus Österreich stammte. Sie wurden jedoch einen Tag später an der Grenze entdeckt und zurück nach Paris gebracht.

Von vielen Bürgern wurde verlangt, dass der König abdanken solle. Außerdem wurde stark über das Schicksal Ludwigs auf Seiten Preußens und Österreichs diskutiert. Diese drohten Frankreich anzugreifen, wobei keine Absicht darin bestand das Land zu attackieren. Die Nationalversammlung aber erklärte Preußen und Österreich den Krieg und konnte siegen.

Die Sansculotten bekamen in Frankreich Macht und organisierten immer wieder Volksaufstände, was zu Massakern führte, bei denen Tausende von Menschen getötet wurden. Schließlich wurden der König und seine Familie nach dem Sturm auf dessen Palast gefangen genommen.

Die Nationalversammlung wurde so aufgelöst und eine neue republikanische Verfassung 1793 veröffentlicht, die allerdings nicht angenommen wurde. Am 21. Januar 1793 wurde Ludwig XVI. schließlich hingerichtet. Später wurden seine Frau und seine Kinder ebenfalls exekutiert.

Die Schreckensherrschaft

Die Führungsperson war Maximilien de Robespierre (1758 – 1794). Durch die Probleme (Kriege, Hunger, Arbeitslosigkeit und Aufstände der Monarchie-Unterstützer) waren die Änderungen und Erfolge der Revolution in Gefahr. Daraufhin errichteten die radikalen Jakobiner, zu denen Robespierre gehörte, das Schreckensregime.

Unter ihnen entwickelten sich drei Gruppen. Die erste war der sogenannte Wohlfahrtsausschuss. Er war dafür zuständig alle Gegner der öffentlichen Ordnung festzunehmen. Der Sicherheitsausschuss gewährleistete die Ernährung der Bevölkerung und bildete die Armee und Polizei. Das Revolutionstribunal hielt öffentliche Gerichtsverhandlung und Hinrichtungen ab.

Diese Organisationen schafften es durch die Einführung einem verpflichtenden Armeedienst die Situation in Frankreich und im Ausland zu stabilisieren. Nach Robespierres Hinrichtung endete auch die Jakobiner Herrschaft und das Direktorium (Bourgeoisie) übernahm die Macht.

Mit dem Machtzuwachs Napoleons und der damit verbundenen Einführung des Kaisertums war schließlich die Revolution beendet und gescheitert.

Die Neuordnung Europas

Eroberung durch Napoleon

Napoleon versuchte Europa unter französische Herrschaft zu bringen. Er eroberte die linke Rheinseite. Da dadurch Fürsten auf deutscher Seite Gebiet verloren, wurde 1803 der Reichsdeputationshauptschluss beschlossen. In diesem war festgeschrieben, dass die Fürsten zum Ausgleich Gebiete rechts des Rheins bekommen sollten. Dies wurde durch Säkularisation und Mediatisierung geschaffen. Dabei wurde Land von den Kirchen übergeben bzw. verloren die 45 Reichsstädte (z.B. Schweinfurt, Nürnberg) ihre Freiheit.

1805 kam es schließlich zur Schlacht bei Austerlitz, die sogenannte Dreikaiserschlacht, da hier der französische Kaiser (Napoleon) gegen den deutschen Kaiser (Franz II.) und den russischen Zaren (Alexander I.). Napoleon gewann die Schlacht und erweiterte so seine Macht in Europa.

1806 wurden Bayern, Sachsen und Württemberg unter Napoleon zu Königreichen. Es wurde der Rheinbund mit 16 Mitgliedern gegründet. Dabei fungierte Napoleon als Beschützer und die Mitglieder mussten ihn im Kriegsfall unterstützen.

Europa unter der Kontrolle Napoleons bis 1812
Europa unter der Kontrolle Napoleons bis 1812[2]

Im selben Jahr legte Kaiser Franz II. die deutsche Krone nieder, behielt aber den Titel des österreichischen Kaisers. Dies war das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und war Anfang der Kontinentalblockade gegen England.

Bis zum Jahre 1812 hatte Napoleon fast ganz Europa unter seine Kontrolle gebracht.

Die preußischen Reformen

Nachdem Napoleon Preußen 1806 in den Schlachten bei Jena und Auerstedt geschlagen wurde, mussten Reformen von den Menschen akzeptiert werden, um die französische Besatzung zu beenden. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. sagte: „Das Land muss durch geistige Kräfte ersetzen, was es an physischem verloren hat.“

Wichtige Politiker und Reformer waren Karl August von Hardenberg, Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein und Gerhard von Scharnhorst. Um die Bevölkerung unter dem König Preußens zu einigen, um so mehr Macht zu gewinnen und Napoleon zu besiegen, führte man folgende Reformen durch:

Durch diese Reformen sollte jeder Bürger Verantwortung für den Staat fühlen und in Preußen mitwirken.

