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Geschichte: 7. Klasse

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Die mittelalterliche Gesellschaft

Ständegesellschaft

Bevölkerungsstruktur zur Zeit des Mittelalters
Bevölkerungsstruktur zur Zeit des Mittelalters

Im Mittelalter herrschte eine Ständegesellschaft; das bedeutet, dass es unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gab, die unterschiedliches Ansehen genossen. Dabei gab es keine soziale Durchlässigkeit. Ein Bauer konnte also nicht zu einem Adligen aufsteigen. In seinen Stand wurde man hineingeboren. Diese Gesellschaftsform wurde als von Gott vorgegeben angesehen.

Hierarchie in der Ständegesellschaft

In der mittelalterlichen Ständegesellschaft stand an oberster Stelle (der christliche) Gott, der zudem der Bezugspunkt des gesamten Lebens für die Menschen war.

Nach ihm kam der von Gott ausgewählte König bzw. Kaiser, der der wichtigste Mann im Staat war und die Aufgaben hatte, das Land zu verteidigen und Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten.

Unter ihm stand der restliche Adel, mit seinen Baronen, Fürsten und Grafen, die meist ein Gebiet vom König erhielten, in dem sie regierten, dabei aber immer noch diesem unterstellt waren.

Danach kam der Klerus (Geistliche, z.B. Bischöfe und Priester), die beteten, Gottesdienste hielten und Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen abhielten.

Zum Adel gehörten auch die Ritter, die für die Sicherheit sorgten, indem sie sich selbst und die anderen Stände beschützten oder in den Krieg zogen. Unter ihnen standen die Stadtbewohner, die keine Bauern sondern Händler oder Dienste-anbietende waren (z.B. Schuhmacher, Dachdecker).

An unterster Stelle der Hierarchie waren die Bauern. Sie waren unterteilt in freie Bauern und Leibeigene. Die freien Bauern waren „Eigentum“ des Königs, mussten Militärdienst leisten, hatten Landbesitz und waren freie Menschen.

Im Gegensatz dazu waren die Leibeigenen das „Eigentum“ eines Adligen. Sie mussten dafür keinen Militärdienst leisten, hatten aber auch kein Grundbesitz und waren allgemein unfrei. Die Knechte mussten mit Gütern oder Geld die Adligen bezahlen und mussten persönlichen Dienst für sie absolvieren.

Obwohl die Bauern und Knechte über 90% der Bevölkerung ausmachten, hatten sie keine Möglichkeiten in der Politik mitzuwirken und waren den Adligen komplett ausgeliefert. Außerhalb der Gesellschaft standen ferner Personen, deren Beruf als „ehrlos“ angesehen wurden, so zum Beispiel Abdecker oder Schäfer.

Feudalismus

Prinzip des Feudalismus

Das feudale System der Ständegesellschaft beruhte auf dem Verleihen des eigenen Bodens. Dabei war der König bzw. der Kaiser Eigentümer des ganzen Landes. Nun konnte er dem Adel und dem Klerus sein Land auf Lebenszeit verleihen, die ihm dafür die Treue schwören und im Falle eines Krieges unterstützen mussten. Sie wurden so zu seinen Vasallen.

Diese gaben wiederum das verliehene Land an Bauern weiter, die die Felder bestellten und Abgaben an ihren Lehnsherrn zahlten. Sie schworen diesem ihre Treue.

Bekam ein Vasall Land vom König, so musste er Ritter für einen Kriegsfall bereitstellen. Die Anzahl wurde durch die Größe des verliehenen Bodens und der Anzahl der Bauern bestimmt.

Das Leben auf dem Land

Über 90% der Bevölkerung im Mittelalter arbeiteten auf dem Land. Zur Zeit der Normannen hatten viele englische Dörfer zwei große offene Felder, die in lange Streifen unterteilt waren. Jeder Bauer erhielt auf beiden Feldern einige dieser Streifen.

Jedes Jahr bewirtschafteten die Bauern eines der Felder und ließen das andere zur Brache liegen, das heißt, dass auf dem Feld nichts angebaut wurde und dass nur Gras darauf wächst. Die Tiere der Bauern konnten hier grasen und der Boden wurde durch die Tiere mit Dünger versorgt. Im nächsten Jahr wurde der bewirtschaftete Acker zur Brache gelegt und der ausgelassene Acker bewirtschaftet.

