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Geschichte: 9. Klasse | Weimarer Republik

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Weimarer Republik

Weimarer Verfassung

Das Volk

Für Männer und Frauen gibt es ein freies, unmittelbares, geheimes, allgemeines und gleiches Wahlrecht. In Verhältniswahlen wird der Reichstag, die Länderparlamente und der Reichspräsident, gewählt. Die Bürger können Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen, indem sie Volksbegehren oder Volksentscheide einbringen. Es gibt Grundrechte, wie die Gleichstellung zwischen Mann und Frau, die Sicherung des Eigentums und die Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit.

Der Reichskanzler

Er führt mit der Reichsregierung die Geschäfte des Staates durch und wird vom Reichspräsidenten ernannt. Der Kanzler kann aber auch von diesem wieder entlassen werden, weshalb zwischen beiden eine starke Zusammenarbeit nötig ist.

Der Reichstag

Der Reichstag ist ein Element der Legislative und kontrolliert die Regierung. Er kann vom Reichspräsidenten aufgelöst werden und wird für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt.

Der Reichspräsident

Der Präsident wird direkt vom Volk für sieben Jahre gewählt und er ist Oberbefehlshaber der Reichswehr. Er ernennt die Reichsrichter und kann nach Art. 53 den Reichskanzler ernennen und entlassen. Nach Art. 25 hat er das Recht den Reichstag aufzulösen. Mit den sogenannten „Notverordnungen“ kann er die Grundrechte der Bürger einschränken und ohne die Regierung entscheiden. Dies wurde eingerichtet, um einen „Ersatzkaiser“ zu haben.

Der Reichsrat

Der Rat hat ein Einspruchsrecht bei der Gesetzgebung und bildet die Vertretung der einzelnen Länder.

Die Parteien in der Weimarer Republik

Linksorientierte Parteien

Die KPD war kommunistisch eingestellt und wollte die Abschaffung des kapitalistischen Bürgertums erreichen. Wähler waren vor allem die Arbeiter, die Arbeitslosen und auch Intellektuelle.

Die USPD wollte eine Räterepublik aufbauen und hatte dieselben Ziele wie die KPD.

Konservativ eingestellte Parteien

Die SPD war/ist eine Arbeiterpartei, die sich stark für die Demokratie einsetzte und deren Wähler vor allem aus der Arbeiterschicht kamen. Sie kann als eine Partei von der Ausrichtung Mitte-links angesehen werden.

Die DDP unterstützte ebenfalls die Demokratie und setzte sich für eine liberale Wirtschaftsordnung ein, weshalb das liberale Bürgertum das Wählerbild prägte.

Die Zentrumspartei war Unterstützer der Republik und vertrat die Interessen der Katholiken, die neben den einfachen Leuten die Wähler waren. Sie wird als konservativ eingestuft.

Rechtsorientierte Parteien

Die DVP war föderalistisch geprägt und wollte einen Machtstaat. Sie hatte eine starke außenpolitische Vertretung und ehemalige Soldaten, Adelige und die besitzende Klasse waren die Wähler.

Die DNVP hatte als Ziel die Wiedererrichtung des Kaisertums und ehemalige Generäle und Soldaten wählten diese Partei.

Die Parteien, die links- oder rechtsorientiert waren, versuchten als gemeinsames Ziel, die Republik abzuschaffen und den Staat nach ihren Vorstellungen zu verändern.

Der Friedensvertrag von Versailles

Friedensziele der einzelnen Staaten

Frankreich erhob den Anspruch auf das Gebiet von Elsass-Lothringen und die Sicherheit gegenüber Deutschland, indem dieser Staat wirtschaftlich und militärisch geschwächt wird.

In Großbritannien wollte man, dass ein Gleichgewicht der Macht in Europa erreicht wird, um so den Frieden zu wahren. Außerdem wollten sie verhindern, noch mehr Macht zu verlieren, was sie durch die deutschen Kolonien erlitten hatte.

Die Vereinigten Staaten wollten, dass ein Völkerbund gegründet wird, der bei internationalen Konflikten zwischen den einzelnen Ländern vermittelt. Außerdem setzten sie sich für einen gerechten Ausgleich zwischen den Siegern und den Besiegten ein.

Deutschland trat dem Völkerbund bei, wollte eine Gleichberechtigung gegenüber den anderen Staaten und eine geachtete Stellung. Man hoffte zudem auf einen gemäßigten Frieden und einen Anschluss Deutsch-Österreichs.

Bestimmungen des Vertrags

Die Deutschen verloren die Macht über alle Kolonien und sie mussten große Gebiete im Osten abtreten. Deutschland wurde territorial stark geschwächt.

