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Gaius Iulius Caesar

Allgemeine Daten

Caesar kam aus einem alten adeligen stadtrömischen Geschlecht, den Juliern, dem Sohn des Aeneas. Dieser gilt als Sohn der Göttin Venus, weshalb sich Caesar als „Ahne einer Gottheit“ sah.

Caesars Aufstieg bis zu seinem Konsulat 59 v. Chr.

Er selbst sah sich als Nachfolger großer popularer Politiker, wie Marius. Außerdem gewann er mit Spielen, der „acta diurna“ und dem Ackergesetz die Gunst des Plebs. Außerdem zeichnete Caesar sich durch staatspolitische Klugheit und Weitsicht, wie bei der Catilinarischen Verschwörung, aus.

Er durchlief den „cursus honorum“ sehr schnell, meist sogar mit dem Mindestalter („suo anno“). Durch das Amt als „pontifex maximus“ (höchster Priester) und durch das Triumvirat konnte er seine Bedeutung und Macht verstärken.

Caesars Konsulat und das Triumvirat

Das Triumvirat (60 v. Chr.)

Dies konnte er machen, da er von Pompeius und Crassus unterstützt wurde. Pompeius hatte große militärische Macht und Crassus war ein bedeutender Finanzier, der auch anderen Politikern Geld lieh, wodurch diese von ihm abhängig wurden.

Seine Macht festigte Caesar mithilfe der Ehe von seiner Tochter mit Pompeius. Zusätzlich bekam er die Provinzen Gallia Cisalpina, Gallia Transalpina und Illyricum zuerkannt.

Ziel war es, dass im Römischen Reich nichts ohne bzw. gegen das Dreierbündnis entschieden wird (ne quid ageretur in re publica, quod displicuisset ulli e tres.)

Das Triumvirat wurde als „dreiköpfiges Ungeheuer“ bezeichnet, da es sowohl für die Stadt und das Imperium sowie für die drei selbst Unheil brachte.

Für Rom war das Dreierbündnis negativ, da die republikanische Verfassung aufgehoben wurde und letztlich zu einem Bürgerkrieg und Blutvergießen in Italien zur Folge hatte.

Das Konsulat (59 v. Chr.)

Während seines Konsulats genoss Caesar große Beliebtheit beim Volk durch die Einführung der „acta diurna“, einer mindestens mehrmals die Woche erschienenen „Zeitung“, und der Durchsetzung des Ackergesetzes.

Seine Macht demonstrierte er zusätzlich durch die ständige Begleitung von Lektoren symbolisch und durch die Durchsetzung des Ackergesetzes entgegen dem Senat und noch rechtswidrig gegen das Vetorecht des Mitkonsuls Bibulus.

Caesars Krieg in Gallien

Allgemeines

Caesar führte von 58–51 v. Chr. in Gallien Krieg und hatte am Ende die Gebiete der heutigen Länder Frankreich, Belgien und der Niederlanden erobert. Bei den Schlachten gab es hohe Verluste auf Seiten der Gallier (nach Velleius Paterculus 400.000 und nach Plutarch über eine Million Tote).

Während dieser Zeit fertigte er Aufzeichnungen als Gedächtnisstütze während der Feldzüge an und verarbeitete sie schließlich zu Büchern der vergangenen Jahre, der „Commentarii de bello gallico“. Diese besteht aus acht Büchern, wobei das achte nicht von ihm verfasst wurde, sondern vom befreundeten General Aulus Hurtius. Es ist unklar, ob alle Bücher gleichzeitig erschienen oder ob sie Jahr für Jahr herausgegeben wurden.

Caesars Ziele und Absichten bei der Abfassung seiner Commentarii de bello Gallico

Gaius Iulius Caesar verfasste die Commentarii, um eine grobe Vorstellung der großen Völkerschaften in Gallien zu geben. Dabei ist schon der erste Satz von großer Bedeutung:

„Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“

Gallien ist in seiner Gesamtheit in drei Teile gegliedert. Einen bewohnen die Belger, den zweiten die Aquitaner, den dritten das in der Landessprache Kelten, bei uns Gallier genannte Volk.

