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Chemie: 8. Klasse

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Stoffe und Reaktionen

Stoffe und Stoffeigenschaften

Stoffeigenschaften

Um Stoffe beschreiben zu können, werden verschiedene Möglichkeiten genutzt. So nutzte und nutzt man unter anderem folgende Varianten, wobei der Geschmack nur früher geprüft wurde!

Wichtig dabei ist, dass der Geruch – sofern es erlaubt ist – nur geprüft wird, indem man sich den Geruch leicht „zufächelt“ und nicht direkt an dem zu prüfenden Stoff riecht. Den Geschmack prüft man keinesfalls!

Zustands- und Übergangsformen von Stoffen

Zu den bereits erwähnten Beschreibungsmöglichkeiten tritt die Beschreibung des Stoffzustands. Stoffe können fest, flüssig oder gasförmig vorliegen (weiterhin gibt es den Plasmazustand). Diese Formen nennt man Aggregatszustände.

Den Übergang von fest zu flüssig nennt man dabei Schmelzen, umgekehrt spricht man von Erstarren. Der Wandel zwischen flüssig und gasförmig heißt Verdampfen oder Verdunstung bzw. Kondensation. Wird ein fester Stoff gasförmig, liegt eine Sublimation vor. Der gegengesetzte Vorgang ist die Resublimation.

Bezeichnungen der Übergänge von den Stoffzuständen
Abb. 1: Bezeichnungen der Übergänge von den Stoffzuständen

Stoffgemische und Reinstoffe

Stoffgemisch Aggregatzustand der Reinstoffe Benennung Trennverfahren
Sand, Granit fest, fest Feststoffgemisch Sieben, Auslesen
Lehmwasser fest-flüssig Suspension Filtrieren
Salzwasser Lösung Destillieren
Fetttropfen (in Milch) flüssig Emulsion Abschöpfen, Abscheiden
Fetttropfen (in Wein) Lösung Destillieren
Mineralwasser flüssig, fest, gasförmig Lösung Destillieren
Ruß-, Staubteilchen in der Luft gasförmig, fest Rauch Filtern
Flüssigkeitstropfen in der Luft gasförmig, flüssig Dampf, Nebel Kondensieren

Nicht einheitlich aufgebaute Mischungen werden als heterogen (Suspension, Emulsion, Nebel, Rauch, etc.), einheitlich aufgebaute Mischungen als homogen (Lösung) bezeichnet. Zur Nutzung oder genaueren Erforschung der Stoffe ist deren Entmischung ein erstes Ziel. So kommt man vom Stoffgemisch zum Reinstoff.

Kenneigenschaften von Reinstoffen

Ein Reinstoff besitzt bestimmte Kenneigenschaften. Mit ihnen kann man den Reinstoff genau bestimmen.

Dichte

Die Dichte ρ (rho) ist der Quotient aus der Masse m und dem Volumen V eines Stoffes. Sie ist abhängig von Druck und Temperatur. Angegeben wird die Dichte in Gramm pro Kubikzentimeter. Zum Beispiel hat Wasser bei einem Kubikdezimeter eine Masse von einem Kilogramm:

Formel der Dichte von Wasser
Abb. 2: Formel der Dichte von Wasser

Siedetemperatur

Die Siedetemperatur eines Stoffes ist abhängig vom Druck. Deshalb beziehen sich die Angaben – soweit nichts anderes angegeben ist – auf den Normaldruck p0 (Luft) = 1013 hPa (Hektopascal).

Schmelztemperatur

Die Schmelztemperatur ist ebenso abhängig vom Druck, weshalb auch hier der Normaldruck als Bezugspunkt gilt.

Zu beachten ist, dass nur Reinstoffe Siede- und Schmelzpunkte haben. Gemische haben stattdessen Schmelz- und Siedebereiche.

Die chemische Reaktion

Die Zersetzung von Wasser

Hoffmannscher Zersetzungsapparat
Abb. 3: Hoffmann′scher Zersetzungsapparat[1]

Möchte man Wasser zersetzen, verwendet man den sogenannten Hoffmann′schen Zersetzungsapparat (siehe Abbildung rechts).

Nach Anlegen einer Gleichspannung an den Apparat kann man beobachten, wie Gasbläschen an den Elektroden aufsteigen. Außerdem entsteht am Minuspol die doppelte Gasmenge gegenüber dem Pluspol.