Die Befreiungskriege

Als Napoleon am meisten Macht besaß, kam es in Spanien und in Tirol zwischen 1808 und 1812 zu Revolten. Diese wurden grausam zerschlagen. Zu dieser Zeit begann der Fall Napoleons. Gründe hierfür waren die Überschätzung des Könnens des Kaisers und die Kämpfe für die Unabhängigkeit europäischer Staaten.

1812 versuchte Napoleon mit einer großen Armee Russland zu erobern. Dies scheiterte am sehr kalten Klima, an der Größe Russlands und an der Strategie der russischen Truppen. Diese bestand darin, dass sie sich immer weiter zurückzogen anstatt sich in einem offenen Kampf zu stellen, in dem sie chancenlos gewesen wären. Beim Rückzug vernichteten sie alles Lebenswichtige auf dem Weg (Nahrung, Unterkünfte) und begingen Überfallangriffe, sodass die Truppen Napoleons stark geschwächt wurden.

Von den anfangs über 450.000 Soldaten kamen letztlich nur 50.000 Mann zurück. Viele davon waren kampfunfähig.

1813 baute er erneut eine Armee auf, die allerdings in der Vielvölkerschlacht von Leipzig besiegt wurde. Napoleon musste daraufhin als Kaiser abdanken und wurde nach Elba verbannt.

1815 kehrte Napoleon nach Frankreich zurück und es begann die sogenannte „Herrschaft der Hundert Tage“. Dabei baute er wieder eine Armee auf, die allerdings bei Waterloo, Belgien, besiegt wurde. Daraufhin wurde er wieder verbannt; dieses Mal nach St. Helena (Südatlantik) wo er auch 1821 starb.

Nach dem Sieg über Napoleon in 1815

Viele Deutsche verlangten nach den Kriegen gegen Napoleon Freiheit und Einigkeit des deutschen Gebietes, das zuvor in viele kleine unabhängige Länder geteilt war. Deutsche Fürsten fürchteten um ihre Macht und die siegreichen Verbündeten trafen sich unter der Leitung von Fürst Klemens von Metternich 1815 in Wien zum Wiener Kongress.

Ziele des Wiener Kongresses waren:

Europäische Unruhen 1815-1848

1815 wurde durch den Wiener Kongress der Deutsche Bund gegründet. 1834 wurde der Zollverein gegründet, was einen Handel zwischen den einzelnen Staaten des Deutschen Bundes erleichterte. 1848 begann nach einer weiteren Revolte in Frankreich die Deutsche Revolution.

Unruhen in Deutschland 1815-1848

Die deutschen Fürsten hatten als Ziele die Restauration, Legitimität und Solidarität. 1815 wurde der Deutsche Bund mit 39 Staaten gegründet. 1819 kam es zu den Karlsbader Beschlüssen, in denen alle Studentenorganisationen aufgelöst, die Zensur eingeführt und Universitäten unter Beobachtung einer Kommission in Mainz gestellt wurden.

Die deutsche liberale Bewegung hatte dagegen die Ziele eines Nationalstaates und die Einführung einer Verfassung, in der die Bürger Rechte erhielten und am politischen Geschehen teilhaben konnten.

1815 in Jena wurden so Burschenschaften gegründet, in denen die Grundsätze der Einheit und Freiheit galten. 1817 kam es zum Wartburgfest, in Anlehnung an die lutherischen Reformen 1517 und dem Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht. 1819 kam es zu Revolten gegen die Karlsbader Beschlüsse. 1832 wurde das Hambachfest gefeiert.

Die Revolution von 1848/49

Im Februar 1848 kam es zu Aufständen in Paris und König Louis-Philippe I. musste abdanken, was den Beginn der Republik begründete.

In Wien kam es am 13. März 1848 zu Revolutionen, die Pressefreiheit, Bürgerrechte und eine Verfassung forderten. Metternich war daraufhin gezwungen, Österreich zu verlassen.

Am 18. März 1848 kam es in Berlin zu Aufständen und König Friedrich Wilhelm IV. lockerte die Zensur und versprach eine Verfassung, die am 5. Dezember 1848 eingeführt wurde. In dieser stand, dass es Bürgerrechte gebe, aber der König ein absolutes Veto besitze. Außerdem gab es ein unfaires Dreiklassenwahlrecht, das bis 1918 bestehen blieb.