Diese drei Völker, Belger, Aquitaner und Kelten, galten als sehr tapfer, was Caesar zusätzlich hervorheben wollte, weil er in den ersten zwei Kriegsjahren gegen sie kämpften musste und weil er bei einem Sieg noch mehr Anerkennung erwarten konnte.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Feldherr drei große Ziele mit der Commentarii im Blick hatte:


Konstantin der Große

Vorgeschichte

Kaiser Diokletian (236/245-312) war von 284 bis 305 römischer Kaiser. Er führte die „Tetrachie“ ein, wodurch das gesamte Reichsgebiet in vier Teile mit jeweils einem Herrscher getrennt wurde. Dabei regierte sowohl im West- als auch im Ostreich ein Augustus, der jedoch seine Macht mit einem Caesar teilte.

Aufstieg

306 wurde schließlich Konstantin (bzw. Constantinus) nach dem Tod seines Vaters Constantius Chlorus, der Caesar über Britannien und Gallien war, zu seinem Nachfolger ernannt worden. Die Machtbalance zwischen den Augusti und Caesares war wegen Streitereien schwer und Konstantin wollte das Westreich unter seine Kontrolle bringen.

Konstantin versuchte mit dem widerrechtlich ausgerufenen Augustus Maxentius Verhandlungen zu führen, die jedoch scheiterten. Daraufhin besetzte jener Spanien und marschierte in Italien ein. Bei der Schlacht an der Milvischen Brücke starb Maxentius 312.

Christliche Symbole

Am Tag der Schlacht soll nach dem christlichen Autor Laktanz Konstantin eine Vision gesehen haben, dass er auf den Schilden das Zeichen Gottes, ein senkrecht stehendes Chi (χ), anbringen solle. Laut Eusebius, ein Biograph des Kaisers, soll er und sein Heer ein Kreuz am Himmel gesehen haben.

Konstantin ließ auch ein neues kaiserliches Feldzeichen, das Labarum, fertigen. Es war reich verziert mit Porträts und am oberen Ende war ein Kranz aus Gold und Edelsteinen, in den das Christusmonogramm eingesetzt war. Die Verheißung an Konstantin wird häufig als „In hoc signo vinces“ wiedergegeben.

313 erließ er das Toleranzedikt von Mailand, wodurch die Christen vollständige Freiheit der Religionsausübung erhielten.

Weiteres Leben

Im Jahre 324 errang Konstantin nach weiteren Schlachten die Alleinherrschaft über das gesamte Imperium Romanum. Er unterstützte das Christentum durch Bautätigkeit, wie der ersten Peterskirche, und griff auch während des Konzils von Nicea (325) in die Auseinandersetzungen ein.

330 verlegte er letztlich die Reichshauptstadt von Rom nach Byzanz, die bis zur Eroberung durch die Muslime Konstantinopel (griech. polis: Stadt) hieß. Er Konstantin ließ sich erst relativ kurz vor seinem Tod im Jahre 337 zu einem Christen taufen.


Rechtsregeln in Rom

Das römische Recht war für Deutschland eine wichtige Basis für die Gesetzgebung und Rechtssprechung. So wurden einzelne Gesetze direkt oder abgewandelt übernommen (z.B. § 1 StGB).

Im Folgenden werden ein paar Gesetze vorgestellt, die auch heute noch in unserer Rechtssprechung gültig sind.

Darstellung noch geltender Gesetze aus der römischen Zeit
Römischer (Grund)Satz (wörtliche) Übersetzung Sinn
Volenti non fit iniuria. Dem Willigen geschieht kein Unrecht. Wer mit einem Nachteil einverstanden ist, darf später nicht klagen.
Nulla poena sine lege. Keine Strafe ohne Gesetz. Erst wenn es ein Gesetz gibt, darf man gegen jemanden klagen.
Ne bis in idem. Nicht zweimal für das gleiche. Man darf nicht zweimal für dasselbe Verbrechen angeklagt werden.
Cui bono erat? Wem gereichte das zum Guten?/Wem nützte die Tat? Frage nach dem Motiv.
Audiatur et altera pars.Auch die andere Seite soll gehört werden.Sowohl Kläger als auch Angeklagter sollen eine Aussage machen dürfen.
Pacta sunt servanda. Verträge sind einzuhalten. Verträge sind nicht ohne Weiteres einfach aufzuheben.