Dies lässt sich dadurch erklären, dass beim Anlegen der Spannung der Reinstoff Wasser in zwei neue Reinstoffe mit neuen Eigenschaften zerlegt bzw. zersetzt wird.

Nachweisreaktionen

Kathode (Minuspol): Das Gas im Kathodenraum wird durch die positive Knallgasprobe als Wasserstoffgas nachgewiesen.

Anode (Pluspol): Das Gas im Anodenraum wird durch die positive Glimmspanprobe als Sauerstoffgas nachgewiesen.

Reaktionsgleichung

Die Zersetzung des Wassers kann man auch als Reaktionsgleichung darstellen. Hierfür steht auf der linken Seite das Wasser, das der Ausgangsstoff ist (Edukt), und auf der rechten Seite der Wasserstoff und der Sauerstoff, die zusammen die Produkte dieser Reaktion darstellen:

Zersetzung von Wasser (vereinfachte Darstellung, ohne Koeffizientenausgleich)
Abb. 4: Vereinfachte Darstellung der Zersetzung von Wasser

Die Zersetzung folgt hierbei durch Zufuhr von elektrischer Energie.

Man unterscheidet:

Typen von Reaktionen

Analyse und Synthese

Allgemein: Eine Verbindung lässt sich durch chemische Reaktionen in ihre Elemente zerlegen. Diesen Vorgang nennt man Analyse. Die Bildung einer Verbindung mit mehreren Elementen wird als Synthese bezeichnet.

Prinzipiell sind alle chemischen Reaktionen umkehrbar. Dies kann man gut an der Knallgasprobe erkennen. Während beim Hoffmann′schen Zersetzungsapparat das Wasser zerlegt hat, wird hier der Wasserstoff mit dem Sauerstoff zu Wasser synthetisiert.

Wortgleichung der Knallgasprobe
Abb. 5: Wortgleichung der Knallgasprobe
Umsetzung

Neben der Analyse und der Synthese gibt es noch die Reaktionsform der Umsetzung. Hier wird ein Element 1 mit einer Verbindung 1 zu einem Element 2 und einer Verbindung 2 umgesetzt.

Schema einer Umsetzung
Abb. 6: Schema einer Umsetzung

Was damit genau gemeint ist, kann man an folgender Reaktionsgleichung gut erkennen: Magnesium (Element 1) reagiert mit Wasser (Verbindung 1). Als Produkte erhält man Wasserstoff (Element 2) und Magnesiumoxid (Verbindung 2).

Umsetzung von Magnesium und Wasser zu Wasserstoff und Magnesiumoxid
Abb. 7: Wortgleichung der Umsetzung von Magnesium und Wasser zu Wasserstoff und Magnesiumoxid

Energetische Betrachtung von Reaktionen

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Reaktionen ist, ob die Reaktion Energie benötigt oder ob dabei Energie frei wird. Es gibt folgende Möglichkeiten:

Betrachtet man nochmals die oben bereits besprochenen Reaktionen, kann man einen wichtigen Unterschied festellen. Stellt man die Zufuhr der elektrischen Energie ab, bilden sich keine Gase mehr. Die Analyse von Wasser ist damit endotherm. Bei der Knallgasprobe – also der Synthese von Wasser – reicht ein Funke aus, dass der Wasserstoff mit dem Sauerstoff reagiert.

Beispiele aus der Biologie

Bei der Zellatmung gewinnen wir in einer exothermen Reaktion Energie, indem wir Traubenzucker und Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser „verarbeiten“. Die Umkehrung hiervon, die Photosynthese, verläuft dagegen endotherm.

Teilchenstruktur der Materie

Das Kugelteilchenmodell

Im Laufe der Zeit wandelte sich das Bild, wie die Materie aufgebaut ist:

Demokrit (ca. 460 - 360 v. Chr.): griech. Philosoph

Demokrit ging davon aus, dass Stoffe aus unsichtbaren kleinsten Teilchen bestehen, die nicht mehr teilbar sind, die sogenannten Atome (von griech. atomos = unteilbar).

Dalton (1766 - 1844): englischer Naturwissenschaftler

Nach Dalton galt folgendes:

Der absolute Nullpunkt ist dabei die tiefste Temperatur, die theoretisch erreicht werden kann. Sie beträgt 0 K (Kelvin), was - 273°C entspricht. Daraus folgt auch, dass 0°C einem Wert von 273 K entspricht.