Probleme der Nationalversammlung

Im Vorparlament in Frankfurt saßen insgesamt 500 Mitglieder der liberalen Bewegung, die allerdings nicht in allgemeinen Wahlen gewählt wurden, sondern 50.000 Leute repräsentieren sollten.

Am 18. Mai 1848 wurde in der Frankfurter Paulskirche getagt, wobei Präsident der Versammlung Heinrich von Gagern und Erzherzog Johann von Österreich Reichsverweser waren. Die Mitglieder waren hauptsächlich aus gehobenen und gebildeten Schichten und nur ein kleiner Teil machte Bauern und Arbeiter aus.

Es gab vier „Hauptprobleme“ oder Fragestellungen:

Am 28. März 1849 bekam Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, von der Nationalversammlung schließlich die Kaiserkrone angeboten, die er ablehnte, da er „keine Krone aus der Gosse“ haben wollte.

Das Ende der Revolution 1848/49

Nach der Ablehnung der Kaiserkrone brachen Konterrevolutionen in Österreich (Prag und Italien) aus. Robert Blum, ein Abgeordneter der Nationalversammlung, half den Aufständischen und wurde dafür von General Windisch-Graetz hingerichtet. Im Herbst 1848 gab es in Berlin auch Ausschreitungen. Daraufhin erließ der König eine neue Verfassung.

Die Nationalversammlung wurde in Frankfurt aufgelöst und nach Stuttgart verlegt, um so der Einflussnahme Preußens zu entgehen. Trotzdem kamen Abgeordnete in das Gefängnis, wurden hingerichtet, emigrierten oder begangen Suizid (z.B. Bassermann). Der letzte Aufstand kam in Rastatt zustande.

Das Erbe der Revolution

Positive Effekte

Zum Einen wurde das Feudalsystem abgeschafft. Die Verfassung, die zwar gescheitert ist, wurde aber dennoch ein Modell für spätere Verfassungen. So wurden Teile des Grundrechtskatalogs wörtlich in die Weimarer Reichsverfassung und in das Grundgesetz übernommen. Außerdem war die nationale Einigung immer noch ein Thema.

Gründe für das Scheitern der Revolution

Die Gründe des Scheiterns der Revolution waren vielfältig. So gab es teils endlose Debatten, keine Armee und Administration auf Seiten der Aufständischen, ein zu großes Zusammenarbeiten mit Fürsten, Bauern wollten keine Veränderungen und ausländische Mächte (Frankreich, Russland und Großbritannien) hätten gegen eine zu starke Veränderung rebelliert.

Die Industrielle Revolution

Die Industrielle Revolution war ein schlagartiger und weit umfassender Umbruch in den Bereichen der Wirtschaft, Technologie und auch der Sozialstruktur.

Die Gesamtheit der Veränderungen der wirtschaftlichen und sozialen Organisation begann um 1760 in England und später in anderen Ländern und wurde hauptsächlich charakterisiert durch die Ersetzung der Handarbeit durch kraftbetriebene Maschinen, wie zum Beispiel dem Webstuhl und der Dampfmaschine. Außerdem war die Konzentration auf die Industrie in großem Umfang ein wichtiges Merkmal.

Die Industrialisierung in England war der Ausgangspunkt der Industrialisierung in ganz Europa und hatte vor allem als Ursache die Kontinentalblockade durch Napoleon und den Puritanismus. Weitere Gründe waren die Förderung natürlicher Ressourcen, der Bevölkerungswachstum, kurze Transportwege, bessere Geographiekenntnisse, individuelle Freiheit und einfallsreiche Menschen, die wichtige Maschinen entwickelten.

Die Textilindustrie – Die Antriebskraft

Viele Bauern, die auf dem Land lebten, züchteten Tiere und arbeiteten auf dem Feld, was aber nicht reichte, um zu überleben. Deshalb arbeiteten sie von zuhause aus für die Textilindustrie, wo sie für Kleiderhändler Wolle spannen. Durch den Export der Kleidung stieg die Nachfrage an Kleidung, was dazu führte, dass die Bauern nun in Städte zogen und in Fabriken arbeiteten.