Sklaven in Rom

Bedeutung des Sklavenseins

Die Sklaven gehörten in der Antike neben den freien Ständen zu der Beölkerung. Sie waren aber unfrei und hatte keinerlei Rechte, jedoch beruhte die gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung in wesentlichen Punkten auf der Sklaverei und der Fortschritt wäre ohne sie nicht vorstellbar gewesen.

Sklaven (servi, servae) waren rechtlich gesehen keine Menschen, sondern Sachen (res), da sie der Besitz eines anderen waren. Dieser konnte mit ihnen machen, „was er wollte“. Ein Sklave hatte auch keine eigenen Rechte, sondern unterlag komplett den Rechten eines anderen (personas alieni iuris).

Wollte man einen Sklaven kaufen, musste man je nach Qualität zwischen 200 bis 500 Denare für einen bezahlen. Dies entspricht ungefähr 3000 bis 7500 Euro

Wie wurde man zum Sklaven?

In der Antike gab es generell vier Möglichkeiten ein Sklave zu werden:

Die Arbeit eines Sklaven

Die Arbeitsfelder römischer oder griechischer Sklaven waren weit gefächert. Ein Großteil arbeitete auf den Feldern ihrer Besitzer (domini), um die Versorgung der Bevölkerung auf den Latifundien zu gewährleisten. Viele waren auch in privaten Haushalten tätig. Dort waren sie Diener, Lehrer und Erzieher der römischen Kinder (paedagogi) oder sie wurden zum Reinigen und zu Servicediensten eingesetzt.

Es gab auch Sklaven in Steinbrüchen, Bergwerken, Verwaltung und Bibliothek. Einige waren auch Musiker, Tänzer oder Arzt. Letztlich arbeiteten sie je nach Ausbildung in allen Bereichen und sorgten für damit zur Erhaltung des Gemeinwesens.

Vom Sklaven zum römischen Bürger

Es gab für Sklaven Möglichkeiten aus der Knechtschaft frei zu kommen. So konnten sie sich freikaufen, wenn sie durch treue Dienste genug erwirtschafteten, um sich selbst zu ersteigern. Der dominus konnte ihn auch aus Dankbarkeit freilassen (manumissio); dieser freie Sklave (libertus) hatte dennoch Verpflichtungen gegenüber seinem Herrn. Die Kinder konnten aber römische Vollbürger werden.


Klientendienst

Das Klientelwesen war für die Kaiserzeit im Römischen Reich durchaus wichtig. Dies sieht man auch daran, dass Martial in seinen Epigrammbüchern 127 Gedichte zum Verhältnis zwischen Patron und Klient verfasste.

In der Kaiserzeit gab es offensichtliche und drastische Besitzunterschiede. Durch den Klientendienst konnte der soziale Frieden aufrecht erhalten werden, da in der vertikalen Solidartität zwischen dem mächtigen Patron und dem abhängigen Klient das Prinzip des Dienst und Gegendienst herrschte.

Durch die Anzahl und durch das Ansehen der Klienten konnte der Ruhm der Patronsfamilie gesteigert werden. Außerdem sicherten sie sich so Wahlstimmen. Die Patrone hingegen unterstützten ihr Klienten durch materielle, eventuelle juristische oder andersweitige Hilfe. Im ersten Jahrhundert nach Christus konnten aber nur wenige Menschen vom Klientelwesen leben.

Martial war ebenfalls Klient mehrerer einflussreicher Männer. Seine Epigramme schildern oft in satirischer Übertreibung die lästigen Pflichten, wie z.B. die tägliche Aufwartung (salutatio). Beweggründe für ihn, Klient zu sein, ist heute unklar, da er eigentlich in gesicherten finanziellen Verhältnissen lebte. Gründe könnten gewesen sein, dass durch einflussreiche Patrone die Akzeptanz und Verbreitung seiner Werke gefördert wurde, dass er weitere Kontakte knüpfen konnte und dass er gegen Plagiate vorgehen konnte.


Marcus Valerius Martialis

Leben

Martial wurde zwischen 38 und 41 n. Chr. an einem 1. März (deshalb sein cognomen Martialis) in Bilbilis nahe Saragossa geboren. Als er ein Kind war besuchte er Grammatik- und Rhetorikunterricht.

