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Latein: Grammatik

Die Grammatik ist im Lateinunterricht ein äußerst wichtiger Bestandteil. Hierbei ist das genaue Lernen der Regeln wichtig, da man ansonsten die Texte nicht richtig übersetzen kann. Eine Erleichterung ist, dass Latein – im Vergleich zur deutschen Grammatik – einen ähnlichen Aufbau aufweist.

Inhaltsverzeichnis [Anzeigen] [Verbergen]

Satzkonstruktionen

Satzkonstruktionen mit Partizipien

Hat man ein PPP, PPA oder PFA, so gibt es zwei Satzkonstruktionen, die mit diesen gebildet werden können. Zum einen das Participium coniunctum und der Ablativus absolutus.

Participium coniunctum - PC

Der PC wird ohne eine Form von esse gebildet und hat ein Bezugswort, mit dem es gemäß der KNG-Regel übereinstimmt. Es kann alle Kasus annehmen; außerdem kann das PC die Sinnrichtungen „temporal, kausal, final, konzessiv oder modal“ haben. Man kann zudem zwischen den Übersetzungsvarianten Beiordnung, Unterordnung und Substantivierung (B-U-S) unterscheiden.

Bei einem PC mit einem PFA ist die Sinnrichtung meist final, selten kausal.

Beispiel (Vorzeitigkeit, temporal): Urbs condita petivitur.

Beispiel (Gleichzeitigkeit, kausal): Caesar viri potenti habens Gallos superavit.

Beispiel (Nachzeitigkeit, final): Caesar Galliam expugnaturus ex urbe Roma profectus est.

Ablativus absolutus - Abl. abs.

Grundlagen

Der Abl. abs. ist eine Satzkonstruktion ähnlich dem PC, nur ist er grammatisch nicht mit dem übrigen Satz unmittelbar verbunden, sondern absolut, d.h. losgelöst. Man erkennt ihn an einem Nomen und einem Partizip im Ablativ.

Er kann in den Sinnrichtungen „temporal, kausal, konvessiv, modal oder konditional vorkommen, aber nur mit dem PPP und PPA. Wie das PC kann man den Abl. abs. als Beiordnung, Unterordnung oder Substantivierung in den Satz einbauen.

Beispiel

Magistro intrante discipuli salutant.

Satzkonstruktionen mit dem Infinitiv

Accusativus cum Infinitivo - AcI

Grundsätzliches

„Ein AcI ist Objekt eines übergeordneten Verbs der Wahrnehmung, des Wissens oder des Sprechens oder bestimmter unpersönlicher Ausdrücke (z.B. licet). Das Prädikat des eingebetteten Satzes steht im Infinitiv. Ist der AcI vorzeitig, steht das Prädikat im Infinitiv Perfekt. Das Subjekt des eingebetteten Satzes steht im Akkusativ.“

- Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Accusativus_cum_infinitivo

Der AcI muss im Deutsch meist mit einem „dass-Satz“ wiedergegeben werden. Dabei wird der Akkusativ als Subjekt und der Infinitiv entsprechend dem Nomen als Prädikat übersetzt.

Beispiel

Amicam clamare audio. - Ich höre, dass die Freundin ruft.

Hier könnte man den AcI auch wörtlich übersetzen: Ich höre die Freundin rufen.

Nominativus cum Infinitivo - NcI

Der NcI ist dem AcI ähnlich. Hier bleibt das Subjekt des eingebetteten Satzes im Nominativ stehen. Außerdem müssen die Verben dicitur/dicuntur, traditur/traduntur, fertur/feruntur, videtur/videntur im Passiv (hier schon im Passiv stehend) im übergeordneten Satz stehen.

Übersetzung
Beispiele

Socrates vir sapientissimus fuisse dicitur.

Alexander Magnus ab Aristotele philosoho educatus esse traditur.

Nonnulli homines hoc periculum neglexisse videntur.

Konjunktiv im Hauptsatz

Steht das Verb im Hauptsatz im Konjunktiv, so ist beim Übersetzen wichtig auf die Umgebung zu achten, da durch diesen Modus verschiedene Sinnrichtungen ausgedrückt werden können.

