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Lexikon: Theorien in der Entwicklungspsychologie

In der Geschichte der Entwicklungspsychologie hat sich das Bild, unter welchen Umständen sich der Mensch entwickelt, immer wieder gewandelt. Im folgenden sollen die endogenistische sowie exogenistische Theorie und der Konstruktivismus in Kürze dargestellt werden. Dabei handelt es sich aber nicht um eine abschließende Darstellung.

Endogenistische Theorie

Die endogenistische Theorie, auch als Nativismus bezeichnet, besagt, dass die Entwicklung eines Menschen grundsätzlich in seiner Gänze von den in den Genen gespeicherten Plänen abläuft. Der Mensch kann zwar auch über äußere Reize beeinflusst werden. Jedoch ist er nur in bestimmten, sensiblen Phasen dafür zugänglich. Erfolgt ein Reiz außerhalb dieser Phase, erfolgt keine Beeinflussung.

Exogenistische Theorie

Demgegenüber steht die exogenistische Theorie, auch Milieutheorie genannt. Sie stellt das Negativ zum Nativismus dar: Die menschliche Entwicklung beruht allein auf dem Einfluss äußerer Reize. Dadurch könnte jeder Mensch, wenn er von Anfang an richtig kondentioniert würde, in ein bestimmtes Verhalten „gezwängt“ werden.

Auf dem Prinzip der Milieutheorie fußt der „Pawlowsche Hund“. Bei diesem Experiment wurde immer eine Glocke geläutet, bevor man einem Hund das Futter gegeben hat. Klingelte man nach einiger Zeit, ohne Futter zu geben, zeigten sich dennoch Zeichen einer erwarteten Fütterung. Einen solchen Behaviourismus kennt man aber nicht beim Menschen.

Konstruktivismus

Der vom Psychologen Jean Piaget vertretene Konstruktivismus kann als eine Brücke zwischen der endogenistischen und exogenistischen Theorie aufgefasst werden. Der Mensch konstruiert seine Umwelt selbst durch eine Akkommodation und Assimilation.

Bei der Akkommodation werden die inneren Strukturen an äußere Reize angepasst. Hat ein Kleinkind zum Beispiel gelernt, dass es seine Spielsachen mit einer Greifbewegung aufheben kann, wird es das auch bei Wasser probieren. Nach nicht erfolgreichen Versuchen wird das Kind aber eine „Schöpfhand“ bilden.

Die Assimilation dagegen zeichnet sich durch eine Anpassung der äußeren Reize an die inneren Strukturen aus. Sieht das Kind ein kleines Tier, das miaut, lernt es, dass das eine Katze ist. Sieht es dann ein anderes Tier und lernt, dass dies auch eine Katze ist, bildet sich für das Kind ein bestimmtes Schema einer Katze.

Wichtig ist, dass die Anpassungsformen nicht zu einseitig verlaufen dürfen: Der Mensch muss sich der Welt anpassen und der Mensch muss die Welt mithilfe seiner Erfahrungen (be)greifbar machen. Eine gesunde Entwicklung sieht also aus, dass es längerfristig ein relativ konstantes Gleichgewicht zwischen Assimilation und Akkommodation gibt.

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