Die Arbeitsbedingungen aber waren schlecht. Es mussten Frauen und Kinder arbeiten, damit die Familie überleben konnte, da die Arbeiter sehr niedrige Löhne erhielten; sie hatten sehr lange Arbeitszeiten (bis zu 16 Stunden am Tag), große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit in den Fabriken erschwerten die Arbeit und strenge Regeln (u.a. Bestrafung, falls etwas beschädigt wurde) sowie die Angst einer Kündigung prägten den Alltag der Fabrikarbeiter.

Die Industrialisierung in Deutschland

In Deutschland begann die Industrialisierung erst 1835. Gründe hierfür waren, dass durch den Absolutismus und den damit verbundenen Merkantilismus kein Geld für Investitionen zur Verfügung stand, die Geographie Deutschlands (beinahe keinerlei Küsten, zentrale Lage in Europa), das Fehlen von Kolonien, die hauptsächlich vorkommende Agrarwirtschaft, keine gute Infrastruktur, ein unterentwickeltes Bildungssystem, verschiedene Stände und die Gilden, in denen strenge Regeln herrschten.

Die Industrialisierung in Deutschland begann am 7. Dezember 1835 mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Nürnberg–Fürth. Durch den starken Ausbau der Eisenbahnstrecken wuchs die Kohle- und Stahlindustrie rasant. So wurden viele wichtige Strecken gebaut, wie Berlin-Potsdam (1838), München-Augsburg (1839) und Bamberg-Nürnberg (1844).

Die Aufstiegsphase

Die Eisenbahnstrecken waren für die industrielle Revolution die treibende Kraft und hatten starke Auswirkungen auf die Wirtschaft. Nachdem die Kohle- und Stahlgewinnung stark angestiegen war, folgten weitere Branchen nach. Zum einen entstand die chemische Industrie, deren größter Vertreter die BASF (Badische Anilin- und Soda-Fabrik) war (bzw. ist). Zum Anderen etablierte sich die Elektroindustrie mit ihrem Vertreter AEG („Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft“).

Durch die neuen Branchen wurden weitere wichtige Gegenstände wie das Telefon (Alexander Graham Bell), die elektrische Glühbirne (Thomas Alva Edison) und der Dynamo (Werner von Siemens) erfunden.

Die Lebensbedingungen

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen wurden maßgeblich von den niedrigen Löhnen und der damit verbundenen Armut der Familien gekennzeichnet. Da durch Arbeitszeiten, wie sie heute üblich sind, keine Familie hätte überleben können, musste man bis 16 Stunden täglich mit Ausnahme des Sonntags arbeiten. Außerdem waren häufig die Frauen und Kinder dazu gezwungen, auch in Fabriken zu arbeiten, da dennoch das Geld zu knapp war.

Trotzdem verdienten die Fabrikarbeiter mehr als die Bauern auf dem Land, was dazu führte, dass immer mehr Menschen in die Städte zogen, sich diese sehr schnell vergrößerten, ohne dass sich die Infrastruktur vollständig entwickeln konnte.

Außerdem war die Arbeit in den Fabriken äußerst gefährlich, da es kaum Sicherheitsvorkehrungen gab. Zudem war es in den Fabriken sehr heiß (über 50°C), staubig, dunstig und teilweise sehr kalt, was alles dazu führte, dass die Menschen häufig erkrankten.

Anstrengungen zur Lösung der sozialen Probleme

Arbeiter

Karl Marx und Friedrich Engels waren aus der Mittelschicht und hatten die Idee einer kommunistischen Gesellschaft. Sie beriefen sich auf die Menschheitsgeschichte. Ihre Aussage war, dass in der prähistorischen Gesellschaft alle Menschen gleich waren und danach über verschiedene Systeme, in denen stets eine Trennung zweier Bevölkerungsgruppen gab, hinweg wieder zu einer Gleichheitsgesellschaft kommt.

1847 wurde die Kommunistische Liga gegründet, 1863 der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (durch Ferdinand Lasalle), 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, die beide 1875 in die Gründung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der SPD, mündeten.

Fabrikbesitzer

1844 kam es zu schweren Aufständen in Schlesien, was Fabrikbesitzer dazu brachte, ihre Arbeitnehmer besser zu behandeln. Als Besserung bauten sie neue Häuser für die Arbeiter, bezahlten Boni, hielten Basisunterricht für die Kinder, führten die Gesundheitsversicherung und Rente ein und gewährten bezahlten Unterricht.

Die Politik hielt sich vorerst jedoch aus den Geschehnissen heraus und die Arbeiter hatten immer noch kein Recht zu streiken und so ihre Meinung geltend zu machen.

