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Geschichte: 12. Klasse | Die USA: Von Kolonien zur globalen Supermacht

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Die USA: Von Kolonien zur globalen Supermacht

Die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen der USA

Die weißen Siedler

Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert entstanden an der Ostküste Nordamerikas englische Kolonien, die Großbritannien mit Rohstoffen versorgen und englische Produkte abnehmen sollten. Die aus ganz Europa kommenden Siedler kamen nicht nur aus wirtschaftlichen Interessen; viele kamen auch aus religiösen Gründen oder aufgrund politischer Verfolgung.

Aufgrund dieser Vielfalt unterschiedlicher Erfahrungen und Lebensweisen entstand früh eine Toleranz gegenüber den anderen und zu einer Trennung zwischen Kirche und Staat, die es so in Europa nicht gab. Es entwickelten sich zudem politische Freiheiten und rechtsstaatliche Prinzipien. Durch die Volksvertretungen („assemblies“) konnten die Kolonien zudem an der (Steuer)Gesetzgebung teilhaben.

Mit der Zeit empfanden sich die 13 Kolonien als eine Gemeinschaft. Insbesondere unter den Protestanten entstand zudem ein Sendungsbewusstsein: Sie seien Gottes Gehilfen bei der Schaffung eines neuen Jerusalems auf amerikanischem Boden; dieses Denken ist auch in der heutigen amerikanischen Gesellschaft teilweise anzutreffen.

Die Indianer

Sofern den weißen Siedlern – insbesondere den Protestanten – die Freiheiten aus der Magna Carta Libertatum (1215) und der Bill of Rights (1689) sowie Bildung und Wohlstand zugutekamen, kann man dies von den Ureinwohnern Nordamerikas nicht behaupten. Während zunächst die meisten Kontakte zwischen den Europäern und den Indianern friedlich verlief und ein steter Handel getrieben wurde, verschärfte sich mit der Zeit die Situation.

Die Siedler kauften das für die Landwirtschaft benötigte Land den Indianern ab; diese kannten aber nicht die europäische Betrachtungsweise von Eigentum, insbesondere nicht das Konzept eines Landkaufs. Dies führte dazu, dass es zu Vertragsbrüchen kam, die häufig in blutigen Kämpfen mündeten. Die unterlegenen Indianer wurden infolge dessen häufig vertrieben oder getötet.

In Gebieten, in denen jedoch die Siedler und Ureinwohner zusammenlebten, nahmen diese häufig die europäische Kultur an. Zusammen mit der Vertreibung und dem Tod durch Hunger oder Kampf führte das dazu, dass die indianische Kultur zerstört wurde. Dies lässt sich auch den Bevölkerungszahlen ablesen: Gab es vor den ersten Siedlern ungefähr eine Millionen Indianer lebten 1900 in den für die Indianer ausgewiesenen „Reservaten“ nur noch 200.000 Ureinwohner, wo auch heute noch viele in Armut leben.

Die Afroamerikaner

In der Unabhängigkeitserklärung von 1776 wurde allen Staatsbürgern eine Gleichheit vor dem Gesetz gewährleistet. Dennoch wurde dies nicht umgesetzt; am Anfang galten die Bürgerrechte nur für weiße, protestantische Männer. Die Geschichte der Afroamerikaner in Nordamerika begann auch mit dem Sklavenhandel. So gab es 1810 bereits 1,2 Millionen schwarze Sklaven, die zumeist im Süden auf den Baumwollplantagen arbeiten mussten.

Im Norden war die Sklaverei aufgrund einer stärkeren Industrialisierung nicht notwendig war und wurde mit der Zeit abgeschafft. Der Süden war jedoch wegen seiner Agrarwirtschaft auf diese angewiesen. Der Streit um die Sklaverei sowie andere Gründe führten schließlich unter Präsident Abraham Lincoln zum amerikanischen Bürgerkrieg (1860-1865). Der Süden verlor den Krieg und die Sklaverei wurde abgeschafft.

Die soziale Situation für die Afroamerikaner wurde dadurch aber nicht zwangsläufig besser. Vor allem im Süden gab es weiterhin eine strikte Segregation (Rassentrennung), was vom Supreme Court 1896 erlaubt und erst 1954 – jedoch nur in öffentlichen Schulen – verboten wurde. Um diese Ungleichheit zu bekämpfen, versuchte die afroamerikanische Gemeinschaft sich mit eigenen Kirchen und Bildungseinrichtungen selbst zu helfen.