Die militärische Schwächung wurde durch eine Reduzierung des Heeres und durch eine Entmilitarisierung weiter Teile Deutschlands bewirkt.

Deutschland musste hohe Reparationen bezahlen und viele Waren und Rohstoffe liefern, was zu einer Schwächung der Wirtschaft führte.

Die Kriegsschuld wurde allein auf Deutschland bezogen, wodurch ein Gefühl der Demütigung und einer ungerechten Behandlung erweckt wurde.

Die deutschen Hoffnungen erfüllten sich bei den Verhandlungen nicht und die Beschlüsse wurden von Frankreich stark beeinflusst.

Außenpolitik der Weimarer Republik

1918-1923

In diesem Zeitraum war die Revisionspolitik vorherrschend, indem der Versailler Vertrag revidiert wurde. Dafür kam es zu aktiven und passiven Widerständen, wie dem Ruhrkampf. Nachdem es zu Lieferproblemen der Reparationen kam, marschierten französisch-belgische Truppen in das Ruhrgebiet ein. Die Bevölkerung war nicht einverstanden und sabotierte unter anderem die Arbeiten, indem sie zum Beispiel Eisenbahnlinien sprengten.

1923-1929

Von 1923 bis 1929 versuchte man die Reparationsfrage zu lösen, den Schutz der im Osten lebenden Deutschen zu sichern, die Ostgebiete zurückzugewinnen und die Isolation Deutschlands durch die anderen Staaten aufzulösen, indem man eine Zusammenarbeit auf friedlicher und vertrauensvoller Basis begann und eine Gleichordnung der Staaten einführte.

Dadurch wurde erreicht, dass 1925 der Pakt von Locarno unterzeichnet wurde, man auf eine Änderung der Grenzen zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich und auf Elsass-Lothringen verzichtete, wodurch die Realpolitik eingeleitet wurde. Frankreich verlangte dafür nicht mehr die Gebiete links des Rheins. Es wurde kein Angriffskrieg in Erwägung gezogen und durch den Dawes-Plan und Young-Plan kam es zu einer Neuregelung der Reparationen mit Kreditzusagen der USA. Deutschland wurde in den Völkerbund aufgenommen und erlangte so eine Gleichberechtigung mit anderen Staaten. Gustav Stresemann erhielt für seine Bemühungen außerdem den Friedensnobelpreis.

Das Jahr 1923

Inflation

1923 kam es zu einer massiven Geldentwertung, da die Kosten des ersten Weltkriegs sehr hoch waren und deshalb das Geld während dieser Zeit vermehrt wurde und die Reparationszahlungen an die anderen Staaten und der Ruhrkampf die Wirtschaft schwächten. Man sah eine Währungsreform als einzige Lösung und führte die „Rentenmark“ ein. Dennoch verlor ein großer Teil der Bevölkerung die Loyalität gegenüber der noch jungen Demokratie.

Hitlerputsch

1921 stieg Adolf Hitler zum Vorsitzenden der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) auf. Die bayerische Regierung war während der Weimarer Republik zudem ein Zufluchtsort für Rechtsextreme. Hitler wollte nach dem Ruhrkampf eine Diktatur durch den „Marsch nach Berlin“ nach dem Vorbild Mussolinis, der einen „Marsch nach Rom“ vollzog und so eine Diktatur in Italien aufbaute, errichten.

Am 8. November 1923 verkündete Hitler die Revolution und die Absetzung der Regierung im Münchner Bürgerbräukeller. Am Tag darauf zwingen Hitler und seine Mitstreiter die Regierungsvertreter zum Abtritt. Die Polizei löste die Demonstration mit Waffengewalt an der Feldherrnhalle auf und es wurden 16 Menschen getötet und Hitler sowie Ludendorff wurden verhaftet. Trotz Hochverrats wurden sie zu neun Monaten Festungshaft verurteilt.

Blütezeit Weimarer Republik 1924-1929

Die Kultur der Weimarer Republik wurde durch zahlreiche Aspekte beeinflusst. So ermöglichten technische Neuerungen unter anderem die Ausweitung des Verkehrs. Es wurden Autobahnen gebaut und die Luftfahrtindustrie wurde wichtiger; die Lufthansa wurde gegründet. Durch die verbesserten Transportmöglichkeiten wurde der Dienstleistungssektor ausgebaut. Außerdem wurde das Fließband erfunden, was zu einer erhöhten Produktivität in der Industrie führte.

Frauen erhielten das Wahlrecht und konnten selbst wählen, ob oder was sie studieren oder arbeiten wollten. Es entstand ein neues Frauenbild, was sich auch durch die neuen Haar- und Kleidertrends äußerte.