Die Kirche

Die Kirche fühlte sich dazu verpflichtet, die Armen, Kranken, Alten, Witwen und Waisen zu unterstützen. Aus diesem Grund spendete die Kirche diesen Bevölkerungsgruppen Geld und Nahrung.

Johann Hinrich Wichern (1808-1881) begründete hierfür die Innere Mission. Diese versuchte durch die Errichtung eines Gesamtlebensgefüges, in der man das Seelenheil erreichen kann, zu helfen.[3]

Adolph Kolping (1813-1865) war zunächst Schuhmacher, wurde später aber zum katholischen Pfarrer geweiht. Er war der Begründer der Gesellenvereine und verbreitete seine Ansichten über Zeitungen und Bücher.

Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877) war Bischof der katholischen Kirche und engagierte sich sehr für die Arbeitnehmerklasse, wodurch die Kluft zwischen Arm und Reich ein wenig geschlossen werden konnte.

Regierung

Otto von Bismarck, Reichskanzler, verabschiedete zum Einen die Sozialistengesetze, in denen es verboten wurde, sozialistische oder sozialdemokratische Gruppierungen zu bilden und deren Ausübung fortzuführen.

Auf der anderen Seite standen die Sozialgesetze, mit denen er die Arbeiter schützen wollte. 1883 wurde so die Krankenversicherung, 1884 die Unfallversicherung und 1889 die Alters- und Invaliditätsversicherung eingeführt. Die Kosten für diese Beiträge wurden zum Teil vom Arbeitgeber getragen. Dies war der Beginn unseres heutigen Sozialstaates.

Das Deutsche Kaiserreich

Anfänge des zweiten Deutschen Kaiserreichs

Im 19. Jahrhundert gab es zwischen Preußen und Österreich einen Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland. 1849 stellte Friedrich Wilhelm IV. eine Verfassung auf, die auch die Erfurter Union mit einband. Dadurch entstand eine Vereinigung von norddeutschen Staaten, die von Preußen angeführt wurde. Österreich und Russland befürchteten eine Hegemonie Preußens über Deutschland. Durch die Olmützer Punktation von 1850 gab Preußen schließlich seinen Führungsanspruch ab.

Preußen und Österreich wurden daraufhin zu Kontrahenten um die Macht in Deutschland.

Wilhelm I.

1858 dankte Friedrich Wilhelm IV. aus gesundheitlichen Gründen ab und 1861 wurde Wilhelm König von Preußen. Wilhelm I. versprach neutraler zu regieren und die Leute dachten, dass er liberaler regieren würde. Er reformierte die Armee, indem er mehr Soldaten einstellte und das Standesheer einführte.

Die Liberalen wollten kein Geld für die Reformen der Armee ausgeben. Wilhelm I. setzte daraufhin 1862 Otto von Bismarck als Ministerpräsident und Außenminister ein.

Otto von Bismarck

Bismarck vertrat die Meinung der Lückentheorie, nach der er zwischen dem König und dem Parlament verhandelte, falls es zu Unstimmigkeiten kommen sollte. Dabei sollte er als Ministerpräsident, somit als Kopf der Regierung und als Repräsentant, so handeln, dass die Politik positiv beeinflusst wird.

Bismarck setzte durch seine Stellung die Reform der Armee gegen den Willen des Parlaments durch.

Der Weg zur deutschen Einheit

Der Deutsche Bund

Zwischen 1815 und 1866 existierte als ein „Nachfolger“ des Heiligen Römischen Reiches der Deutsche Bund. Er war ein Staatenbund und bestand aus 39 Mitgliedern (35 Staaten und vier Länder).

1864 und 1866 kam es schließlich zu zwei Kriegen, in denen es um die Vorherrschaft innerhalb Deutschlands ging: Der Deutsch-Dänische Krieg und der Österreichisch-Preußische Krieg. Preußen ging aus beiden Kriegen siegreich hervor und war damit die mit Abstand größte Macht in Deutschland. Eine wichtige Rolle spielte hierfür vor allem die bessere Ausrüstung.

So hatte Preußen ein besser ausgebautes Eisenbahnnetz, wodurch sich die Truppen schneller bewegen konnten. Außerdem standen ihnen „Hinterlader“ zur Verfügung. Dies sind Gewehre, die man nicht mehr umständlich von vorne beladen musste, sondern von hinten schnell schussbereit machen konnte.

Der Norddeutsche Bund
Größe des Norddeutschen Bundes
Größe des Norddeutschen Bundes[4]

Nach dem Sieg über Dänemark und Österreich bildete sich der Norddeutsche Bund, dem 22 Staaten und drei Städte angehörten. Dem gegenüber standen die Südstaaten, die Preußen skeptisch gegenüberstanden.