Jedes Dorf hatte zudem ein Gemeinschaftsbereich, auf dem die Tiere auch grasen konnten. Im Winter allerdings gab es nicht genügend Nahrung, sodass die meisten Tiere im Herbst geschlachtet werden mussten. Sie wurden konserviert, indem man sie salzte, und wurden gegessen oder verkauft.

Der Grundherrn und die Bauern

Der Grundherr war die wichtigste Person in einem Dorf. Ihm gehörten die Felder und die Bauern mussten ihm Abgaben zahlen, um auf diesem Land arbeiten zu dürfen. Die meisten Bauern waren unfrei, was bedeutet, dass sie Eigentum des Grundherrn waren und selbst keine Entscheidungen machen durften (z.B. durften sie nicht das Dorf verlassen, wenn der Lehnsherr dies nicht wollte). Während der Erntezeit mussten die unfreien Bauern Extraarbeiten auf dem Feld des Grundherrn leisten.

Das Getreide der Bauern wurde in der Mühle des Lehnsherren gemahlen, wofür sie ihm einen Anteil abgeben mussten. Heiratete eine Tochter, so musste deren Vater dem Grundherrn Geld bezahlen; starb der Vater, so musste dessen Sohn dem Lehnsherrn den besten Ochsen oder die beste Kuh geben.

Der Vogt eines Dorfes sorgte dafür, dass jeder seine Arbeit richtig ausführte. Kam es zu einem Streit zwischen Bauern, so wurde die Auseinandersetzung vom Grundherrn geregelt.

Städte und Handel im Mittelalter

Das Leben in einer Stadt

Grundaufbau einer Stadt im Mittelalter
Grundaufbau einer Stadt im Mittelalter

Durch große Veränderungen in der Landwirtschaft, wie die Dreifelderwirtschaft, dem Pflug und die Einführung neuer Werkzeuge, und ein starkes Bevölkerungswachstum ermöglichte die Gründung neuer Städte. Diese wurden meist in Bach- oder Flussnähe, bei Burgen oder Schlössern, bei Kirchen oder Klöstern, an Kreuzungen und/oder bei römischen Städten errichtet.

Die mittelalterlichen Städte waren meist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut (siehe rechts). Eine Stadt hatte meist vier Tore, die in die Himmelsrichtungen zeigten. Im Zentrum lag der Marktplatz, auf dem die Bauern Waren kaufen und verkaufen konnten. Umgeben war er von der großen Stadthalle und einer Kirche. In den Vierteln gab es Handwerker, die im eigenen Haus ihre Dienste anboten. Die Bewohner eines Stadtviertels mussten den ihnen zugewiesenem Abschnitt einer Stadtmauer im Angriffsfall selbst verteidigen.

Die Bewohner der Stadt waren auch „Teilzeitbauern“. In ihren Häusern hielten sie Schweine und Hühner. Vor der Stadt lagen Felder und in der Stadt Gärten, in denen sie Nahrungsmittel anbauten.

In der Stadt gab es Bevölkerungsgruppen, die nicht vom Gesetz geschützt wurden. Zu ihnen gehörten Bestatter, Juden, Schauspieler, Musiker, Prostituierte und Henker.

In einer Stadt waren die Händler, die durch Handel reich wurden, die wichtigsten Personen. Sie legten die Steuern und Gesetze fest und versuchten sicherzustellen, dass niemand jemand anderes betrügt oder bestiehlt.

Handwerker waren geübte Arbeiter, die z.B. Schuhe, Gefäße, Hüte etc. herstellten. Die wichtigsten von ihnen, waren diejenigen, die ein Geschäft besaßen, die sogenannten Meister. Jeder Handwerker begann aber als Lehrling, der im Haus seines Meisters lebte und in seinem Geschäft lernte. Wenn man alt und gefertigt genug war, wurde man Geselle, der vom Meister bezahlt wurde.

Jede Stadt im 13. Jahrhundert hatte eine Gilde für jeden Haupthandelssektor, denen die Handwerker angehören mussten. Eine Gruppe von Meistern waren Leiter der Gilde und regelten, wie ein Produkt beschaffen sein sollte, wie viel es kosten sollte und was die Lehrlinge beigebracht werden sollten. Sie gaben Geld zu Mitgliedern, wenn sie krank waren und zahlten Pensionen an Witwen.