Ab den 1950er-Jahren versuchte die Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) um Martin Luther King Jr. (1929-1968) mit gewaltfreien Mitteln eine Gleichberechtigung zu erzielen. 1963 kam es zum Marsch auf Washington mit 200.000 Beteiligten. Unter John F. Kennedy wurden daraufhin Maßnahmen erlassen, unter anderem das Bürgerrechtsgesetz (Civil Rights Act, 1964), das jegliche Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe verbot. Die erhofften Wirkungen wurden jedoch nicht erzielt, wodurch es zwischen 1965 und 1968 zu Ausschreitungen kam, bei denen auch Martin Luther King ermordet wurde. In den 1970er-Jahren nahm der gewaltfreie Protest wieder zu. Eine Gleichberechtigung oder eine Abkehr vom in der Gesellschaft vorhandenen Rassismus ist aber nach der Präsidentschaft von Barack Obama nicht in Sicht.

Unabhängigkeitskampf gegen England und Frontier-Bewegung

Entfremdung zwischen Kolonien und England

Seit ungefähr 1750 distanzierten sich die Kolonien zunehmend vom englischen Mutterland. Deutlich wurde dies insbesondere nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763). In diesem kämpfte England gegen Frankreich um Kanada. Nach dem Sieg musste England seine Macht sichern, was aufgrund der ohnehin schlechten Finanzlage England besonders schwer belastete. Daher sollten in den Kolonien neue Steuern erhoben werden. Das Problem dabei waren jedoch nicht die neuen Steuern, sondern dass die Kolonien hierbei nicht mitentscheiden durften (Stempelsteuerkongress 1765: „no taxation without representation“). Zwar zog Großbritannien einige Gesetze wieder zurück, die Entfremdung war aber deutlich geworden.

Bruch mit England

Nach der „Boston Tea Party“ am 16. Dezember 1773, bei der von amerikanischen Siedlern als Protest gegen die englischen Steuern Tee ins Meer gekippt worden war, erließ England Strafgesetze gegen Massachusetts. 1774 versammelten sich Vertreter der Kolonien zum Kontinentalkongress, auf dem sie einen Boykott der britischen Güter vereinbarten.

England wollte 1775 die Anstifter der Boston Tea Party verhaften. Bewaffnete Kolonisten wollten dies verhindern und kämpften erfolgreich gegen die englischen Soldaten bei Lexington. Damit begann der offene Krieg, der monetäre Interessen und Grundsatzfragen von Recht und Verfassung umfasste.

Im gleichen Jahr noch wurde George Washington (1732-1799) zum Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen ernannt. Die Kolonisten beriefen sich auf ihr Widerstandsrecht, wie es John Locke beschrieben hatte. 1776 war schließlich ein Großteil der Bevölkerung für die Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien, was auch dem Publizisten Thomas Paine (1737-1809) zu verdanken ist („Common Sense“).

Die demokratische Verfassung

Am 4. Juli 1776 wurden die amerikanischen Kolonien mit der Unabhängigkeitserklärung unabhängig von England. Erst 1783 erkannte London im Friedensvertrag die Vereinigten Staaten an. Die Unabhängigkeitserklärung beruhte auf dem Denken der europäischen Aufklärung und erhielt daher auch einen Grundrechte-Katalog. Bereits im Juni 1776 wurde jedoch mit der Virginia Bill of Rights die erste Verfassung nach moderner Auffassung auf amerikanischem Boden verkündet.

1781 arbeitete der Kongress die „Articles of Confederation“ heraus; sie war die erste Verfassung der USA. Dadurch wurde aus den einzelnen Kolonien ein Staatenbund gebildet. Es zeigte sich jedoch schnell, dass dieser faktisch kaum handlungsfähig war. Schließlich wurde im September 1787 eine neue Verfassung verkündet. Dem ging ein Streit über die grundsätzliche Ausformung der vertikalen Gewaltenteilung voraus: Während die Föderalisten eine starke Zentralregierung anstrebten, wollten die Republikaner möglichst starke Einzelstaaten und eine relativ schwache Bundesgewalt. Die Verfassung fand hierfür einen Kompromiss.

