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Geschichte: 10. Klasse | China

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China – eine neue Weltmacht?

China unter Mao Zedong

1911 endete in China das Kaiserreich. Es drohte daraufhin in Provinzstaaten zu verfallen. General Chiang Kai-shek, Führer der Nationalen Volkspartei, gelang es mithilfe der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) das Land zu einigen. Als er aber zum alleinigen Führer werden wollte, kam es zu einem Bürgerkrieg.

Als im Zweiten Weltkrieg die Japaner das chinesische Festland angriffen, kämpften die beiden Parteien zusammen. Nach der Kapitulation Japans brach der Bürgerkrieg wieder aus und die Kommunisten unter Mao Zedong siegten. 1949 floh Chiang Kai-shek mit seinen Anhängern auf die Insel Formosa. Dort gründeten sie den Staat Republik China, Taiwan. Mao Zedong verkündete am 1. Oktober desselben Jahres die Gründung der Volksrepublik China.

Mao Zedong begann sofort durch Enteignungen und Verstaatlichungen in Industrie und Agrarwirtschaft die Gesellschaft und den Staat im Sinne des Kommunismus umzubauen, wobei die Macht vom Volk und nicht von der Partei ausgehen sollte. In dieser Zeit starben ca. 3 Millionen Menschen durch Hinrichtungen. 1958 wurde der „große Sprung nach vorne“ propagiert, in dem die Landwirtschaft gleichzeitig mit der Industrie entwickelt werden sollte.

Es wurden Volkskommunen gebildet, in denen paar tausend Haushalte zusammengefasst wurden und es kein Privatleben und kein Privateigentum mehr gab. Sie sollten sich möglichst selbst versorgen. Letztlich kam es zu einer wirtschaftlichen Katastrophe, in der ca. 27 Millionen Chinesen am Hungerstod starben.

1966 wurde die Jugend gegen die Opposition mobilisiert und verließen als „Rote Garden“ die Schulen und Universitäten. Die Gegner wurden aus ihren Ämtern entlassen oder umgebracht oder sie wurden zum Suizid genötigt. Dadurch vermehrten sich das Chaos und die Verwirrung, wodurch die Produktion wieder stockte. Das Militär musste die Gewalt stoppen und die KPCh übernahm wieder die Macht.

Nach dem Tod von Mao Zedong

Nach dem Tod von Mao Zedong im Jahre 1976 übernahm Deng Xiaoping die Führung in China und leitete eine neue Politik ein. Die Forschung und Lehre wurde von den ideologischen Einschränkungen befreit, die Landwirtschaft und die Industrie erlebte eine Modernisierung und es wurde die Verantwortung des persönlichen Lebens gefördert. Außerdem wurden westliche Produktions- und Managementtechniken übernommen. Die Einkommen der Arbeiter konnten erhöht werden, da die Industrie und die Landwirtschaft eine höhere Produktion hatten.

Es gab aber Konflikte darüber, inwieweit die Partei ihre Macht über die Wirtschaft abgeben sollte. Parteifunktionäre waren dagegen, während vor allem die Studenten in den Jahren 1979, 1986/87 und 1989 für mehr Freiheit und Demokratie demonstrierten. 1989 wurden die Proteste auf dem „Platz des himmlischen Friedens“ militärisch niedergeschlagen, was in der Öffentlichkeit auf große Empörung stoß.

Trotzdem gelang es China sich der westlichen Welt anzunähern und 1979 knüpfte sie Volksrepublik mit den USA diplomatische Beziehungen, obwohl diese davor noch als „Feind Nr. 1“ bezeichnet wurden. 1971 schaffte es China, in die UNO aufgenommen zu werden und einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat zu erhalten.

In den 70er Jahren stieg China zur wirtschaftlichen Großmacht auf, die auch heute noch Waren exportiert. Viele sehen es als Wirtschaftswunder an, andere warnen, dass die billigen Kosten auf dem chinesischen Markt Millionen von Arbeitsplätzen in Europa gefährden. Außerdem wird auf die Regierungsart, die von Willkür, von Korruption und von Verletzungen Menschenrechte geprägt ist, aufmerksam gemacht.

Hinzu kommt die große Kluft, die zwischen den Armen und Reichen sowie der Stadt und dem Land herrscht, die unzuverlässige Absicherung von Arbeitnehmern und die starke Zunahme der Umweltverschmutzung. Vor allem durch die Menschenrechtsverletzungen brechen häufig regionale Unruhen aus. Deshalb wird die Zukunft Chinas abhängig sein von der Stabilisierung der eigenen Wirtschaft und von der Bewältigung innenpolitischer Probleme.

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