Der Woll- und Kleiderhandel

Englische Wolle war die beste in Europa. Lords und Äbte hielten große Schafherden und wurden durch den Handel mit Wolle reich. Kaufmänner, die Wolle kauften und verkauften, hatten große Häuser und trugen teure Kleidung. Die reichsten Kaufmänner verkauften Wolle nach Flandern, dem heutigen Belgien. Der König selbst lieh sich häufig Geld von ihnen. Nach dem 14. Jahrhundert wurde Baumwollkleidung von Bauern auf dem Land hergestellt. Reiche Kleiderhändler brachten die Wolle zu den Bauern, die die Leinen spannten und die Kleider webten. Hierfür erhielten sie Löhne.

Kurz nach 1300 verbesserten sich die Qualität englischer Kleidung und reiche Wollhändler in Flandern, Spanien und Frankreich. Dabei sank der Export von Wolle und der Export von Kleidung stieg. Von dem Geld, das durch den Verkauf eingenommen wurde, aber nicht an die Bauern weitergegeben wurde, investierte man unter anderem in den Bau von Kirchen, die zum Teil heute noch stehen.

Staaten im Mittelalter

Frankreich

Die Könige Frankreichs regierten meist nur die „Île de France“, die zwischen Paris und Orleans liegt. Paris spielte zudem eine sehr wichtige Rolle, da es das Zentrum Frankreichs und so auch des Handels war.

1214 kam es zur Schlacht bei Bouvines zwischen französischen und englischen Soldaten, die unter der Führung des Kaisers Otto IV. standen. England verlor durch die Schlacht das Gebiet nördlich der Loire. Durch den Sieg entstand ein Dualismus zwischen den Fürsten und dem König.

Im 100jährigen Krieg (1139-1453) führten Frankreich und England Krieg, wobei Jeanne d′Arc die französischen Armeen anführte. Sie überzeugte Karl VII. die Engländer aus Frankreich zu vertreiben, scheiterte aber. Wegen mehreren Gesetzesbrüchen wurde sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und hingerichtet. 1456 wurde sie rehabilitiert und wird seitdem als Heldin angesehen.

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

Übersicht der „deutschen Reiche“

Das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) war das „erste“ der drei deutschen Reiche. Es bestand von 962 bis 1806. Auf ihn folgte als „zweites“ das Deutsche Kaiserreich (1871 bis 1918). Schließlich nannten die Nationalsozialisten unter Hitler Deutschland daran angelehnt „Drittes Reich“ (1933 bis 1945).

Wahl des Kaisers

Friedrich II. (1220-1232 Kaiser) gewährte durch imperiale Rechte den klerikalen und den säkularen Fürsten bestimmte Regalien. 1356 wurde die Goldene Bulle eingeführt. Sie regelte die Wahl und die Krönung des Kaisers durch die Reichsfürsten.

Es gab vier geistliche Fürstbischöfe. Zu ihnen gehörten der Erzbischof von Köln, der Erzbischof von Mainz sowie der Erzbischof von Trier. Der Herzog von Sachsen, der König von Böhmen, der Marktgraf von Brandenburg und der Pfalzgraf bei Rhein stellten die weltlichen Fürsten dar.

Bayern – Heimat der Familie Wittelsbach

1180 wurde die Wittelsbacher Familie in Bayern Herzog im Herzogtum Bayern. Sie waren bemüht, das Gebiet durch Kriege, Käufe, Ehen und Erbschaften zu erweitern.

1255 kam es zur Teilung Bayerns in die Herzogtümer Oberbayern und Niederbayern. Diese wurden wiederum in die Teilherzogtümer Oberbayern München und Oberbayern Ingolstadt sowie in Niederbayern Landshut und Niederbayern Straubing unterteilt. 1506 wurden die Gebiete unter Albrecht IV. zu Bayern wiedervereint.

England

Der König

Der König war die wichtigste Person des Landes, in dem er regierte, und hatte die Aufgabe das Land zu verteidigen sowie Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten.

Wilhelm der Eroberer

1066 gewann Wilhelm der Eroberer, Anführer der Normannen, die Schlacht bei Hastings und wurde so König über die Angelsachsen, die unter der Führung Harald II. gestanden hatten. Er war stark genug, um – wie einige wenige – ganz England zu regieren. Wilhelm war durch einige Veränderungen stärker als seine angelsächsischen Vorgänger.