Optativ

Dies ist die „Wunschform“ und drückt einen als erfüllbar gedachten Wunsch in der Gegenwart aus.

Kennzeichen

Der Optativ wird meist mit utinam + Konj. Präsens und allen Personen gebildet. Am Ende des Satzes steht ein Ausrufezeichen. Die Verneinung wird mit ne gebildet.

Übersetzung

Man übersetzt ihn mit „Hoffentlich...!“ oder „Imperativ + ...doch...!“, z.B. Utinam mecum (ne) consentias! - Hoffentlich stimmst du mit mir (nicht) überein!/ Stimm doch mit mir (nicht) überein!

Hortativ

Durch den Hortativ wird eine Aufforderung oder ein Appell ausgedrückt.

Kennzeichen

Er steht nur in der 1. Pers. Pl. Am Satzende wird ein Ausrufezeichen verwendet und bei einer Verneinung wird ne ergänzt.

Übersetzung

Die Übersetzung erfolgt entweder mit „Lasst uns...!“ oder mit einem vorangestellten Prädikat durchführen, z.B. Consulamus saluti civium! - Lasst uns für das Wohl der Bürger sorgen!/Sorgen wir für das Wohl der Bürger!

Jussiv

Man drückt hier einen Befehl oder eine Aufforderung an die 3. Pers. aus.

Kennzeichen

Der Jussiv kommt nur in der 3. Pers. Sg. und Pl. vor, es steht ein Ausrufezeichen am Ende und man verneint ein Verb mit ne.

Übersetzung

Mit „...soll(en)...!“ werden diese Sätze übersetzt, z.B. Iste urbem (ne) intret! - Der da soll die Stadt (nicht) betreten!

Prohibitiv

Durch den Prohibitiv äußert man ein Verbot an die 2. Pers.

Kennzeichen

Er kommt in der 2. Pers. Sg. und Pl. zusammen mit ne und dem Konjunktiv Perfekt vor. Am Ende steht ein Ausrufezeichen.

Übersetzung

Man übersetzt den Prohibitiv durch den verneinten Imperativ, z.B. Ne nocueritis amicis! - Schadet den Freunden nicht!

Deliberativ

Durch ihn wird eine überlegende oder zweifelnde Frage gestellt.

Kennzeichen

Die Form, mit der die Frage gestellt wird, ist die 1. Pers. Sg. und Pl. im Präsens. Am Ende steht ein Fragezeichen.

Übersetzung

Die Übersetzung erfolgt mit „...Soll(en) ich/wir...?“, z.B. Quid faciamus? - Was sollen wir tun?

Potentialis

Man drückt mit dem Potentialis eine Möglichkeit aus oder macht eine abgeschwächte Aussage.

Kennzeichen

Er kann mit allen Personen gebildet werden. Am Ende steht kein Ausrufezeichen und die Verneinung erfolgt mit non.

Übersetzung

Man übersetzt in mit „(wird/könnte/dürfte) wohl“, z.B. Omnes sciant te fidum esse. - Alle wissen wohl/dürften wohl wissen/könnten wohl wissen,, dass du zuverlässig ist.

Indirekte Rede - Oratio obliqua

Allgemeines

Im Lateinischen gibt es verschiedene Varianten, die indirekte Rede auszudrücken - abhängig vom Satzteil. Bei normalen Hauptsätzen und rhetorischen Fragen wird das AcI, bei allen Gliedsätzen der Konjunktiv und bei Aufforderungen, Wünschen, Befehlen, Verboten, echten Fragen ebenfalls der Konjunktiv verwendet.

Man verneint im Hauptsatz mit ne und der Präteritum wird mit dem Präsens übersetzt. Im Deutschen werden alle Sätze mit dem Konjunktiv wiedergegeben. Eine Ausnahme bilden die Aufforderungen, Wünsche etc.: Hier kann man für die Übersetzung „solle/sollten“ verwenden.