Nach 1866 gab es eine preußische Hegemonie (Vorherrschaft). Auch hatte Preußen eine große Macht in Europa und die Rivalität, die auch als „Erbfeindschaft“ bezeichnet wurde, nahm gegenüber Frankreich, das unter der Herrschaft von Napoleon III. stand, zu.

Der Französisch-Deutsche Krieg

Frankreich war im 19. Jahrhundert von der Familie der Hohenzollern umgeben (Spanien und Preußen). Es versuchte sich von der Bedrohung, die aus dem Süden und dem Osten sowie aus dem Norden durch England drohte, zu befreien.

Der Französisch-Deutsche Krieg im Jahre 1870 wurde durch die Emser Depesche ausgelöst, die durch eine inhaltsverändernde Verkürzung Bismarcks wie ein Affront bzw. wie eine Kriegserklärung gegenüber Deutschland klang. Der Ablauf der Ereignisse lässt sich wie folgt darstellen:

Frankreich (Napoleon III.) Preußen (Bismarck)
  19.6.1870:
Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen kandidiert für die spanische Krone
6.7.1870:
Frankreich protestiert (Außenminister Gramont)
 
  12.7.1870:
Ablehnung durch Leopold
13.7.1870:
Frankreichs Anfrage zu einer formalen Abtretung
13.7.1870:
Wilhelm I. lehnt die Anfrage ab
14.7.1870:
Emser Depesche (und Verkürzung durch Bismarck)
19.7.1870:
Frankreich erklärt Preußen den Krieg

Napoleon III. verlor die entscheidende Schlacht am 2. September 1870 bei Sedan, wobei er und weitere 100.000 Soldaten gefangen genommen wurden. Der Sieg der Preußen ist auf eine geheime Allianz mit den südlichen Staaten nach 1866 und einer besseren Mobilität der Preußen zurückzuführen.

Der 2. September wurde später zu einem nationalen Feiertag, dem Sedantag. Heute noch zeugen teilweise in Städten mit Straßennamen wie „Sedanstraße“ davon.

Die Niederlage hatte sowohl auf französischer als auch auf deutscher Seite weitreichende Folgen:

Außerdem fühlte sich Frankreich gedemütigt und Deutschland besaß eine große Summe Geld. Es begründete die Zeit des Imperialismus/der Gründerzeit im Kaiserreich.

Das zweite deutsche Kaiserreich

Die Verfassung

Die Verfassung, die auch Bismarck-Verfassung genannt wird, beschränkte sich auf das deutsche Gebiet ohne Österreich und schloss Minderheiten aus Dänemark, Frankreich und Polen mit ein. Es wird durch den Ausschluss von der „kleindeutschen Lösung“ gesprochen. Damit war Österreich, dass 70 Jahre zuvor noch fest zu „Deutschland“ gehörte, kein Bestandteil mehr davon.

Der preußische König wurde der neue Kaiser, der oberster Befehlshaber über die Armee war. Er stand an der Spitze des Staates stand konnte den Kanzler ernennen und entlassen. Außerdem wurden ein Bundesrat und ein Reichstag eingeführt.

Das Kaiserreich gliederte sich in 25 Bundesstaaten, wobei Preußen mehr als 2/3 des Territoriums besaß. Damit gab es innerhalb Deutschlands eine Hegemonie, die auch dadurch zum Ausdruck kam, dass Preußen im Bundesrat mit Abstand am meisten Stimmen hatte.

Bismarcks Innenpolitik

Innenpolitik der 1870er

Von 1871 bis 1879 führte Bismarck den sogenannten „Kulturkampf“, in dem er gegen die Zentrumspartei vorging, um so die Partei und die Katholiken nachhaltig zu schwächen. Dazu traf er verschiedene Maßnahmen:

Innenpolitik der 1880er

In den 1880er Jahren bekämpfte Bismarck vor allem die Sozialisten, da sie „eine Gefahr für die Republik“ darstellten. Sein Ziel war es, die Sozialistische Arbeiter Partei Deutschlands (SAP) zu zersetzen. Dafür wandte er die Methode „Zuckerbrot und Peitsche“ an:

Durch das Sozialistengesetz wurden öffentliche Treffen verboten, die Medien zensiert und Gewerkschaften verboten. Die ist die „Peitsche“.

Auf der anderen Seite wurden durch die soziale Gesetzgebung die Krankenversicherung (1883), die Unfallversicherung (1884) und die Rentenversicherung (1889) eingeführt. Das war für die Arbeiter das „Zuckerbrot“.