Um 64 kam er nach Rom, wahrscheinlich abhängig von Seneca und Lucan, die führende Persönlichkeiten der Pisonischen Verschwörung im Jahr 65 waren. Es ist unklar, ob deren Tod und die Verbindung zu ihnen, Martial davon abhielten in den ersten 16 Jahren seines Romaufenhaltes Werke zu veröffentlichen.

Unter Titus (79-81) brachte Martial im Jahre 80 sein erstes Epigrammbuch „liber spectaculorum“ auf Grund der Eröffnung des „Amphiteatrum Flavium“ (Colloseum).

Während der Herrschaft Domitians (81-96) publizierte er vermutlich zwsichen 83 und 85 zwei Sammlungen poetischer Gedichte als Begleitung kleiner Geschenke, wie sie an den Saturnalien üblich waren, die sog. „Xenia“ („Gastgeschenke“, die man an Freunde schickte) und „Apophoreta“ („Geschenke zum Mitnehmen“ für die Gäste).

Danach kamen von 86 bis Ende 95 die "Bücher I-X" der Epigrammata, wobei unklar ist, ob jährlich ein Buch erschien. Die Themen wurden meist als Invektiven (Schmähgedichte, Beleidigungen) bearbeitet, waren aber sehr vielfältig und aus dem Leben gegriffen, wie z.B. Erbschleicherei, Ärztekritik, Selbstverliebtheit, Beziehungen zwischen Mann und Frau, Freunden, Klient und Patron, sexuelles Verhalten und körperliche Gebrechen. Er schrieb auch poetologische Epigramme (Epigramme zur Dichtung).

Unter Nerva (96-98) und Trajan (98-117) veröffentlichte Martial die Epigrammbücher XI (96) und XII (101/102).

Durch seine Dichtung erlangte er Anerkennung, Zugang zu Literatenkreisen, gewisse materielle Grundlagen, wie eine Wohnung in Rom und ein kleines Gut bei Nomentum (circa 20km nordöstlich von Rom). Er wurde von Titus und Domitian mit dem Titel des Militärtribuns geehrt und gehörte in den Ritterstand, was ein Vermögen von mind. 400000 Sesterzen voraussetzte. Martial erhielt auch das „ius trium liberorum“, was Vätern von mind. drei ehelichen Kindern Privilegien einräumte.

Nach 34 Jahren in Rom kehrte Martial nach Bilbilis zurück, wobei die Beweggründe unklar sind. In der Heimat publizierte er schließlich das Epigrammbuch XII (101/102). Im Jahre 104 starb Martial.

Aufbau eines für Martial typischen Epigramms

In den Werken des Martials findet man eine Zweiteilung vor. Der erste Teil des Epigramms ist objektiv und schildert allgemein die Situation, den Vorfall, die Sachlage oder eine Beschreibung.

Im zweiten Teil wird subjektiv eine persönliche Stellungnahme gebracht. Diese führt zu einer Pointe, die oft bis zum letzten Wort hinausgezögert wird und meist als Paradoxon formuliert wurde, d.h. es ist eine der erwarteten oder vermuteten Aussage entgegengesetzte, überraschende, prägnante Formulierung.

Dieser Kontrast ist stilistisch ausgefeilt. Martial ist der „Vater“ dieser Art von Epigrammen, bei der in äußerster denkerischer und sprachlicher Prägnanz ein Thema als Zwei- oder Vierteiler zur Sprache gebracht wird.


Europa und die Romidee

Nachdem das Römische Reich untergegangen war, hatte die Sprache, die Denkweise, die Kultur der Römer immer noch starken Einfluss auf die gesamte Geschichte Europas.

Die Bildungsreform Karl des Großen (8. Jahrhundert)

Karl der Große (742-814) gilt als „Vater Europas“, weil er es schaffte aus den vielen europäischen Völkern ein einheitliches christlich geprägtes Reich aufzubauen. Er bewirkte auch eine Bildungsreform, nachdem im sechsten bis achten Jahrhundert die Lateinkenntnisse stark nachgelassen hatten. Der Leiter der Reform, der Engländer Alkuin, machte Latein neben der Muttersprache als Zweitsprache verpflichtend. Dies wurde bis in das 18. Jahrhundert fortgesetzt.