Der Zug nach Westen

Mit den neuen Verfassungen und der Unabhängigkeitserklärung waren die ehemaligen Kolonisten zwar formal Amerikaner. Die Ausprägung einer US-amerikanischen Nationalidentität bildete sich aber erst mit der Vergrößerung der des Staatsgebiets. Bis 1783 erstreckten sich die Vereinigten Staaten von der Ostküste bis zum Mississippi, 1890 war auch die Pazifikküste amerikanisches Territorium. Lebten in einem Gebiet mindestens 60.000 Männer, wurde es als Bundesstaat in die Union aufgenommen, wobei die Landnahme nicht immer friedlich durchgeführt wurde.

Grundlagen des amerikanischen Selbstverständnisses

Das amerikanische Selbstverständnis beruht auf drei Säulen. Der „Spirit of the Frontier“ des 19. Jahrhunderts bezog sich nie auf eine feste Grenze; vielmehr sollte damit verdeutlicht werden, dass die Siedler bei ihrer Westexpansion davon überzeugt waren, die menschliche Kultur und Zivilisation zu verbreiten.

Als nächstes Merkmal gibt es die „Manifest Destiny“. Demnach seien die Amerikaner von Gott dazu auserwählt, Nordamerika bis hin zum Pazifik zu erschließen. Dieses Auserwähltheitsbewusstsein wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch dazu verwendet, um die imperialistische Politik der USA zu rechtfertigen.

Zuletzt gibt es das republikanische Sendungsbewusstsein. Demnach seien alle Amerikaner aufgrund der gesellschaftlichen Situation frei und gleich; persönlicher Erfolg und Misserfolg beruhen ausschließlich auf dem eigenen Handeln. Dieses Denken versuchen die Vereinigten Staaten mithilfe ihrer Außenpolitik auch in andere Staaten zu übertragen.

Nicht unterschätzt werden darf auch der amerikanische Patriotismus, der tief im Alltag verwurzelt ist. So beginnt ein Schultag meist mit der Eidesformel: „Ich gelobe Treue der Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik, die sie repräsentiert, einer Nation unter Gott, mit Freiheit und Gerechtigkeit für ihn“. Die Fahne ist auch ein Zeichen der amerikanischen Geschichte: Die 13 Streifen symbolisieren die ehemaligen Kolonien, die 50 Sterne die Bundesstaaten.

Der Aufstieg der USA zur Weltmacht

Vom Isolationismus zur Weltpolitik

George Washington hatte in der Außenpolitik der Vereinigten Staaten eine „große Verhaltensregel“: Nach ihr sollen die USA mit allen Ländern Handel treiben, sich aber aus den politischen Angelegenheiten dieser heraushalten. Der Präsident James Monroe (1817-1825) hatte mit seiner sogenannten Monroe-Doktrin eine ähnliche Grundhaltung: Die Vereinigten Staaten würden sich an europäischen Konflikten nicht beteiligen, sofern die europäischen Nationen sich nicht auf dem amerikanischen Doppelkontinent betätigen.

Diese Doktrin war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Richtschnur für die Außenpolitik. Mit Beginn des Imperialismus brachen die Amerikaner aber zunehmend mit ihr. Als die USA schließlich im Jahre 1917 auf der Seite der Alliierten in den Ersten Weltkrieg eintraten, wandten sie sich offen komplett von der Monroe-Doktrin ab.

Aufstieg zur Weltwirtschaftsmacht

Diese Öffnung der Außenpolitik wurde vom Aufstieg der Vereinigten Staaten zu einer globalen Wirtschaftsmacht begleitet. Nach dem Bürgerkrieg wuchs die amerikanische Wirtschaft rasant an. Hauptantrieb waren dabei die großen Rohstoffvorkommen und die Erfindung neuer Technologien zu deren Gewinnung. Der Ausbau der Infrastruktur führte zudem zu einer Vergrößerung des Binnenmarktes. Der amerikanische Markt war auch von einem Wettbewerbsdenken und einer Investitionsbereitschaft geprägt. Dadurch nahmen die Industrieproduktion und die Bildung von „Big Business“-Unternehmen zu.