„Domesday Book“

Da die Dänen 1085 drohten England anzugreifen, musste Wilhelm wissen, wer Land besaß und wie viel ein Dorf wert war. Dadurch wurde das Eintreiben der Steuern vereinfacht und er konnte mehr Soldaten ernähren. Dafür ordnete Wilhelm eine große Untersuchung an, das sogenannte Domesday Book.

Das englische Parlament

Heute besteht das Parlament Englands aus dem Oberhaus (House of Lords) und dem Unterhaus (House of Commons). Es hat das Recht Gesetze zu verabschieden. Dies war jedoch nicht immer so.

Von der Ratsversammlung zum Parlament

Nachdem Richard I. (Löwenherz) vom Kreuzzug nach England zurückgekehrt war, führte er bald wieder Krieg in Frankreich. König Philip II versuchte die Gebiete in Frankreich, die in englischem Besitz waren, zurückzuerobern. Richard starb 1199 und sein Bruder Johann wurde König und der Krieg wurde weitergeführt. 1204 verlor England die Normandie an Frankreich.

Johann versuchte das Gebiet zurückzuerobern und befahl, dass die Barone ihm in der Armee dienen oder ihm Geld geben müssen. Die Leute waren gezwungen hohe Steuern zu zahlen. Mit diesem Geld heuerte er Leute an, die im Krieg dienen sollten.

Manche Barone rebellierten schließlich und Johann gab nach und traf sich mit ihnen 1215 in Runnymede, wo er versprach die Magna Carta Liberatum (lateinisch für „Großer Freiheitsbrief) zu unterzeichnen.

In der Magna Carta wurde festgeschrieben, dass alle freie Menschen Rechte haben und dass das Gesetz Englands sie beschützt. Der König war außerdem dem Recht unterstellt und konnte nicht mehr Leute einsperren lassen, wie es ihm beliebte. Trotz dieser wegweisenden Regelungen galt die Magna Carta nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung, vor allem für die Barone.

Der Beginn des Parlaments

König Johann versprach, sich mit dem Rat abzusprechen, bevor er die Steuern erhöhte. Dieser Rat war ein Treffen von Bischöfen, Äbten, Grafen und Baronen. Schnell sprach man vom Parlament. Johanns Sohn Heinrich III. hatte ebenfalls Streitigkeiten mit den Baronen. Heinrich bot zudem manchmal Rittern der Grafschaft an, an den Treffen teilzunehmen. Sie besaßen zwar Land, waren aber bei Weitem nicht so reich wie die Barone.

Später sollten die größten Städte Bürger schicken, die aber ausschließlich reiche Kaufmänner waren. Am Ende des 13. Jahrhunderts traf sich das Parlament relativ häufig und die Teilnehmer konnten Steuern zustimmen oder ablehnen. Sie hatten auch das Recht neue Gesetzbücher und Gesetze zu erlassen.

Lords und Commons

Im Parlament waren die Lords die wichtigsten Männer und die Commons, also die Bürger der Städte und die Ritter, waren weniger bedeutend. Ab 1450, als Heinrich VI. König war, waren die Lords sogar mächtiger als er. Zur selben Zeit gewannen die Commons Rechte und nach 1327 nahmen sie immer am Parlament teil. Im 15. Jahrhundert mussten die Commons den Bestimmungen über Steuern und Gesetze zustimmen.

Der Investiturstreit

Zwischen dem Papst Gregor VII (1073 - 1085) und dem König Heinrich IV. (1056 - 1106) gab es Spannungen, wer das Recht besitze, die Geistlichen im Heiligen Römischen Reich einzusetzen und des Amtes zu entheben. Dieses Recht nennt man Investitur.

Gregor behauptete, eine höhere Stellung als der Kaiser zu haben, da die römische Kirche von Gott allein gegründet wurde und die päpstliche Macht die einzig universelle Macht sei. Heinrich, der mit nur sechs Jahren den Thron bestieg, behauptete dagegen, die höchste Macht zu haben, da der König bzw. der Kaiser von Gott selbst in sein Amt bestimmt wurde (= Gottesgnadentum) und nicht wie der Papst von Menschen gewählt wurde.

