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Geschichte: 7. Klasse | Neue geistige und räumliche Horizonte

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Neue geistige und räumliche Horizonte

Die Pest – der schwarze Tod

Segler brachten 1347 die Pest nach Messina, Sizilien, wo es sich über ganz Europa verbreitete und schon 1348 London und Russland erreichte. Durch die Pest starben 25 Millionen Menschen, was 40% der damaligen Bevölkerung entsprach.

Dabei gab es die Beulen- und Lungenpest; hatte man die Beulenpest, so starb man sicher in den nächsten Tagen. Da Ärzte nicht wussten, wie die Krankheit entstand, konnten sie nichts gegen sie unternehmen. In Spanien, Frankreich und Deutschland wurden die Juden beschuldigt, die Brunnen vergiftet zu haben, da sie meist keine Pest hatte; dies lag daran, dass sie einfache Hygieneregeln befolgten, wie das Abkochen ihres Trinkwassers. Andere behaupteten, dass es eine Strafe Gottes war. Weil auf den Friedhöfen kein Platz mehr war, wurden die Leichen teils auch auf den Straßen liegen gelassen.

Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, legte man Feuer, um die Luft zu säubern. Ärzte trugen Rosmarin oder Bernstein wegen dem Duft bei sich, und die meisten aßen kein Fleisch mehr. Viele Städte bauten öffentliche Krankenhäuser, in denen Infizierte eingewiesen wurden.

An einem Tag konnte die Verbreitung bis zu 4 km betragen. 1352 verlor die Pest allmählich an Antrieb. Viele wendeten sich von der Kirche ab, da sie glaubten, dass sich Gott gegen sie gewendet hatte. Die Überlebenden feierten ausgelassen.

Zwar kehrte die Pest immer wieder nach Europa zurück, aber sie war nie so stark wie im 14. Jahrhundert. Durch die stark geschrumpfte Menge an Arbeitskräften, wurde Arbeit teurer und es existierten sogar einige Ortschaften nicht mehr.

Die Renaissance

1453 eroberten die Türken Konstantinopel, was zur Folge hatte, dass die Einwohner nach Westen fliehen. So kamen viele Wissenschaftler und Künstler nach Italien, Frankreich, etc. Sie hatten großen Einfluss auf die Kunst; Skulpturen, die Zentralperspektive und Portraits wurden nun verwendet und Architekten erbauten Kirchen und Dome mit großen Kuppeln. Die Renaissance war eingeläutet.

Als die Pest mit ihren großen Opferzahlen schwächer wurde, begann die Bevölkerung wieder zu steigen. Dadurch tauchte die Mittelklasse auf, die als Händler und Bänker arbeiteten. Die Menschen wurden reicher und konnten sich so mehr leisten als früher und interessierten sich nun mehr für Kunst und Literatur. Sie hatten außerdem mehr Zeit für sich zur Verfügung, was viele nutzten, um Sprachen und Instrumente zu lernen und um zu lesen oder andere Dinge studierten.

Das Erkunden unbekannter Gebiete wurde in der Renaissance zu einem wichtigen Aspekt. Durch die Entdeckung der Seeroute um Afrika konnten viele Gewürze, Seide und Kleider importiert werden. In Südamerika konnten sich neben Engländern und Portugiesen vor allem die Spanier durchsetzen und brachten große Mengen an Gold und Silber in das Heimatland.

Durch die Erfindung des Buchdrucks durch Guttenberg in 1445 konnten Bücher schneller und billiger produziert werden. Nun konnten sich mehr Menschen mit dem Lesen beschäftigen, da im Mittelalter die meisten Bücher auf Latein verfasst wurden. Dadurch stieg der Bildungsgrad in der Mittelschicht an.

Der Humanismus war eine neue Bewegung Gelehrter, die Griechisch und Latein konnten, und so die Denkweise der Antike wieder aufnahm. Für sie war Geld und Handel wichtige Ziele im Leben, was im Gegensatz zur Lehre der Kirche im Mittelalter steht.

In der Renaissance entdeckte man, dass in der Natur viele Dinge bestimmte Proportionen haben; man nannte diese „Goldene Mitte“. Diese Proportionen wurden in Gebäuden häufig umgesetzt. Die Architektur ist zudem von der Symmetrie stark geprägt.

Europäische Kolonisierung Amerikas

Um 1000 n. Chr. kamen Wikinger unter Leif Ericsson nach Amerika und nannten es „Vinland“. 1492 entdeckte Christoph Kolumbus die amerikanische Ostküste wieder. Er reiste mit den drei Schiffen St. Maria, Ninña und Pinta.

Durch die Entdeckung der „Neuen Welt“ entbrannte ein Kampf um die großen Ressourcen, vor allem zwischen Spanien und Portugal. 1494 trat durch den Papst der Vertrag von Tordesillas zwischen den beiden Staaten in Kraft, der die Welt zwischen diesen beiden Staaten aufteilte.

1497 bis 1499 entdeckte Vasco da Gama eine östliche Route nach Indien, die um das Kap der Guten Hoffnung führt. 1519 bis 1522 vollzog Fernando Magellan als erster eine komplette Weltumsegelung.