Imperialismus und Weltpolitik

In den 1880er-Jahren bauten die USA ihre Marine stark aus, um so ihre Handelsinteressen sichern zu können. In den 1890er-Jahren befürworteten zudem immer mehr Personen eine imperialistische Politik. Die Befürworter sahen darin eine Möglichkeit der Wirtschaftsförderung; zudem waren sie überzeugt davon, dass sie die Ideale der Unabhängigkeitserklärung anderen Ländern gewissermaßen exportieren könnten.

Die USA begannen, im Pazifik, Ostasien und Zentralamerika zu expandieren. 1899 wurden sie das Protektorat über Samoa, übernahmen 1898 Puerto Rico, Guam, die Philippinen und Hawaii. Im gleichen Jahr begann der Spanisch-Amerikanische Krieg aufgrund einer amerikanischen Intervention in Kuba. Neben der Unterstützung der Unabhängigkeit Kubas ging es den USA vor allem um wirtschaftliche Interessen in der Zuckerproduktion. Die Vereinigten Staaten konnten den Krieg bereits nach kurzer Zeit für sich gewinnen und der spanischen Marine erhebliche Verluste beibringen.

Die Öffentlichkeit änderte ihre Meinung zur Außenpolitik im Jahre 1898. Die USA versuchten auf den Philippinen eine Kolonie nach europäischem Vorbild zu begründen. Dadurch und durch den gegen sie geführten Guerillakrieg wurden jedoch große Mengen an militärischen und finanziellen Ressourcen gebunden. Von da an setzten die USA auf ein „Informal Empire“, bei dem eine fremde Nation durch den Handel politisch abhängig gemacht werden sollte.

Als ein großer Absatzmarkt für Güter galt China. Für die Vereinigten Staaten waren aber Zentralamerika und die Karibik ein wesentlich wichtiger Markt. Die amerikanische Wirtschaft investierte viel Geld, sodass sich die dortigen Regierungen den amerikanischen Interessen unterwarfen. Das erwirtschaftete Geld aus der Boden- und Agrarwirtschaft gelangte wieder in die USA, wodurch die Staaten klein gehalten werden konnten. Theodor Roosevelt (1901-1909) rechtfertigte 1904 diesen „Dollarimperialismus“ mit der Monroe-Doktrin und einem präventiven Interventionsrecht zugunsten der USA.

Amerikanische Außenpolitik während der Weltkriege

Die USA im Ersten Weltkrieg

Die USA waren bis 1917 neutral. Amerikanische Banken gewährten zwar Frankreich und Großbritannien, mit denen auch ein enger wirtschaftlicher Kontakt bestand, Kredite, die öffentliche Meinung stand bis 1915 einem Kriegseintritt aber ablehnend gegenüber.

Als jedoch deutsche U-Boote das Kreuzfahrtschiff „Lusitania“ versenkten und dabei auch Amerikaner starben, änderte sich die Stimmungslage. Als das Deutsche Reich versuchte Mexiko auf die Seite der Mittelmächte zu ziehen, indem es zusicherte, den Anspruch der verlorenen Gebiete seit 1848 (der gesamte Südwesten der USA) zu unterstützen, verstärkte sich die Haltung der Amerikaner nochmals. Dazu kam die deutsche Verkündung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges. Die USA erklärten schließlich den Mittelmächten den Krieg und sollten so den Kriegsausgang entscheidend beeinflussen.

Zwischen Isolationismus und Internationalismus

Woodrow Wilson (1913-1921) führte die USA in den Ersten Weltkrieg. Sein Ziel war dabei, die Demokratie zu verbreiten und Kriege zu beenden. Hierfür schuf er den Völkerbund, der ein Teil eines internationalen Sicherheitssystems sein sollte. Den Beitritt der USA hierzu lehnte der Kongress jedoch ab.

Sein Nachfolger Warren Harding kehrte zudem zurück zu den Prinzipien George Washingtons: Handel treiben, in Bezug auf andere Nationen aber nicht politisch tätig werden. Diese Zeit wird häufig auch als „Isolationismus“ bezeichnet; dabei bestand mit Europa eine enge wirtschaftliche Verknüpfung und die USA vergrößerten im Pazifik ihre wirtschaftlichen sowie politischen Einflüsse.

Der Zweite Weltkrieg

Die USA intervenierten bis 1936 in keine der europäischen oder japanischen Konflikte. Erst mit dem japanischen Einmarsch in China (1937) und dem Anschluss Österreichs durch Deutschland (1938) wurde unter Franklin D. Roosevelt der Isolationismus aufgegeben. Seitdem rüsteten die USA zunehmend das Militär auf.