Zu den Formen der Oratio obliqua im Deutschen

Formen der Gleichzeitigkeit: Präsensstamm im Aktiv

Die 3. Pers. Sg. wird stets mit dem Konjunktiv übersetzt, d.h. der Infinitiv ohne -n, z.B. er komme. In der 3. Pers. Sg. gibt es jedoch zwei Möglichkeiten:

Ist das Wort ein schwaches Verb umschreibt man den Konjunktiv mit "würden", ist es aber ein starkes Verb wird der Stamm verändert, sodass meist ein Umlaut in der Präteritumsform vorkommt, z.B. sie würdenarbeiten - sie kämen.

Formen der Vorzeitigkeit: Perfektstamm im Aktiv

Bei der 3. Pers. Sg. gibt es im Konjunktiv nur die zwei Formen „habe/sei + PPP“. Bei der entsprechenden Form im Plural gibt es „hätten/seien + PPP“, z.B. er/sie sei/seien gekommen.

Konjunktivische Relativsätze

Relativsätze stehen im Lateinischen normalerweise im Indikativ und bilden dann Attributsätze. Es gibt jedoch konjunktivische Relativsätze. Sie bringen meist eine bestimmte Sinnrichtung zum Ausdruck und erfüllen so die Funktion eines Adverbialsatzes. Eine Ausnahme bildet die Modusangleichung.

Kausaler Sinn

Für diese Sinnrichtung gibt es die Möglichkeit mit einem „Relativpronomen + ja/doch“ oder die Umsetzung in einem Kausalsatz, z.B. Cur tibi invideam, qui omnibus rebus abundem? - Warum sollte ich dich beneiden, der ich ja/doch an allem Überfluß habe/, da ich (ja/doch) an allem Überfluß habe?

Finaler Sinn

Man kann zwischen der Übersetzung mit einem „Relativpronomen + sollen“ und der Umsetzung in einem Finalsatz wählen, z.B. Britanni legatos miserunt, qui pacem peterent. - Die Briten schickten Gesandte, die um Frieden bitten sollten/, um um Frieden zu bitten.

Konzessiver Sinn

Hier ist nur eine Umsetzung in einen Konzessivsatz möglich. Beispiel: Romani, qui numero Gallis inferiores essent, (tamen) illos superaverunt - Obwohl die Römer den Galliern an Zahl unterlegen waren, besiegten sie jene.

Konsekutiver Sinn

Ein konsekutiver Sinn liegt dann vor, wenn man im übergeordneten Satz „von der Art, dass“ ergänzen kann oder wenn dort tam, talis, is tantus, eiusmodi u.ä. steht.

Man übersetzt den Relativsatz mit einem „Relativpronomen + können“ oder mit einer Umsetzung in einen Konsekutivsatz, z.B. Non is sum, qui mortis periculo terrear. - Ich bin nicht ein solcher (Ich bin nicht ein Mann), der durch Todesgefahr erschreckt werden könnte/, dass ich durch Todesgefahr erschreckt werden könnte.

Ein konsekutiver Nebensinn liegt auch nach folgenden Wendungen vor, wobei der lateinische Konjunktiv im Deutschen nicht berücksichtigt wird:

Nach dignus/indignus, qui... muss der Relativsatz in eine Infinitiv- oder dass-Satz-Konstruktion umgewandelt werden, z.B. Neglegentia tua digna est, quae reprehendatur. - Deine Nachlässigkeit verdient es/ist es wert, dass sie getadelt wird/getadelt zu werden.

Relativische Satzverschränkung

Gelegentlich kommt es vor, dass ein AcI/NcI in einem Relativsatz „verschränkt“, also eingebaut ist. Beim Übersetzen setzt man das AcI/NcI auslösende Verb in eine „wie-Parenthese“. Manchmal ist es auch möglich, das dieses Verb mit einem adverbialen Ausdruck zu übersetzen.

Beispiele

Socrates, quem philosophum clarissimum fuisse scimus capitis damuatus est.

Caesar, quem potentiae cupidum fuisse constat, occisus est.

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