Kugelteilchenmodell und Aggregatzustand

Die verschiedenen Aggregatszustände (fest, flüssig, gasförmig und gelöst) werden zur Vereinfachung abgekürzt.

Aggregatszustand Abkürzung Herkunft der Abk.
fest s solid
flüssig l liquid
gasförmig g gaseous
in Wasser gelöst aq aquatisch

Chemische Formelsprache

Die Elementsymbole leiten sich aus den Anfangsbuchstaben der lateinischen bzw. griechischen Namen der Elemente ab.

Elementysmbol lat./griech. Name deutscher Name
H Hydrogenium Wasserstoff
C Carbonium Kohlenstoff
O Oxygenium Sauerstoff

Um Verwechslungen zu vermeiden, bekommen gleichbeginnende Elementsymbole einen zweiten Buchstaben, der klein geschrieben wird.

Wertigkeit und Formel

Wertigkeit der Elemente

Ein Element kann sich mit einer bestimmten Anzahl anderer Elemente verbinden. Diese Anzahl nennt man Wertigkeit (oder Bindefähigkeit/Bindigkeit) des Elements. Man gibt sie mit römischen an. So ist Wasserstoff (H) stets einwertig. Es besitzt daher die Wertigkeit I.

Die Wertigkeit der anderen Elemente ergibt sich aus der Anzahl der Wasserstoffatome, die ein Atom des betreffenden Elements in einer Verbindung zu binden oder zu ersetzen vermag. So erhält Sauerstoff die Wertigkeit II, weil es zwei Wasserstoffatome binden kann (H2O = Wasser).

VerbindungFormel ElementWertigkeit
ChlorwasserstoffHClClI
WasserH2OOII
AmmoniakNH3NIII
MethanCH4CIV
NatriumchloridNaClNaI
CalciumchloridCaCl2CaII
AluminiumchloridAlCl3AlIII

Wertigkeit und Periodensystem der Elemente (PSE):

Hauptgruppe III IIIIV VVI VIIVIII
Wertigkeit III IIIIV IIIII I0

Aufstellen einer chemischen Reaktionsgleichung

Um die Synthese von Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff in einer Reaktionsgleichung darzustellen, geht man wie im Folgenden vor.

  1. Man erstellt zunächst eine unvollständie Formelgleichung.
    Unvollständie Formgleichung der Knallgasprobe
  2. Danach stellt man die Gleichung durch Einfügen von Koeffizienten richtig, sodass auf jeder Seite die gleiche Anzahl von Atomen auf beiden Seiten steht.
    Reaktionsgleichung der Knallgasprobe

Es ist folgendes zu beachten: Manche Verbindungen sind immer biatomar, d.h. sie liegen nicht alleine vor: H2 (Wasserstoff), N2 (Stickstoff), O2 (Sauerstoff), F2 (Fluor), Cl2 (Chlor), Br2 (Brom), I2 (Iod).

Vorangestellte Zahlen heißen Koeffizienten und tiefgestellte Indices (Sg. Index).

Atombau und Periodensystem

Ladung und geladene Teilchen

Stoney (engl. Physiker) 1891

Die Träger der negativen elektrischen Ladungen sind Teilchen, die sogenannten Elektronen. Die Ladung eines Elektrons heißt negative Elementarladung. Symbol für das Elektron ist e. Die Träger der positiven Ladungen heißen Protonen; sie tragen eine positive Elementarladung. Symbol für das Proton ist p+.

Radioaktivität

1897: Becquerel entdeckt die Radioaktivität

Atome eines radioaktiven Elements wandeln sich spontan in Atome eines anderen Atoms um (sie „zerfallen“); dabei tritt Strahlung auf. Es gibt folgende Strahlungsarten:

Das Kern-Hülle-Modell

1903 wurde das Thomsonsche Atommodell eingeführt. Nach diesem bestetht wird die Masse eines Atoms nur von den Elektronen bestimmt. Um die negative Ladung auszugleichen, gibt es ein gleich verteiltes positives Feld, das masselos ist.

Rutherfordscher Streuversuch
Abb. 8: Rutherfordscher Streuversuch[2]

Ernest Rutherford überprüfte diese These mithilfe des Rutherfordschen Streuversuches (siehe rechts). Dabei werden α-Teilchen aus einem radioaktiven Präparat auf eine dünne Goldfolie (0,0005 mm, ≈ 1000 Lagen Goldatomen) „geschossen“; auf einem Leuchtschirm werden die nicht sichtbaren Strahlen sichtbar gemacht.