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 11. Dezember 1941 erklärten die USA Japan den Krieg, woraufhin das Deutsche Reich und Italien wiederum den Vereinigten Staaten den Krieg erklärten. Wie bereits im Ersten Weltkrieg ging es den USA hier nicht nur um Wirtschafts- und Interessenpolitik, sondern auch um die Verteidigung des eigenen Landes und der Bekämpfung von Diktaturen.

Die USA im Kalten Krieg

Westliche Führungsmacht

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die USA und die Sowjetunion aufgrund ihrer gegensätzlichen Politik zu Feinden. Dieser Kalte Krieg zwischen den beiden Weltmächten dauerte bis 1990/91. Die USA wollten aber nicht mehr einen Isolationismus; stattdessen versuchten sie, in möglichst vielen Ländern die Demokratie und Marktwirtschaft zu etablieren. Im Gedanken, dass dies zu einer Befriedung der Welt führen könne, wurden 1945 auch die Vereinten Nationen gegründet.

Während des Kalten Krieges gab es auch „heiße“ Kriege. Das besondere war jedoch, dass aufgrund des atomaren Pattes eine Konfliktsituation jederzeit in einen Atomkrieg und damit in einer weltweiten Zerstörung münden konnte. Beispielhaft kann hierfür der Koreakrieg, die Kubakrise und der Vietnamkrieg herangezogen werden.

Koreakrieg

Die Halbinsel Korea war seit 1948 geteilt. Während die „Republik Korea“ im Süden eine Demokratie und den USA gewogen war, war die im Norden gelegene „Demokratische Volksrepublik Korea“ eine kommunistische Diktatur und stand daher unter dem Schutz der Sowjetunion und Chinas.

1950 griffen nordkoreanische Truppen nach Rücksprache mit der Sowjetunion Südkorea an. Unter einem UNO-Mandat schritten die USA und weitere Staaten in den Krieg ein. Während des Krieges wuchs die Gefahr einer direkten Auseinandersetzung zwischen den USA und China; der amerikanische General MacArthur erwog daraufhin den Einsatz atomarer Waffen; Präsident Truman lehnte dies jedoch ab, da er keinen dritten Weltkrieg verursachen wollte.

Am Ende der Auseinandersetzung waren circa eine Million Südkoreaner, 2,5 Millionen Nordkoreaner, eine Million Chinesen und 40.000 Amerikaner sowie Verbündete gestorben. Einen Gebietsgewinn konnte keine Partei vorweisen. Nach dem Waffenstillstand war stattdessen ein Großteil der Infrastruktur der Halbinsel zerstört und mehrere Millionen Flüchtlinge suchten im Süden Schutz.

Infolge des Koreakrieges sahen sich die Vereinigten Staaten als Verteidiger der „freien Welt“. Dafür bauten sie die größte Armee in einer Friedenszeit auf. Der Koreakrieg war zudem der erste „begrenzte Krieg“: Die USA und Sowjetunion konnten grundsätzlich ohne Gefahr einer direkten Konfrontation mit dem Feind militärisch intervenieren. Der damalige US-Außenminister schlug sogar eine „Rollback“-Politik vor, bei der die kommunistische Einflusssphäre nicht nur aufgehalten sondern verkleinert werden sollte.

Kubakrise

Seit 1950 hatte auch die Sowjetunion Atomwaffen. Mit dem Start des Satelliten „Sputnik“ im Jahre 1957 waren die Sowjetunion und die USA militärisch ebenbürtig: Beide Staaten hatten das Potenzial, das jeweils andere Land mit den eigenen Atombomben zu vernichten. Bei einem Angriff würde man aber die eigene Existenz gefährden. Dieser labile Frieden konnte nur dadurch gewahrt werden, dass der Status quo akzeptiert wurde.

Bei der Kubakrise (1962) verschärfte sich die Lage aber dramatisch: Die Sowjetunion stationierte auf der seit 1959 kommunistischen Kubainsel Mittelstreckenraketen, wodurch das gesamte US-Festland getroffen werden konnte. Die USA reagierten hierauf mit einer Mobilisierung der Streitkräfte. Kennedy forderte unter Drohung eines Angriffs zudem den Abzug der sowjetischen Truppen. Schließlich gaben beide Staaten nach: Die Sowjetunion und die USA zogen ihre Raketen von Kuba bzw. der Türkei ab.