Es entstand eine Massenkultur, die durch Medien stark beeinflusst wurde. Das Radio wurde kostengünstiger und es gab neue Kinos mit Filmen mit damals moderner Technik. Große Sportveranstaltungen wurden zu Treffpunkten in der Bevölkerung.

In der Musik wurden das Kabarett und die Zwölf-Ton-Musik eingeführt. In der Architektur läutete das Zeitalter des „Bauhaus“, der auf Sachlichkeit und Nüchternheit Wert legte, was im Gegensatz zum Kaiserreich stand, in dem sehr viel verziert wurde. In der Malerei gab es die Strömungen Surrealismus, Dadaismus und Expressionismus.

Zwischen 1919 und 1933 gingen ein Drittel aller Nobelpreise an deutsche Wissenschaftler. In der Physik waren Albert Einstein und Max Planck bedeutende Forscher und weitere wichtige Themengebiete waren die Medizin, die Chemie und die Literatur unter anderem mit dem Vertreter Thomas Mann.

Ende der Weimarer Republik

Das Jahr 1929

Am 24. Oktober 1929 kam es zum „Schwarzen Freitag“, als es in New York zu einem Börsencrash kam. Dies hatte eine Weltwirtschaftskrise zur Folge. Deutschland erhielt daraufhin keine Kredite aus den USA mehr, die Produktion sank stark, zahlreiche Banken und Firmen wurden pleite und es kam zu einer Massenarbeitslosigkeit, bei der jeder dritte keine Stelle hatte. Da die Regierung sich über das weitere Vorgehen nicht einig war, brach diese schließlich auseinander und die Staatskrise weitete sich aus.

Die Wirtschaftskrise führte zum Zerbrechen der Koalition und die radikalen Parteien gewannen mehr Zuspruch bei den Wählern. die NSDAP und KPD gewannen die Wahlen und der Reichstag wurde beschlussunfähig. Reichspräsident Hindenburg ernannte und entließ zudem zahlreiche Präsidialregierungen unter Brüning, Papen und Schleicher. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt, was der Beginn seiner Machtergreifung war.

Am gleichen Tag kam es zum Reichstagsbrand, wofür die Kommunisten verantwortlich gemacht wurden und Hitler erließ die Notverordnungen, was die Aufhebung der Grundrechte zur Folge hatte. Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 ging die Gesetzgebung vom Reichstag nur auf die Regierung über; somit wurde die Gewaltenteilung aufgehoben.

Für dieses Gesetz waren aber 67% der Stimmen des Reichstags nötig. Die NSDAP stimmte mit dem Argument des Schutzes vor den Kommunismus dafür. Die SPD stimmte dagegen, da die Anhänger verfolgt wurden und sie befürchteten den Verlust des Rechtsstaats. Die bürgerlichen Parteien wie die DStP (DDP), DNVP und die Zentrumspartei sahen darin eine Notwendigkeit, wobei sie hofften, dass Hitler gemäßigt werden würde. Sie vertrauten zudem auf Hindenburg und ein baldiges Ende dieses Gesetzes. Außerdem wurden sie durch die Verfolgung anderer Parteien eingeschüchtert.

Hitlers Weg zur Diktatur

Im März 1933 wurde das Gesetz zur Auflösung oder Gleichschaltung der Länder im Deutschen Reich erlassen. Im April wurden alle Gewerkschaften verboten und dafür die DAF (Deutsche Arbeitsfront) gegründet. In den Beamtenberufen kam es zu Entlassungen von Personen, die gegen die Regierung waren oder Nicht-Arier oder Juden waren. Im August wurden alle Parteien bis auf die NSDAP verboten, wodurch ein Einparteienstaat entstand, wo diese jegliche Macht besaß. Zeitgleich wurden die Presse, der Rundfunk und die Filme zensiert oder vom Staat überwacht und es kam zu Entlassungen bei Regimegegnern.

Im August 1934 ereignete sich der „Röhmputsch“, bei dem circa 200 ranghohe Politiker, Gegner und andere Gefährder der Diktatur von staatlicher Hand ermordet wurden. Es wurde hierfür das „Gesetz zur Staatsnotwehr“ erlassen, indem diese Tötungen als rechtens angesehen wurden. Ebenfalls im August starb Reichspräsident Hindenburg, wodurch Hitler in die Lage kam, das Amt des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers zusammenzulegen. Diese Handlung wurde durch einen Volksentscheid akzeptiert. Damit erlangte Hitler die alleinige Macht im Staat und durch die Maßnahmen der anderen Lebensbereiche kam es auch zu einer Gleichschaltung in der Kultur. Das Leben wurde zentral von der Regierung gesteuert.

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