Dabei kann man beobachten, dass die meisten Strahlen durch die Folie ungelenkt durchdringen, einige abgelenkt und nur wenige Strahlen zurückgeworfen werden.

Daraus konnte Rutherford schließen, dass Atome aus einem massereichen, positiv geladenen und sehr kleinen Kern sowie aus einer (beinahe) masselosen, negativ geladenen und verhältnismäßig riesigen Hülle bestehen. Damit wurde das Thomsonsche Atommodell 1913 abgelöst.

Das Protonen-Neutronen-Kernmodell

Der Physiker Werner Heisenberg sagte 1932: „Der Kern besteht aus zweierlei Elementarteilchen!“ Das sind diese:

Protonen und Neutronen ergeben zusammen die Nukleonen, die Kernteilchen (lat. nucleus = der Kern). Um die sogenannte Massenzahl oder Nukleonenzahl zu ermitteln, addiert man die Anzahl der Protonen mit der der Neutronen.

Bauteile der Atome

Damit ergibt sich folgende Übersicht über die Bauteile der Atome.1

Elektron Proton Neutron
Symbol e p+ n
Masse in kg 9,109 · 10–31 1,673 · 10–27 1,675 · 10–27
Masse in u (Masseneinheit für Atome) 0,0005 1,00(73) 1,00(87)
Elementarladung -1 +1 0

Isotope

Jedes Element ist durch seine Protonenzahl genau definiert, kann sich aber in der Anzahl der Neutronen unterscheiden. Diese unterschiedlichen Vorkommen eines Elements nennt man Isotope (griech. isotopos = „isotopos“).

Um anzugeben, welches Isotop gemeint ist, wird folgende Schreibweise verwendet, wobei Z gleich der Anzahl der Protonen (und damit der Elektronen, der Kernladungszahl und der Ordnungszahl) und A gleich der Nukleonenzahl ist:

Schreibweise eines Isotops
Abb. 9: Schreibweise zur Angabe eines bestimmten Isotops

Beispiele

Wasserstoff kann in folgenden Varianten vorliegen

Kohlenstoff hat diese Isotope:

Atomhülle – Energie der Elektronen

Die Atomhüllen der Elemente zeigen ein gemeinsames Bauprinzip: Die Elektronen befinden sich gruppiert in bestimmten Abständen vom Kern (= Schalen = Bahnen = Eigenschaften). Elektronen in der Nähe des Kerns sind energieärmer als solche, die sich auf äußeren Bahnen bewegen. Deshalb werden die Schalen von innen nach außen mit Elektronen besetzt.

Die maximale Elektronenzahl z einer Schale kann man mit der folgenden Formel ermitteln, wobei n die Hauptquantenzahl (Schalennummer) ist:

Formel zur Ermittlung der maximalen Elektronenzahl einer Schale
Abb. 10: Formel zur Ermittlung der maximalen Elektronenzahl einer Schale

Damit ergibt sich folgende Übersicht über die maximale Elektronenzahl:

Schale Hauptquantenzahl maximale Elektronenanzahl
K12
L28
M318
. . .. . .. . .
P672
Q798

Das Periodensystem der Elemente – das PSE

Die Elemente werden nach steigender Protonenzahl in das Periodensystem angeordnet. Die waagrechten Reihen werden als Perioden (= Schalen) bezeichnet, die senkrechten Spalten als Gruppen (= Anzahl der Außenelektronen).

Atome der Elemente einer Gruppe haben die selbe Zahl an Außenelektronen (= Valenzelektronen). Die Valenzelektronen bestimmen die chemischen Eigenschaften eines Elements.

Hauptgruppe Bezeichnung Anzahl Valenzelektronen Wertigkeit
1. Hauptgruppe Alkalimetalle 1 VE I
2. Hauptgruppe Erdalkalimetalle 2 VE II
3. Hauptgruppe Erdmetalle 3 VE III
4. Hauptgruppe Kohlenstoffgruppe 4 VE IV
5. Hauptgruppe Stickstoffgruppe 5 VE III
6. Hauptgruppe Sauerstoffgruppe 6 VE II
7. Hauptgruppe Halogene 7 VE I
8. Hauptgruppe Edelgase 8 VE 0

Edelgase sind sehr reaktionsträge. Sie besitzen alle 8 Valenzelektronen – mit Ausnahme von Helium: Dieses hat 2 Valenzelektronen. Diesen energiearmen Zustand nennt man Edelgaskonfiguration.