Der Gang nach Canossa

Heinrich erkannte Gregor nicht als Papst an, woraufhin dieser den König exkommunizierte. 1076 drohten einige Fürsten, die Heinrich absetzen wollten, einen neuen König zu wählen, wenn Heinrich nicht innerhalb eines Jahres wieder der Kirchengemeinde angehöre. Heinrich, erkennend, dass er seine Macht verlieren könnte, wollte den Papst treffen. Der Papst dachte allerdings, dass er ihn angreifen wolle und suchte so in Canossa Unterschlupf.

Im Dezember 1076 brach Heinrich mit einigen Begleitern (hauptsächlich Bürgern) auf und erreichte am 25. Januar 1077 Buße zeigend die Burg Canossa; Gregor verwehrte ihm aber den Eintritt. Der König wartete vor den Toren Canossas drei Tage bis ihm die Tore geöffnet wurden und er auf Knien um Wiederaufnahme in die Kirche bat. Gregor hob die Exkommunikation auf.

Lösung: Das Wormser Konkordat von 1122

1122 einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. im Streit um die Berechtigung, Geistliche in ihr Amt zu heben (Investitur), im Wormser Konkordat. Darin wurde vereinbart, dass nur die Kirche Bischöfe und Äbte einsetzen darf. Allerdings sollten die deutschen Geistlichen nur in Beisein kaiserlicher Abgeordneter eingesetzt werden. Hoheitsrechte erhielt der Geistliche durch das Zepter, das vom Kaiser übergeben wurde. Es war ein Zeichen weltlicher Macht, wohingegen der Ring und Stab, die von der Kirche überreicht wurden, Symbol geistlicher Macht waren.

Die Kreuzzüge

Da die Menschen im Mittelalter sehr religiös waren, pilgerten viele nach Jerusalem, zum Hinrichtungsort Jesu. 1078 wurde Jerusalem von den Seldschuken erobert und die Pilger wurden abgehalten, die Stadt zu besuchen. Auch gab es Berichte von Übergriffen auf christliche Pilgerfahrer.

Papst Urban II. drängte 1095 die Ritter zu einem Kreuzzug, um Jerusalem zu befreien. Gründe, um am „Heiligen Krieg“ teilzunehmen, waren die Überzeugung, in das Paradies zu kommen, an Geld und Ehre zu gelangen und ein Abenteuer erleben zu können.

Die Sieben Kreuzzüge

Insgesamt kam es innerhalb von 200 Jahren zu sieben Kreuzzügen.

Der dritte Kreuzzug

1187 eroberte Sultan Saladin Jerusalem, woraufhin der Papst zu einem neuen Kreuzzug aufrief. Der Kreuzzug wurde von König Richard Löwenherz, König Philipp II. und Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), und nach dessen Tod Leopold von Österreich, angeführt.

1191 erreichte Richard als erstes Jerusalem und verhandelte 1192 mit ihm, dass die Eroberungen Richards bestehen bleiben, dass christliche Pilger nach Jerusalem reisen durften und dass ein dreijähriger Waffenstillstand herrscht.

Das Scheitern der Kreuzzüge

Gründe in Kreuzzügen zu kämpfen waren, dass man in den Himmel kommt (Sünden werden vergeben), erleben eines Abenteuers, Spaß am Kämpfen, erhaltener Ruhm und Reichtum.

Komplett gescheiterte Kreuzzüge waren der Bauernkreuzzug und der Kinderkreuzzug.

Durch die Kreuzzüge gab es aber auch viele technische Erneuerungen in vielen Bereichen. So erhielt man von den Muslimen neues Wissen über die Medizin, Mathematik und Literatur; man lernte neue Gewürze und Speisen kennen (Orangen, Aprikosen, Zucker, Artischocken) und arabische Ziffern wurden in der westlichen Welt eingeführt. Auch Schach wurde bekannt.

Neue geistige und räumliche Horizonte

Die Pest – der schwarze Tod

Segler brachten 1347 die Pest nach Messina, Sizilien, wo es sich über ganz Europa verbreitete und schon 1348 London und Russland erreichte. Durch die Pest starben 25 Millionen Menschen, was 40% der damaligen Bevölkerung entsprach.

Dabei gab es die Beulen- und Lungenpest; hatte man die Beulenpest, so starb man sicher in den nächsten Tagen. Da Ärzte nicht wussten, wie die Krankheit entstand, konnten sie nichts gegen sie unternehmen. In Spanien, Frankreich und Deutschland wurden die Juden beschuldigt, die Brunnen vergiftet zu haben, da sie meist keine Pest hatte; dies lag daran, dass sie einfache Hygieneregeln befolgten, wie das Abkochen ihres Trinkwassers. Andere behaupteten, dass es eine Strafe Gottes war. Weil auf den Friedhöfen kein Platz mehr war, wurden die Leichen teils auch auf den Straßen liegen gelassen.

Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, legte man Feuer, um die Luft zu säubern. Ärzte trugen Rosmarin oder Bernstein wegen dem Duft bei sich, und die meisten aßen kein Fleisch mehr. Viele Städte bauten öffentliche Krankenhäuser, in denen Infizierte eingewiesen wurden.

An einem Tag konnte die Verbreitung bis zu 4 km betragen. 1352 verlor die Pest allmählich an Antrieb. Viele wendeten sich von der Kirche ab, da sie glaubten, dass sich Gott gegen sie gewendet hatte. Die Überlebenden feierten ausgelassen.

Zwar kehrte die Pest immer wieder nach Europa zurück, aber sie war nie so stark wie im 14. Jahrhundert. Durch die stark geschrumpfte Menge an Arbeitskräften, wurde Arbeit teurer und es existierten sogar einige Ortschaften nicht mehr.

Die Renaissance

1453 eroberten die Türken Konstantinopel, was zur Folge hatte, dass die Einwohner nach Westen fliehen. So kamen viele Wissenschaftler und Künstler nach Italien, Frankreich, etc. Sie hatten großen Einfluss auf die Kunst; Skulpturen, die Zentralperspektive und Portraits wurden nun verwendet und Architekten erbauten Kirchen und Dome mit großen Kuppeln. Die Renaissance war eingeläutet.

Als die Pest mit ihren großen Opferzahlen schwächer wurde, begann die Bevölkerung wieder zu steigen. Dadurch tauchte die Mittelklasse auf, die als Händler und Bänker arbeiteten. Die Menschen wurden reicher und konnten sich so mehr leisten als früher und interessierten sich nun mehr für Kunst und Literatur. Sie hatten außerdem mehr Zeit für sich zur Verfügung, was viele nutzten, um Sprachen und Instrumente zu lernen und um zu lesen oder andere Dinge studierten.

Das Erkunden unbekannter Gebiete wurde in der Renaissance zu einem wichtigen Aspekt. Durch die Entdeckung der Seeroute um Afrika konnten viele Gewürze, Seide und Kleider importiert werden. In Südamerika konnten sich neben Engländern und Portugiesen vor allem die Spanier durchsetzen und brachten große Mengen an Gold und Silber in das Heimatland.

Durch die Erfindung des Buchdrucks durch Guttenberg in 1445 konnten Bücher schneller und billiger produziert werden. Nun konnten sich mehr Menschen mit dem Lesen beschäftigen, da im Mittelalter die meisten Bücher auf Latein verfasst wurden. Dadurch stieg der Bildungsgrad in der Mittelschicht an.

Der Humanismus war eine neue Bewegung Gelehrter, die Griechisch und Latein konnten, und so die Denkweise der Antike wieder aufnahm. Für sie war Geld und Handel wichtige Ziele im Leben, was im Gegensatz zur Lehre der Kirche im Mittelalter steht.

In der Renaissance entdeckte man, dass in der Natur viele Dinge bestimmte Proportionen haben; man nannte diese „Goldene Mitte“. Diese Proportionen wurden in Gebäuden häufig umgesetzt. Die Architektur ist zudem von der Symmetrie stark geprägt.

Europäische Kolonisierung Amerikas

Um 1000 n. Chr. kamen Wikinger unter Leif Ericsson nach Amerika und nannten es „Vinland“. 1492 entdeckte Christoph Kolumbus die amerikanische Ostküste wieder. Er reiste mit den drei Schiffen St. Maria, Ninña und Pinta.

Durch die Entdeckung der „Neuen Welt“ entbrannte ein Kampf um die großen Ressourcen, vor allem zwischen Spanien und Portugal. 1494 trat durch den Papst der Vertrag von Tordesillas zwischen den beiden Staaten in Kraft, der die Welt zwischen diesen beiden Staaten aufteilte.

1497 bis 1499 entdeckte Vasco da Gama eine östliche Route nach Indien, die um das Kap der Guten Hoffnung führt. 1519 bis 1522 vollzog Fernando Magellan als erster eine komplette Weltumsegelung.