Die Europäer erobern und beuten die Neue Welt aus

Die Siedler aus Europa brachten Krankheiten, an denen viele Ureinwohner starben, da sie nicht gegen diese geschützt waren, und das Christentum nach Amerika. Von dort aus wurde Gold, Silber, Juwelen, Früchte und Gemüse nach Europa gebracht.

1519 bis 1521 eroberte Herman Cortez das Aztekenreich und 1532 bis 1533 besiegte Francisco Pizarro die Inkas in Südamerika. Dabei richteten die Europäer große Massaker an. Es gab aber auch Kritiker über die Politik mit Südamerika. So verurteilte Bartolomeo de Las Casas das harte Behandeln mit den Indios.

Die Reformation

Die Kirche war im Mittelalter und der frühen Neuzeit der wichtigste Bezugspunkt im Leben der Menschen. Der wichtigste Tag in der Woche war der Sonntag, das Jahr wurde nach den christlichen Feiertagen ausgerichtet (Ostern, Weihnachten, etc.), den Kindern wurden ausschließlich christliche Namen gegeben (z.B. Martin, Georg, Maria) und die sieben Sakramente wurden gefeiert.

Ganz Europa wurde durch christliche Einflüsse stark geprägt und Menschen pilgerten und spendeten der Kirche Geld, obwohl sie selbst kaum Geld hatten. Dies nutzte die Kirche aus und versuchte ihre Macht stetig zu vergrößern.

Dafür wurde die Kirche von John Wycliff und Jan Hus kritisiert. Hierfür wurden sie hingerichtet.

Martin Luther

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben, Sachsen, geboren und starb am 18. Februar 1546 ebenfalls in Eisleben. Er war Theologe und Priester, war aber dennoch mit Katharina von Bora, einer Nonne, verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte (Hans, Elizabeth, Magdalena, Martin, Paul, Magarethe). Seine Eltern hießen Hans und Magarethe.

Luthers Karriere während der Reformation

Der Bauernkrieg

Der Bauernkrieg dauerte in Deutschland von 1524 bis 1525. Ihm gingen im Mittelalter die Bauernrevolten „Armer Konrad“ und die „Bundschuhbewegung“ voraus.

Die erste Revolte fand in Stühlingen am 23. Juni 1524 statt. 1525 forderte eine Gruppe von bis zu 30.000 Bauern Rechte; ihre Herren versprachen Reformen. Im März 1525 verfasste Sebastian Schulz die 12 Artikel und es kam zu Revolten in Städten. Im Mai und Juni 1525 kam es zu Kämpfen bei Böblingen, Frankenhausen und Königshofen. Bei diesen wurden die Bauern niedergeschlagen. Die Fürsten bestraften die Aufständischen mit Hinrichtungen und Foltern; im Osten wurden außerdem höhere Steuern erhoben.

Die Ausbreitung der Reformation

1521 wurde das Wormser Edikt erlassen, in dem beschlossen wurde, dass Martin Luther ein Vogelfreier ist und dass seine Werke verbrannt werden sollten. Kaiser Karl V. wollte zudem die katholische Kirche vor Ketzern schützen.

1526 gewährt der Reichstag den Reichsständen das Recht seine selbst gewählte Religion frei auszuüben. Damit ist das Wormser Edikt aufgehoben.

1529 entschied ein anderer Reichstag, dass die Bestimmungen des Wormser Edikts zu befolgen sind.

1530 konnte beim Reichstag zu Augsburg keine Einigung gefunden werden, was zum Schmalkaldischen Krieg, der 1546/47 ausgetragen wurde, führte. In diesem kämpfte Karl V., der auf der Seite der Katholiken stand, gegen die protestantischen Landesfürsten und Städte. Den Krieg gewannen die Protestanten.

1555 kam es zum religiösem Frieden in Augsburg. Dabei galt der Leitspruch „Cuius regio, eius religio“ („Wessen Herrschaft, dessen Religion“). Das bedeutet, dass die Landesherren selbst entscheiden konnten, welche Konfession sie übernehmen, und dass die Untertanen seine Konfession übernehmen mussten. Sie hatten jedoch das Recht, das Gebiet zu verlassen, wenn sie nicht der Konfession beitreten wollten.

Der 30jährige Krieg (1618-1648)

Der religiöse Frieden führte zur Protestantischen Union in 1608 und der Katholischen Liga in 1609. Ferdinand II. stoppte das Recht der Religionsfreiheit in Böhmen, was 1618 zum Prager Fenstersturz führte. Die Defenestration stellte den Anfang des 30jährigen Krieges dar.

Der 30jährige Krieg ist in vier kleinere Kriege gegliedert:

Im 30jährigen Krieg wurden insgesamt circ 40 % der deutschen Bevölkerung getötet. Am Ende stand der Westfälische Frieden. Er gilt als Begründung des modernen Völkerrechts. Nach dem Krieg wurde die Zeit des Absolutismus eingeläutet.

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