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Lexikon: Ludwig XIV.

Mehr Macht für den König

Nach dem Schrecken der Glaubenskriege in Europa während des 17. Jahrhunderts wünschten sich viele Menschen, dass der Monarch mehr Macht erhielt. In Frankreich begann dies mit Franz I., der dies zulasten des Klerus und des Adels erreichte. Im 15. Jahrhunderte befriedete Heinrich IV. Frankreich mit dem „Edikt von Nantes“, das den Protestanten (Hugenotten) Sicherheit und freie Religionsausübung gewährte.

Kardinal Jules Mazarin, der seit 1642 Minister und faktisch dem König ebenbürtig war, unterrichtete den späteren König Ludwig XIV (1638-1715). Der Geistliche unterdrückte Aufstände und nachdem er die letzte aufständische Gruppe niedergeschlagen hatte, konnte er den Staat nach seinen formen.

Ausweitung der Macht

Als 1661 Mazarin starb, übernahm Ludwig seinen Posten und konnte so alleine herrschen. Er verbot über ihn etwas Negatives zu sagen und selbst die Parlamentarier mussten sich daran halten. Desweiteren wurde ein neues System der Verwaltung eingeführt, wodurch die Adligen nahezu komplett ihre Macht verloren. Sie wurden durch Intendanten ersetzt, die aus dem Dritten Stand von Ludwig für eine gewisse Zeit bestimmt wurden. Dadurch wurden sie von ihm abhängig.

Er war auch davon überzeugt, dass er von Gott gesegnet sei und dass er die gesamte Nation verkörere. Jede Person in Frankreich war nur ein Individuum, um ihm zu dienen.

Finanzielle Schwierigkeiten

Ludwig XIV. hatte trotz allem finanzielle Probleme und musste sich von den reichen Bürgern Geld leihen. Diese erhielten im Gegenzug gewisse Privilegien und Monopole. Er bot den Menschen auch an, sich „in die Verwaltung zu kaufen“. Ludwig verlieh auch das Recht Steuern und Zölle einzutreiben.

Mithilfe seinen Ministers Jean Baptiste Colbert baute er die Wirtschaft um, damit der Staat mehr Einnahmen erhält.

Die drei Stände

Die neue Verwaltung

Zu den drei Ständen gehörten der Klerus, der Adel und der Dritte Stand, der wiederum meist aus Bauern und den in den Städten lebenden Bürgern bestand. Diese drei Gruppierungen hatten unter Ludwig XIV. kein Mitspracherecht in der Politik. Da er sich auch als von Gott gesegnet sah, musste er sich selbst nicht an die von ihm gemachten Gesetze halten und hatte so eine uneingeschränkte Macht.

Durch das Zentralisieren der öffentlichen Verwaltung verlor der Adel an Macht. Zusätzlich wurden die alten Provinzen aufgelöst und durch neue ersetzt, in denen Bürger „herrschten“, die aus anderen Gebieten kamen und von Ludwig eingesetzt wurden. Nach einer gewissen Zeit bekamen sie auch die Kontrolle über ein anderes Gebiet und jemand anderes übernahm ihr Gebiet. Die Ständegesellschaft blieb jedoch bestehen.

Ludwig XIV. vertrat als katholischer König den Grundsatz „ein König, ein Gesetz, ein Glaube“ (un roi, un loi, un foi). Ab 1680 begann wieder die Verfolgung der Hugenotten und nachdem er das Edikt von Nantes revidiert hatte, verließen circa 300000 Protestanten das Land, was einen starken wirtschaftlichen Schaden zur Folge hatte.

Der Klerus

Die Geistlichen übernahmen auch Teile der Administration und mussten kaum Steuern zahlen. Alle fünf Jahre besprach eine gewählte Delegation mit dem König wichtige Fragen der Kirche. Der Klerus war unterteilt in den hohen Klerus, der vom König bestimmt wurde, und in den niedrigen Klerus, der meist arm und schlecht geschult war. Zusammen hatten sie einen Anteil von unter 1%.

Der Adel

Die Adeligen bekamen ihren Titel durch Erbe, durch den König oder durch besondere Dienste. Sie mussten kaum Steuern zahlen und verdienten ihr Geld durch das Land, das sie besaßen. Sie handelten nicht, da es ihrem Stand nicht entspräche. Sie konnten aber auch keinen Beruf in der Verwaltung erhalten, da sie keine Ausbildung darin hatte.