Die Europäer erobern und beuten die Neue Welt aus

Die Siedler aus Europa brachten Krankheiten, an denen viele Ureinwohner starben, da sie nicht gegen diese geschützt waren, und das Christentum nach Amerika. Von dort aus wurde Gold, Silber, Juwelen, Früchte und Gemüse nach Europa gebracht.

1519 bis 1521 eroberte Herman Cortez das Aztekenreich und 1532 bis 1533 besiegte Francisco Pizarro die Inkas in Südamerika. Dabei richteten die Europäer große Massaker an. Es gab aber auch Kritiker über die Politik mit Südamerika. So verurteilte Bartolomeo de Las Casas das harte Behandeln mit den Indios.

Die Reformation

Die Kirche war im Mittelalter und der frühen Neuzeit der wichtigste Bezugspunkt im Leben der Menschen. Der wichtigste Tag in der Woche war der Sonntag, das Jahr wurde nach den christlichen Feiertagen ausgerichtet (Ostern, Weihnachten, etc.), den Kindern wurden ausschließlich christliche Namen gegeben (z.B. Martin, Georg, Maria) und die sieben Sakramente wurden gefeiert.

Ganz Europa wurde durch christliche Einflüsse stark geprägt und Menschen pilgerten und spendeten der Kirche Geld, obwohl sie selbst kaum Geld hatten. Dies nutzte die Kirche aus und versuchte ihre Macht stetig zu vergrößern.

Dafür wurde die Kirche von John Wycliff und Jan Hus kritisiert. Hierfür wurden sie hingerichtet.

Martin Luther

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben, Sachsen, geboren und starb am 18. Februar 1546 ebenfalls in Eisleben. Er war Theologe und Priester, war aber dennoch mit Katharina von Bora, einer Nonne, verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte (Hans, Elizabeth, Magdalena, Martin, Paul, Magarethe). Seine Eltern hießen Hans und Magarethe.

Luthers Karriere während der Reformation

Der Bauernkrieg

Der Bauernkrieg dauerte in Deutschland von 1524 bis 1525. Ihm gingen im Mittelalter die Bauernrevolten „Armer Konrad“ und die „Bundschuhbewegung“ voraus.

Die erste Revolte fand in Stühlingen am 23. Juni 1524 statt. 1525 forderte eine Gruppe von bis zu 30.000 Bauern Rechte; ihre Herren versprachen Reformen. Im März 1525 verfasste Sebastian Schulz die 12 Artikel und es kam zu Revolten in Städten. Im Mai und Juni 1525 kam es zu Kämpfen bei Böblingen, Frankenhausen und Königshofen. Bei diesen wurden die Bauern niedergeschlagen. Die Fürsten bestraften die Aufständischen mit Hinrichtungen und Foltern; im Osten wurden außerdem höhere Steuern erhoben.

Die Ausbreitung der Reformation

1521 wurde das Wormser Edikt erlassen, in dem beschlossen wurde, dass Martin Luther ein Vogelfreier ist und dass seine Werke verbrannt werden sollten. Kaiser Karl V. wollte zudem die katholische Kirche vor Ketzern schützen.

1526 gewährt der Reichstag den Reichsständen das Recht seine selbst gewählte Religion frei auszuüben. Damit ist das Wormser Edikt aufgehoben.

1529 entschied ein anderer Reichstag, dass die Bestimmungen des Wormser Edikts zu befolgen sind.

1530 konnte beim Reichstag zu Augsburg keine Einigung gefunden werden, was zum Schmalkaldischen Krieg, der 1546/47 ausgetragen wurde, führte. In diesem kämpfte Karl V., der auf der Seite der Katholiken stand, gegen die protestantischen Landesfürsten und Städte. Den Krieg gewannen die Protestanten.

1555 kam es zum religiösem Frieden in Augsburg. Dabei galt der Leitspruch „Cuius regio, eius religio“ („Wessen Herrschaft, dessen Religion“). Das bedeutet, dass die Landesherren selbst entscheiden konnten, welche Konfession sie übernehmen, und dass die Untertanen seine Konfession übernehmen mussten. Sie hatten jedoch das Recht, das Gebiet zu verlassen, wenn sie nicht der Konfession beitreten wollten.