Valenz(elektronen)strichschreibweise

Um Atome und ihre Anzahl der Valenzelektronen einfach und übersichtlich anzuzeigen, wird häufig die Valenz(elektronen)strichschreibweise benutzt.

In dieser wird für den Atomrumpf, also den Atomkern und die inneren Elektronen, das Elementsymbol des Atoms geschrieben. Ein Valenzelektron wird als Punkt dargestellt. Zwei Punkte können auch als Strich verbunden werden.

Möchte man zum Beispiel das Lithium-Atom darstellen, wird dies mit Valenzelektronenschreibweise des Lithium-Atoms dargestellt. Für Kohlenstoff gibt es die zwei Möglichkeiten Valenzelektronenschreibweise des Kohlenstoff-Atoms und Valenzelektronenschreibweise des Kohlenstoff-Atoms mit Strichen anstelle von Punkten.

Der Edelgaszustand

Zu den Edelgasen gehören Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon. Sie sind wie oben bereits beschrieben sehr reaktionsträge. Das liegt daran, dass sie aufgrund ihres Oktettzustands besonders energiearm sind. Deshalb „versuchen“ andere Atome wie Natrium oder Chlor durch Elektronenaufnahme oder -abgabe diesen auch zu erreichen.

Beispiele

Elektronenaufnahme eines Chlormoleküls zur Erreichung des Oktettzustands
Abb. 11: Elektronenaufnahme eines Chlormoleküls zur Erreichung des Oktettzustands

Das Chlormolekül nimmt insgesamt zwei Elektronen auf, wodurch beide jeweils acht Valenzelektronen besitzen (davor waren es nur sieben). Hier wurde das Chlor nicht als einzelnes Atom dargestellt, um nochmals zu verdeutlichen, dass das Chloratom bipolar ist.

Elektronenabgabe eines Natriumatoms zur Erreichung des Oktettzustands
Abb. 12: Elektronenabgabe eines Natriumatoms zur Erreichung des Oktettzustands

Das Natriumatom gibt ein Elektron ab, wodurch es nur noch zwei Schalen besitzt. Die zweite besitzt acht Elektronen; dadurch wurde ebenfalls der Edelgaszustand erreicht.

Elektronendonatoren und Elektronenakzeptoren

In einer Reaktion müssen Elektronenabgabe und Elektronenaufnahme gleichzeitig ablaufen. Es gibt sogenannte Elektronendonatoren („Elektronenabgeber“) und Elektronenakzeptoren („Elektronenaufnehmer“). So ist Natrium ein Elektronendonator, während Chlor ein Elektronenakzeptor ist.

Auf diese Weise kann Natrium mit Chlor zu Natriumchlorid (Speisesalz) reagieren:

Unvollständie Reaktionsgleichung von Natrium und Chlor zu Natriumchlorid
Abb. 13: Unvollständie Reaktionsgleichung von Natrium und Chlor zu Natriumchlorid

Nach Richtigstellung der Indices und Koeffizienten ergibt sich:

Unvollständie Reaktionsgleichung von Natrium und Chlor zu Natriumchlorid
Abb. 14: Unvollständie Reaktionsgleichung von Natrium und Chlor zu Natriumchlorid
Metalle und Nichtmetalle

Metalle geben Elektronen ab. Damit sind sie Elektronendonatoren (z.B. Calcium, Kalium). Nichtmetalle dagegen nehmen (meist) Elektronen auf und sind daher Elektronenakzeptoren (z.B. Stickstoff, Fluor). Bei der Elektronenaufnahme bzw. -abgabe entstehen geladene Teilchen, die sogenannten Ionen, da in einem Atom nicht mehr gleich viele Elektronen und Protonen vorliegen.

Die positiv geladenen Ionen wandern zur Kathode (negativer Pol) = Kationen

Die negativ geladenen Ionen wandern zur Anode (positiver Pol) = Anionen

Wasserstoff – ein Nichtmetall

Vorkommen

Gewinnung

Verwendung

Silicium – ein Halbmetall

Vorkommen

Gewinnung

Silicium wird durch eine Reaktion von Siliciumdioxid und Kohlenstoff gewonnen.