Der hohe Adel verlor unter Ludwig XIV. großen Einfluss, was jener aber durch das Wohnen am Hofe in Versailles, auszugleichen versuchte. Der niedrige Adel war abhängig von der Wirtschaft und von den Ernten und obwohl die finanzielle Lage schwierig war, behielten sie ihre Privilegien. Adelig waren rund 2% der Bevölkerung.

Der Dritte Stand

Der dritte Stand beinhaltete Bauern bis Händler und so gab es in dieser Gruppe sehr starke Differenzen. Die meisten Menschen lebten auf dem Land und waren Bauern, aber nur reichere konnten relativ gut leben. Für den Rest war das Leben sehr anstrengend, da viele Belastungen wie Steuern, Pflichten, Jagd- und Fischerei-Rechte und Kriege die Versorgung stark belasteten. Der niedrigste Stand war mit 97% die am meisten vertretene Gruppe.

Merkantilismus

Als Ludwig an die Macht kam, war das Geld für die nächsten drei Jahre schon ausgegeben worden, weshalb er neues Geld benötigte. Sein Finanzminister Jean Baptiste Colbert (1619-1683) führte ein System ein, das schon in England und in den Niederlanden verbreitet war. Dennoch gilt er als Erfinder, da dadurch Frankreichs Wirtschaft stark wuchs.

Staatsintervention

Der König benötigte für seine Lebensführung, seine Paläste, seine Armee und seine Kriege viel Geld. Da die Steuern nicht erhöht werden konnten, unterstützte der Staat die Manufakturen mit Steuergelder, damit diese billig produzieren konnten. Außerdem wurde die Arbeitsteilung eingeführt. Colbert versuchte eine positive Handelsbilanz zu schaffen, indem er

Das System funktionierte gut und so konnte die Produktion erhöht werden. Dadurch nahm der Handel stark zu und die Händler verdienten viel Geld. Das investierte Geld wurde mit Zinsen auch dem Staat zurückgeführt. Viele Handwerker aber mussten ihre Werkstätten schließen, da sie im Wettbewerb mit den Manufakturen nicht mithalten konnten und viele Bauern wurden noch ärmer, weil sie ihre Waren zu niedrigen Preisen verkaufen mussten.

Ludwigs Kriege

Vorbereitungen

Ludwig XIV. versuchte eine Hegemonie Frankreichs in Europa aufzubauen, was viele Kriege mit sich brachte. Er befürchtete auch, dass das Geschlecht der Habsburger sein Land umringen könnte. Deshalb formierte eine gut strukturierte stehende Armee, die zusammen ausgebildet wurde. Dadurch waren sie den Söldnern überlegen. Außerdem traten viele Menschen in die Armee wegen der schlechten Wirtschaftslage ein. An den nördlichen und südlichen Grenzen wurden zusätzlich über 300 Festungen gebaut.

Die Kriege um die Hegemonie

Ludwigs erstes Ziel war es, das Land links bzw. westlich des Rheins in Frankreich zu integrieren. Er musste so gegen das Heilige Römische Reich, Holland und Spanische Niederlande. Zunächst war Frankreich erfolgreich, aber die anderen Staaten vereinten sich gegen das Land, um das Gleichgewicht in Europa aufrechtzuerhalten.

Der König ließ Diplomaten und Juristen nach alten Dokumenten suchen, die beweissen sollten, dass Elsass früher französisches Gebiet war und er so ein Anrecht darauf hat. Außerdem nutzte er aus, dass das Heilige Römische Reich in einem Krieg gegen die Türken war und so wurde Elsass mit Frankreich vereint.

Im Namen seiner Schwägerin Liselotte von der Pfalz nahm er am Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1703) teil und versuchte Süddeutschland zu erobern. Dabei zerstörten die Franzosen viele Städte, damit das Grenzgebiet für Frankreich nicht mehr gefährlich werden könne. Zwar verlor Frankreich diesen Krieg, aber dennoch war das Land gestärkt, da Großbritannien das Kräftegleichgewicht aufrecht erhalten wollte.

Als Ludwig XIV. 1715 starb, war Frankreich größer und stärker geworden, aber die gesamte Dauer der Kriege von 35 Jahren hinterließ Frankreich in einem finanziell sehr schlechten Zustand.

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