Die Kenntnisse verbesserten sich anschließend sehr schnell, wodurch Dichter wie Einhard (770-850), ein Freund und Biograph Karls des Großen (Vita Karoli Magni), mit Poeten der Antike mithalten konnten. Die Themen waren christlich geprägt.

Lateinisches Mittelalter (9.-13. Jahrhundert)

Nach Karl dem Großen spaltete sich das Latein in das sogenannte Gelehrtenlatein und in ein „verwildertes“, stark vom klassischen Latein abweichendes, Latein, das oft als „Mönchs- oder Küchenlatein“ bezeichnet wurde.

Aus dem Mittelalter stammen aber auch großartige lateinische Dichtungen, wie die „Carmina Burana“ oder die „legenda aurea“.

Die Päpste der römisch-katholischen Kirche führten die Romidee weiter. Sie wurden wie die Kaiser als Oberhäupter der Welt gesehen und regierten aus Rom. Das Kirchenoberhaupt trägt den Titel „pontifex maximus“, kleidete sich Purpur und lebte in großem Prunk. Die Architektur der Kirchen und Dome sind an die Antike angelehnt, wie die Kuppel des Petersdoms an die Kuppel des Pantheons.

Renaissance und Humanismus (14.-15. Jahrhundert)

Renaissance

In der Renaissance (Wiedergeburt) entdeckte man im 14. Jahrhundert die vergessenen klassischen Werke der Antike wieder. Dadurch empfand man das Latein der damaligen Zeit als barbarisch und man besann sich wieder auf die Sprachnorm der römischen Klassik.

So war Francesco Petrarca ein Anhänger des Schreibstils von Cicero und sorgte dafür, dass dies der allgemein gültige wurde. Die Gebildeten glaubten, dass das Lesen der Schriften der Römer nicht nur bilde, sondern ein Zurück zur Antike ermögliche.

Humanismus

Das Schlagwort der Humanisten war „Ad fontas“ (Zurück zu den Quellen!). Sie beschäftigten sich mit den „studia humanitatis“, d.h. den Werken der Alten. Die Erfindung des Buchdrucks, viele Reisen, starker Briefwechsel und Bibliotheksgründungen sorgten für eine rasche Verbreitung der neuen Ideen.

Herausragende Humanisten waren der Niederländer Erasmus von Rotterdam, die Deutschen Conrad Celtis und Ulrich von Hutten, der Engländer Thomas Morus. Besonders ist, dass in dieser Epoche mit dem Rückgriff auf die Antike Neues hervorgebracht wurde. Es war eine Zeit der Erfindungen (um 1450 der Buchdruck), der Entdeckung (1492 Amerika) und gesellschaftlicher Umbrüche (Reformation 1517).

Das Fortleben des Lateinischen heutzutage

Ab dem 16. Jahrhundert wurden die Volkssprachen immer wichtiger. Latein aber blieb immer eine Sprache der Kirche und politischer Verhandlungen. Bis zum 18. Jahrhundert wurden Forschungsergebnisse in den Wissenschaften auf Latein diskutiert und veröffentlicht. An Universitäten wurde die Sprache gesprochen. Heutzutage wird Latein als Schulfach unterrichtet, wird in Predigten und Enzykliken verwendet und ist die Grundlage wissenschaftlicher Fachsprachen.


Epigramm

Das Lesen und Analysieren von Versen

Im Lateinischen werden Wörter nach dem Dreisilbengesetz betont. Wenn die vorletzte Silbe lang (–) ist, wird sie betont; ist sie kurz (˘), wird bie Möglichkeit die drittletzte betont.

Eine Silbe ist lang, wenn

Zur Positionslänge kommt es im Allgemeinen nicht bei der Zusammenstellung von Mutae (stummen Verschlusslauten: b, p, d, t, g, c) und Liquidae (fließenden, beliebig lang aushaltbaren Konsonanten: l, m, n, r).

X und Z können die vorausgehende Silbe längen, weil sie aus zwei Konsonanten entstanden sind, da x aus gs oder cs (z.B. rex aus regs) und z aus ds entstanden ist. Qu wird nicht so behandelt, da es für k ähnlich wie c steht.

Das H wird kaum gesprochen, da es kein eigentlicher Buchstabe war, sondern darauf hinwies, dass der folgende Vokal mit einem stärkeren Luftstrom gesprochen werden sollte, die sogenannte Aspiration (Behauchung). Bei Konsonanten wurde eine behauchte Aussprache gekennzeichnet.