Die Resultate seiner Innenpolitik waren, dass die Nationalliberalen geschwächt wurden und die SPD stärker als zuvor war.

Die soziale Struktur

Soziale Schichten im Kaiserreich
Soziale Struktur und Schichten im Deutschen Kaiserreich

Da das Deutsche Kaissereich eine Monarchie war, stand an der Spitze des Staates der Kaiser. Unter ihm war die Aristokratie, die im (ranghohen) Militär und in der Verwaltung tätig waren. Sie bildeten die Oberschicht.

Die Mittelschicht war unterteilt in die obere, mittlere und untere Schicht. Angehörige der oberen Mittelschicht waren unter anderem Händler; zu der mittleren gehörten Lehrer, Ärzte, Anwälte und zu der unteren Künstler und Geschäftsinhaber.

Zu der Unterschicht gehörten die Arbeiter von Fabriken. Ethnische Minderheiten waren die Dänen, Franzosen und Polen, die versuchten wurden „einzudeutschen“.

Das Bismarcksche Bündnissystem

Durch die Vereinigung der einzelnen Staaten Deutschlands zu einem Bundesstaat, kam es zu einer Destabilisierung der Machtverteilung in Europa. Frankreich bedrohte Deutschland mit einem „Rachekrieg“, da die Franzosen durch den Französisch-Deutschen Krieg brüskiert worden waren. Großbritannien wollte zudem eine Stabilisierung der Verhältnisse, um ihren Kolonialismus voranzutreiben. Russland schien neutral gegenüber Deutschland eingestellt zu sein und Österreich war nicht mehr an eine Bindung an Deutschland interessiert und wandte sich den Balkanstaaten zu.

Bismarck schloss viele Allianzen, um so in keinen Krieg verwickelt zu werden:

Die Verträge, die Bismarck schloss oder wie beim Mittelmeerabkommen veranlasste, waren häufig entgegen anderen gerichtet, was zwangsläufig zu Brüchen führen musste. Er schaffte es aber auch die Situation in Europa zu stabilisieren, nicht auch letztendlich dadurch, dass Frankreich aus den Bündnissen ausgeschlossen war. Dadurch wurde für eine relativ lange Zeit kein Krieg geführt.

Imperialismus und Internationale Spannungen

Imperialismus

Anfänge und Ziele des Imperialismus

Die Länder, die beim Kolonisieren anderer Länder auf dem Vormarsch waren, waren die industrialisierten Staaten Europas, die USA und Japan. Hauptgründe waren in den Bereichen der Wirtschaft, der Politik und der Ideologie vertreten.

Für die Wirtschaft gab es den Drang möglichst viel für wenig Geld herzustellen, vor allem im internationalen Wettbewerb. So versuchte man, neue Märkte zu erschließen, billig Rohstoffe zu fördern und das Geld zu investieren.

Die Politik interessierte sich für den Imperialismus, da sie so Probleme der Innenpolitik von sich schieben konnte. Außerdem wollten die Politiker um die Macht kämpfen und die Wirtschaft fördern. So wurden neue Siedlungsgebiete errichtet und man konnte weltweit seine Interessen sichern.

Nach der Ideologie vor allem der westlichen Länder sah man sich als überlegen gegenüber den anderen Völkern, da der Nationalismus stark ausgeprägt war. Man verstand sich auch als Missionare für den christlichen Glauben. Durch die Kolonien versuchte man die europäische Kultur und das Christentum zu verbreiten und zudem die Herrschaft unterentwickelter Länder an sich zu bringen.

Europäische Kolonien in Afrika

Deutsche Herrschaft in Südwestafrika

1884 wurden Kolonien in Südwest-Afrika, Togo und in Kamerun sowie 1885 in Deutsch-Ostafrika gegründet.

1904 kam es zu dem Herero-Aufstand, als die Deutschen die Hereros zwangen, ihr Land zu verlassen. Sie mussten in Gebiete ziehen, in denen es nicht genügend Wasser gab, weshalb sie zurückkehrten, woraufhin die Deutschen gewalttätig reagierten. Die Hereros reagierten ihrerseits mit Gewalt und dies führte zu einem Krieg, in dem von den 100.00 Hereros lediglich 15.000 überlebten. Am 10. Juli 2015 erkannte Deutschland die Geschehnisse als Genozid an.