Der 30jährige Krieg (1618-1648)

Der religiöse Frieden führte zur Protestantischen Union in 1608 und der Katholischen Liga in 1609. Ferdinand II. stoppte das Recht der Religionsfreiheit in Böhmen, was 1618 zum Prager Fenstersturz führte. Die Defenestration stellte den Anfang des 30jährigen Krieges dar.

Der 30jährige Krieg ist in vier kleinere Kriege gegliedert:

Im 30jährigen Krieg wurden insgesamt circ 40 % der deutschen Bevölkerung getötet. Am Ende stand der Westfälische Frieden. Er gilt als Begründung des modernen Völkerrechts. Nach dem Krieg wurde die Zeit des Absolutismus eingeläutet.

Absolutismus

Der Westfälische Frieden

Im Schwedisch-französischem Krieg wurden viele Menschen umgebracht. Die Bevölkerung schrumpfte von 16 auf 10 Millionen. Während des Krieges kam es außerdem zu Plünderungen von Bauernhöfen, die zu einem großen Teil auch zerstört wurden. Dabei wurden auch Frauen und Kinder vergewaltigt und getötet. Die Folgen des Krieges waren Hunger, Unterernährung der Bevölkerung und Seuchen.

1643 begannen Friedensgespräche, wobei währenddessen noch weitergekämpft wurde. In Münster verhandelten die Katholiken auf Seite Frankreichs und in Osnabrück die Protestanten auf schwedischer Seite. 1648 kam es schließlich zum Frieden zwischen Frankreich und Schweden, nachdem sie 13 Jahre lang auf deutschem Boden gekämpft hatten.

Als der Krieg, der überaus schrecklich und grausam war, zu Ende war, wünschten sich viele Menschen Frieden ohne die Gefahr einer erneuten Auseinandersetzung. Schließlich kam Ludwig XIV. (1661-1715) in Frankreich an die Macht.

Merkantilismus - Ein neues Wirtschaftssystem

Der Höhepunkt des Merkantilismus fand unter Jean-Baptiste Colbert (1619-1683) statt.

Ludwig XIV. gab für Paläste (u.a. Versailles), sein stehendes Heer, Kriege, Verwaltung und übermäßigem Luxus große Mengen des Staatsgeldes aus. Um dies zu finanzieren ließ er Manufakturen entstehen, in denen einzelne Arbeitsschritte auf mehrere Personen aufgeteilt werden, und gab hierfür den Unternehmen Geld.

Das Ziel Colberts war eine positive Handelsbilanz, das heißt, dass er versuchte durch einen größeren Export als Import für den Staat mehr Geld eintreiben zu können. Dafür erhob man für Rohstoffe, die aus französischen Kolonien importiert wurden, geringe Zölle, aber für Exporte von Rohstoffen sehr hohe. Außerdem wurde auf den Import von Waren hohe Zölle und auf den Export geringe Zölle erhoben.

Ludwigs Kriege

Ludwig versuchte die Hegemonie, die Vorherrschaft, in Europa an sich zu reißen, da er von den Habsburgern umgeben war. Sie regierten Spanien, das Heilige römische Reich und die spanischen Niederlanden (heutige Beneluxstaaten). Dafür führte er das stehende Heer ein, das einheitliche Uniformen trug und trainiert wurde, und ließ Festungen im Norden und Osten Frankreichs errichten.

Ludwig wollte das Land, das auf der linken Seite des Rheins lag, unter seiner Herrschaft sehen. So führte er Krieg gegen die um in liegenden Staaten (siehe oben). Durch seine Hegemonialansprüche stoß er auf Widerstand der anderen Staaten, die eine ausgeglichene Machtverteilung wollten.

Außerdem beanspruchte er das Land durch ehemalige Besitzansprüche, durch die Frankreich dieses Gebiet zugesprochen werden solle. Die Gebiete wurden Frankreich angegliedert, da das Heilige Römische Reich militärisch nicht in der Lage gewesen wäre, Widerstand zu leisten. Dadurch gewann Frankreich Elsass und somit Straßburg 1681 in seinen Besitz.

Ludwig führte zudem Erbfolgekriege. In der Pfalz erhob er Besitzansprüche wegen seiner Schwägerin Lieselotte. Der spanische Erbfolgekrieg dauerte von 1701 bis 1713.

Durch die vielen Kriege war nach Ludwigs Tod 1715 Frankreich in einem finanziell schreckliche Zustand.

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