Die Römer hoben die betonten Silben wahrscheinlich durch die Aussprache in einer höheren Tonlage hervor (musikalischer Akzent). Es verlor sich bei den Römern um 400 n. Chr.

„Faustregeln“ zur Quantität der Endsilben

Vokale im Auslaut sind lang außer das „e“. Ausnahmen sind:

Konsonantisch auslautende Endungen außer „-as, -es, -os“ sind kurz. Ausnahmen sind:

Analyse eines Hexameters

Ein Hexameter besteht aus sechs Metren, die Daktylen (lang, kurz, kurz) oder Spondeen (lang, lang) sind. Die erste lange Silbe ist immer betont, was mit einem Strich (´) über dem Vokal angegeben wird.

Dabei sind im ersten bis vierten Versfuß Daktylen oder Spondeen und im fünften immer ein Daktylus. Im sechsten Versfuß kommt eine betonte lange Silbe und eine unbetonte Silbe vor, die lang oder kurz sein kann und deshalb einfach mit x angegeben wird;

Also sieht das Schema wie folgt aus:

| — υ¯υ | — υ¯υ | — υ¯υ | — υ¯υ| — υ υ| — x |

Synalöphe (Verschmelzung)

Endet ein Wort mit einem Vokal und beginnt das folgende Wort ebenfalls mit einem Vokal, so verschmelzen die beiden Vokale miteinander. Dies nennt man Synalöphe. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten: die Elision und die Aphärese.

Elision („Ausstoßung“)

Der auslautende, d.h. der erste, Vokal wird unterdrückt bzw. ausgestoßen (=elidiert).
Beispiele: saep[e], ubi constiterant; cupi[o] omnia

Endet ein Wort auf -am, -um, -em, -im, so tritt ebenfalls eine Elision auf. Beispiele: quant[um] abest; imperator[em] expulerunt

Elision tritt auch auf, wenn das nachfolgende Wort mit einem „h“ beginnt, da dies nicht als Buchstabe gilt, also quasi nicht da steht. Beispiele: quant[um] hoc; imperator[em] hac via

Aphärese („Wegnahme“)

Hier fällt der anlautende (=zweite) Vokal weg. Dies ist der Fall, wenn das zweite Wort eine mit e- beginnende Form von „esse“ ist.
Beispiel: aut hoc si nimium [e]st; sata [e]st

Positionslänge

Eine Silbe mit einem Vokal ist durch Stellung bzw. Setzung positionslang, wenn auf den Vokal mehrere Konsonanten folgen. Dies gilt auch über die Wort- und Satzgrenze hinaus.
Beispiel: intellego; fidem rectumque; aetas, quae vindice nullo

Die Positionslänge kann entfallen, wenn auf einen Vokal die Kombination von Mutae (b/p; d/t; g/c) und Liquidae (l/r; m/n) folgt.
Beispiel: tenebrae; peregrinum; cogente creatis

Vorgehensweise

Zäsuren

Zäsuren sind Einschnitte, bei denen das Wortende in das Metrum fällt. Sie kommen im Hexameter vor.

Das Distichon

Ein Distichon ist ein „Zweiteiler“, der aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht. Da es häufig in der Elegie (Liebeslyrik) verwendet wurde, nennt man es auch „elegisches Distichon“. Man findet es oft in Epigrammen, z.B. sind circa 70% der martialschen Epigramme in dieser Form verfasst.

Die Form des Pentameters

Er besteht aus zwei Hälften, wobei bei jeder Hälfte der letzte Versfuß nur aus einer Silbe besteht, also unvollständig ist.

Dabei ist zu beachten, dass nur in der ersten Hälfte die Daktylen durch Spondeen ersetzt werden; die zweite bleibt unverändert. In der Mitte des Verses, wo zwei Ictus aufeinandertreffen, entsteht eine auffällige Zäsur.

Er hat folgendes Schema: — υ¯υ | — υ¯υ | — || — υυ | — υυ | x |

Zusammengefasst sieht ein Distichon also so aus:

— υ¯υ | — υ¯υ | — υ¯υ | — υ¯υ| — υ υ| — x |
— υ¯υ | — υ¯υ | — || — υυ | — υυ | x |