Aufteilung Afrikas

1885 trafen sich die europäischen Länder in Berlin, um über die Aufteilung Afrikas unter den Staaten zu diskutieren. Kriege und Landkäufe führten dazu, dass Afrika abhängig von Europa wurde. Die Europäer beuteten aber den Kontinent aus, bildeten neue Staaten, regierten über die Heimvölker und behandelten diese gewaltvoll.

Internationale Spannungen

Das Ringen um möglichst viel Land in Afrika verursachte neue Spannungen in Europa und führte zu einer Welle von Patriotismus und zu der Glorifikation der eigenen Armee.

Neuer Kurs im Deutschen Kaiserreich

1890 wurde Bismarck vom neuen Kaiser Wilhelm II. entlassen. Der Rückversicherungsvertrag mit Russland wurde nicht erneuert. Der neue Kaiser wollte in der Weltpolitik mitspielen und wollte sich einen „Platz an der Sonne“ sichern.

1894 kam es zur Französisch-Preußischen Allianz. Dies war entgegen der Außenpolitik, die Bismarck verkörperte, da er versuchte durch andere Bündnisse Frankreich auszuschließen. Außerdem kam es zu einem Aufstocken der Marine gegen die Konkurrenz Großbritanniens. Dabei spielte Admiral Alfred von Tirpitz eine große Rolle.

1904 schlossen Großbritannien und Frankreich die „Entente Cardiale“. 1907 wurde der Vertrag von Petersburg zwischen Großbritannien und Russland abgeschlossen, in dem Einigungen über die Einflusssphähren in Asien gemacht wurden.

Durch die vielen Bündnisse um Deutschland herum und dadurch, dass das Kaiserreich keine Allianzen eingegangen ist, war Deutschland umringt. Das einzige verbündete Land war Österreich-Ungarn.

Der erste Weltkrieg

Am 28. Juni 1918 wurde in Sarajewo Erzherzog Franz Ferdinand ermordet. Dies führte zu einem Konflikt zwischen Österreich-Ungarn und Serbien.

Deutschland gab Österreich eine „carte blanche“, während Serbien russische Unterstützung erhielt. Am 28. Juli 1918 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Deutschland stand auf dessen Seite und die beiden Staaten bildeten die Mittelmächte, während die Alliierten aus Russland, Frankreich, Serbien und Großbritannien bestanden.

Durch die Juli-Krise kam es zum ersten Weltkrieg, der von 1914 bis 1918 dauerte und in einem Zweifrontenkrieg für Deutschland endete, wie 1905 von General Schlieffen vorgesehen wurde.

Ende erster Weltkrieg

Im Januar 1918 verkündete Woodrow Wilson das 14-Punkte-Programm, mit dem der Frieden erreicht und bewahrt werden sollte. Die Punkte waren:

Das Kaiserreich lehnte diese Forderungen ab.

Im August 1918 kam es zum totalen militärischen Zusammenbruch auf deutscher Seite und im Oktober forderte die Oberste Heeresleitung (OHL) von der Regierung, Waffenstillstandsverhandlungen einzuleiten.

Erzberger unterzeichnete im November in Compiègne den Waffenstillstand. Es war allerdings ein Diktatfrieden, da Deutschland keinerlei Verhandlungsmöglichkeiten hatte.

Entwicklung im Herbst 1918

Im Oktober 1918 verweigerten die Seestreitkräfte die Befehle, da sie den Frieden erreichen und keine Opfer mehr bringen wollten. Dies hatte zur Folge, dass es in ganz Deutschland zu revolutionären Aktionen kam.

Dabei gab es einen Kampf zwischen einer „Räterepublik“ und einer „parlamentarischen Demokratie“. Die Räterepublik wollte, dass die gesamte Macht von den Räten ausgeht, die aber weisungsgebunden, vom Volk und von den Soldaten, ist und sie wollte eine Verstaatlichung der Wirtschaft und die Enteignung von Unternehmen. Die parlamentarische Demokratie versuchte eine Gewaltenteilung zu erreichen. Das Volk würde Abgeordnete wählen, die schließlich die Entscheidungen treffen und nur auf Zeit in ihrem Amt wären.

Der Kaiser wurde dann abgesetzt und am 19. Januar 1919 kam es zu der Wahl zur Nationalversammlung, bei der das Volk entschied, dass die parlamentarische Demokratie die Politik bestimmen sollte. Somit wurde den Arbeiter- und Soldatenräte ein Ende bereitet.



Quellen

  1. http://commons.wikimedia.org, Cirdan
  2. http://commons.wikimedia.org, Alexander Altenhof
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Innere_Mission
  4. http://commons.wikimedia.org, Ziegelbrenner

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