Gewinnung von Silicium aus einer Reaktion von Siliciumdioxid und Kohlenstoff
Abb. 15: Gewinnung von Silicium aus einer Reaktion von Siliciumdioxid und Kohlenstoff

Verwendung

Alkalimetalle – Hauptgruppenelemente

Gemeinsame Eigenschaften

Abgestufte Eigenschaften

Reaktion mit Sauerstoff

Die Alkalimetalle reagieren mit Sauerstoff zu weißen, festen Alkalimetalloxiden:

Reaktion von Lithium bzw. Kalium mit Sauerstoff
Abb. 16: Reaktion von Alkalimetallen mit Sauerstoff am Beispiel von Lithium bzw. Kalium
Reaktion mit Wasser

Mit Wasser reagieren Alkalimetalle zu Alkalimetallhydroxiden. Dabei wird Wasserstoff frei. Die Alkalimetallhydroxide reagieren stark basisch und wirken stark ätzend (siehe unter Chemie 9. Klasse – Säure-Base-Reaktionen für mehr Informationen).

Reaktion von Natrium bzw. Kalium mit Wasser
Abb. 17: Reaktion von Alkalimetallen mit Wasser am Beispiel von Natrium bzw. Kalium
Verwendung

Alkalimetalle werden für verschiedene Dinge genutzt:

Salze - Ionenverbindungen

Salze sind Ionenverbindungen zwischen Kationen und Anionen.

Bildung eines Salzes

Erhitzt man Natrium in einer Chloratmosphäre, so reagieren sie unter heller Farberscheinung und ein farbloser (weißer), kristalliner Stoff bildet sich. In dieser exothermen Reaktion entsteht ein Salz:

Wortformel der Bildung von Natriumchlorid
Abb. 18: Wortformel der Bildung von Natriumchlorid

Wie bereits bekannt ist, bedarf es zur Bildung von Ionen (mindestens) einen Elektronendonator und einen -akzeptor. Die Elektronenabgabe erfolgt hier durch das Natrium:

Elektronenabgabe des Natriums
Abb. 19: Elektronenabgabe des Natriums

Das Chloratom nimmt das Elektron auf und ist daher der Elektronenakzeptor.

Elektronenaufnahme des Chlors
Abb. 20: Elektronenaufnahme des Chlors

Mithilfe beider Reaktionen ergibt sich die komplette Reaktionsgleichung. Die Elektronen, die auf beiden Seiten vorliegen, können (und sollten) gekürzt werden.

Bildung von Natriumchlorid (in Ionenform)
Abb. 21: Bildung von Natriumchlorid (in Ionenform)

Allgemein: Metalle reagieren mit Nichtmetallen unter Elektronenübergängen zu Kationen und Anionen: diese verbinden sich zu Salzen (Ionenverbindungen).

Beispiel: Reaktion von Aluminium und Sauerstoff

Reagiert Aluminium mit Sauerstoff, bildet sich Aluminiumoxid. Im folgenden wird nochmals Schritt für Schritt erklärt, wie man auf die Reaktionsgleichung kommt.

Zunächst ermittelt man, wie die Elektronenabgabe abläuft. Ist ein Metall vorhanden, fungiert es als Elektronendonator fungieren. Das Aluminium wird – da es die Wertigkeit III besitzt – drei Elektronen abgeben:

Elektronenabgabe von Aluminium
Abb. 22: Elektronenabgabe von Aluminium (Schritt 1)

Danach ist die Elektronenaufnahme zu behandeln. Ein Nichtmetall nimmt (meist) die Elektronen auf (Elektronenakzeptor). Da der Sauerstoff ein Nichtmetall ist, ergibt sich folgende Teilgleichung:

Elektronenaufnahme von Sauerstoff
Abb. 23: Elektronenaufnahme von Sauerstoff (Schritt 2)

Da die Anzahl der Elektronen bei der Elektronenabgabe und -aufnahme nicht übereinstimmt, müssen die beiden Gleichungen auf den kleinsten gemeinsamen Vielfachen (hier: 12) multipliziert werden. Damit ergibt sich folgende Ionengleichung:

Ionengleichung der Reaktion von Aluminium und Sauerstoff
Abb. 24: Ionengleichung der Reaktion von Aluminium und Sauerstoff (Schritt 3)

Da sich jedoch nicht nur die Ionen bilden, sondern auch ein Salz, das als Feststoff vorliegen kann, wird die Ionengleichung in die Reaktionsgleichung umgeformt. Dafür muss man auf die Wertigkeiten der Ionen und damit auf die Indices achten. Das Produkt aus Koeffizient und Index muss die Gesamtzahl der Ionengleichung ergeben:

Reaktionsgleichung der Reaktion von Aluminium und Sauerstoff
Abb. 25: Reaktionsgleichung der Reaktion von Aluminium und Sauerstoff (Schritt 4)
Ionengitter von Natriumchlorid
Abb. 26: Ionengitter von Natriumchlorid (violett: Natriumionen, grün: Chloridionen)[3]

Ionenverbindung und Ionengitter am Beispiel von Natriumchlorid

Durch die elektrostatischen Anziehungskräfte zwischen Kationen und Anionen wird jedes Natriumion von sechs Chloridionen oktaedrisch umgeben (und umgekehrt). Die Anzahl gleichartiger Teilchen, die ein anderes Teilchen umgeben, nennt man Koordinationszahl KZ. Bei Natriumchlorid ist dies also KZ(NaCl) = 6.

Das Verhältnis beider Konzentrationszahlen beträgt 6:6 bzw. (gekürzt) 1:1. Da hier keine unterschiedlichen Konzentrationen vorliegen, kann man die Verhältnisformel bei Natriumchlorid mit NaCl angeben.

Eigenschaften von Salzen

Salze haben folgende Eigenschaften gemeinsam:

Moleküle: Die Atombindung

Moleküle sind nach außen hin elektrisch neutrale Teilchen, die aus mindestens zwei Atomen aufgebaut sind. Die einzelnen Atome werden nicht über ein Ionengitter verknüpft. Stattdessen haben Moleküle Elektronenpaarbindungen (auch Atombindungen oder kovalente Bindungen genannt).

Bei dieser Art von Bindung handelt es sich um eine chemische Bindung zwischen Nichtmetallatomen, bei der die an der Bindung beteiligten Elektronen beiden Atomen gehören. Dies kann man gut an einem Beispiel erklären:

Wasserstoff liegt als freies Gas biatomar vor. Dies liegt daran, dass Wasserstoff als einzelnes Atom ein Valenzelektron hat. Wie oben beschrieben versuchen Atome jedoch möglichst den Oktettzustand zu erreichen. Für Wasserstoff bedeutet das, dass es noch ein Elektron braucht, um auf zwei Valenzelektronen zu kommen.

Ein zweites Wasserstoffatom hat das gleiche „Problem“. Wenn nun beide Atome sich soweit annähern, dass sich ihre Atomhüllen überschneiden, können die beiden Elektronen auch in die Hülle des anderen eindringen. Da sich die Elektronen sehr schnell bewegen, wirken sie so, als ob beide zu einem Atom (und gleichzeitig zum anderem) gehören.

Veranschaulichung Atombindung
Abb. 27: Veranschaulichung der Atombindung anhand eines Wasserstoffmoleküls

Die beiden Elektronen, die auch als bindendes Elektronenpaar bezeichnet werden, halten sich jedoch die meiste Zeit aufgrund der elektrischen Ladung zwischen den Atomkernen auf. Eine (vereinfachte) Darstellung ist rechts zu erkennen (der grüne Bereich ist der bevorzugte Aufenthalt).

Elektronenpaarbindungen können auch Mehrfachbindungen ausbilden, wenn dadurch der Edelgaszustand dadurch erreicht werden kann. Zum Beispiel:

Die Mehrfachbindungen werden mit der entsprechenden Anzahl an übereinanderliegenden Linien dargestellt. Kohlenstoffdioxid (CO2) wird folglich Strukturformel von Kohlenstoffdioxid geschrieben.

Metallbindung – Metalle

Metalle

87 der 118 bekannten Elemente sind Metalle. Sie haben folgende Eigenschaften:

Metallbindung

Die Metallbindung unterscheidet sich sowohl von der Ionenbindung als auch von der Atombindung. Bei der Metallbindung geben die Atome ihre Valenzelektronen ab und bilden damit Kationen. Sie sind daher nur die Atomrümpfe. Diese lagern sich möglichst dicht zu einem Metallgitter zusammen.

Die Valenzelektronen befinden sich zwischen den positiv geladenen Metallrümpfen. Sie sind delokalisiert, d.h. frei beweglich, und bilden ein Elektronengas. Die Bindung beruht insgesamt auf den Zusammenhalt der Atomrümpfe (ca. 20 % des Volumens) und des Elektronengases („Kitt“, ca. 80 % des Volumens).

Gewinnung von Metallen am Beispiel des Aluminiums

Reaktionen der Metalle: Verhalten gegenüber Säuren

Unedle Metalle

Unedle Metalle sind Metalle, die sich in Säuren (z.B. Salzsäure) unter Wasserstoffentwicklung lösen. Gibt man zum Beispiel Magnesium in eine Salzsäurelösung, erhält man Magnesiumchlorid und Wasserstoffgas:

Reaktion von Magnesium und Salzsäure zu Magnesiumchlorid und Wasserstoffgas
Abb. 28: Reaktion von Magnesium und Salzsäure zu Magnesiumchlorid und Wasserstoffgas

Edle Metalle

Edle Metalle hingegen lösen sich nicht unter Wasserstoffentwicklung. Konzentrierte Salpetersäure kann Kupfer auflösen. Dabei bildet sich Kupfernitrat Cu(NO3)2

Energiebeteiligung bei chemischen Reaktionen

Chemische Reaktionen kann man unter stofflichen und energetischen Aspekten betrachten. Energetisch lassen sich die Reaktionen einteilen in exotherme Reaktionen, die unter Abgabe von Reaktionsenergie verlaufen, und in endotherme Reaktionen, die unter Aufnahme von Reaktionsenergie verlaufen.

Die Energie kann in Form von Wärme aber auch in Form von Licht und elektrischer Energie umgesetzt werden. Für die Summe der Energien gilt:

Summe der Energiebetrachtung einer Reaktion
Abb. 29: Summe der Energiebetrachtung einer Reaktion

Energieverlauf bei chemischen Reaktionen

Exotherme Reaktionen

Bei exothermen Reaktionen wird mehr Energie frei als man zur Aktivierung der Reaktion benötigt. Betrachtet man ein Diagramm, das die Energieveränderungen bei der Vereinigung von Zink und Schwefel aufzeigt, ergibt sich folgendes Bild:

Energiediagramm einer exothermen Reaktion
Abb. 30: Energiediagramm einer exothermen Reaktion[4]

Da – wie oben erklärt – Summe der Energiebetrachtung einer Reaktion gilt und die Energie E2 größer als die Energie E1 ist, ergibt sich daraus, dass die Energiedifferenz ΔE kleiner als null ist. Die Energiewerte, die bei der Reaktion gemessen werden, tragen daher ein negatives Vorzeichen.

Endotherme Reaktionen

Endotherme Reaktionen laufen dagegen nur ab, wenn ständig genug Energie zugeführt wird. Dazu gehört zum Beispiel die Analyse von Wasser. Es ergibt sich folgendes Diagramm:

Energiediagramm einer endothermen Reaktion
Abb. 31: Energiediagramm einer endothermen Reaktion[5]

Man kann klar erkennen, dass das Energieniveau der Produkte höher ist als das der Edukte. Die gemessenen Werte sind daher positiv.

Verbrennungsreaktionen

Chemisch betrachtet ist eine Verbrennung eine Reaktion eines Stoffs mit Sauerstoff, die meist exotherm verläuft. Die Produkte heißen Oxide. Brennbare Stoffe müssen bis zu ihrem Flammpunkt erhitzt werden, bevor diese zu brennen beginnen.

Arten von Verbrennungsreaktionen

Es gibt mehrere Arten der Verbrennungsreaktionen.

Katalyse – Katalysatoren

Erhitzt man 10%iges Wasserstoffperoxid (H2O2), so gibt es eine Gasentwicklung. Gibt man zu der Lösung bei Raumtemperatur etwas Braunstein (MnO2), so gibt es wiederum eine Gasentwicklung, wobei die Glimmspanprobe positiv ausfällt. Aus Wasserstoffperoxid ist damit Wasser und Sauerstoff hervorgegangen:

Analyse von Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff
Abb. 32: Analyse von Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff

Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Braunstein als ein Katalysator funktioniert. Er setzt die Aktivierungsenergie herab. Dadurch ist in dem Beispiel bereits bei Raumtemperatur genug Energie vorhanden, um die Reaktion ablaufen zu lassen, während zuvor eine Erwärmung notwendig war.

Ein Katalysator hat im Allgemeinen folgende Eigenschaften:

Beispiele, wo man Katalysatoren antrifft, sind:



Quellen

  1. commons.wikimedia.org, IIVQ
  2. commons.wikimedia.org, Sundance Raphael
  3. commons.wikimedia.org, Benjah-bmm27
  4. de.wikibooks.org, Sundance Raphael
  5. de.wikibooks.org, Sundance Raphael

Überschriften

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