Die Kubakrise wurde zu einem Wendepunkt im Kalten Krieg. Es war deutlich geworden, dass eine Konfrontation jederzeit zur atomaren Auslöschung führen könnte. Um das Risiko zu mindern, wurde 1963 zwischen Moskau und Washington eine direkte Nachrichtenverbindung („heißer Draht“) aufgebaut, um so bei einer möglichen Eskalation schnell kommunizieren zu können.

Vietnamkrieg

Nach dem Rückzug französischer Truppen aus Vietnam, wurde das Land 1954 geteilt. Der kommunistische Norden unterstützte die „Nationale Befreiungsfront“ (Vietcong) gegen den Süden, der von den Amerikanern militärische und wirtschaftliche Hilfe erhielt. Ab 1964 griffen die USA militärisch in den Guerillakrieg ein, konnten sich jedoch nicht behaupten. Die Truppen wurden schließlich ab 1969 abgezogen; 1973 schlossen die Vereinigten Staaten mit Nordvietnam einen Waffenstillstand. 1974 erfolgte eine nordvietnamesische Offensive, bis 1975 Südvietnam kapitulieren musste. Vietnam wurde damit im Ganzen kommunistisch.

Der Vietnamkrieg war aus Sicht der USA und der Sowjetunion eine typische Auseinandersetzung zwischen dem Ost- und Westblock. Daher unterstützten die UdSSR und China Nordvietnam mit erheblichen Hilfsgütern und -geldern, um so auch in anderen Staaten eine antikapitalistische Bewegung aufzubauen. Den USA ging es in erster Linie darum, seine Rolle als Führungsmacht und Verteidiger der freien Welt zu beweisen. Zudem versuchten sie die von Eisenhower verkündete „Domino-Theorie“ zu verhindern: Würde ein Staat kommunistisch werden, würde dies eine Kettenreaktion auslösen.

Die USA als einzig verbliebene Weltmacht

Die globale Supermacht

Die USA haben sich nach dem Zusammenbruch des Ostblocks nicht aus der internationalen Politik zurückgezogen. Zudem intervenieren sie selbst bei regionalen Konflikten mit militärischen und diplomatischen Mitteln. Aus diesem Grund werden die Vereinigten Staaten häufig auch als imperiale Macht bezeichnet. Lehnt man diesen Begriff ab, ist dennoch festzustellen, dass die USA aufgrund ihrer militärischen und wirtschaftlichen Macht, der technologischen Fortschritte und des weltweiten Kulturexports die einzige globale Supermacht sind (nach Zbigniew Brzezinski, 2002).

Interventionen auf dem Balkan

Die USA griffen auf dem Balkan nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991/92 aktiv mit dem Ziel einer friedlichen Lösung ein. Sie intervenierten 1995 im Bosnienkrieg und 1999 im Kosovo. Die USA versuchten mithilfe von NATO-Luftangriffen die Vertreibung Hunderttausender Kosovo-Albaner zu verhindern. Jene erfolgten jedoch ohne Genehmigung des UN-Sicherheitsrates. Zudem agierten die NATO-Länder das erste Mal außerhalb des Bündnisgebietes.

Bei den Einsätzen des amerikanischen Militärs stellten sich die Fragen, inwiefern man bei diesem von einer „Weltpolizei“ sprechen kann, und nach den politisch-moralischen Grundlagen der amerikanischen Außenpolitik. Kritiker äußern, dass die USA nur dort unter dem Vorwand von Menschenrechtsverletzungen intervenieren, wo sie einen geopolitischen oder wirtschaftlichen Vorteil erwarten. Zudem seien während des Kalten Krieges Diktaturen unterstützt worden, die später als Feinde angesehen wurden, sobald sie keinen politischen Nutzen mehr brachten. Eine weitere Kritik ist die Förderung des islamistischen Terrors durch die USA: So wurde die Terrorgruppe Al-Qaida nur aufgrund der Hilfe, die sie im Kampf gegen die sowjetische Besatzung von den Amerikanern erhielt, so stark.

Befreiung Kuwaits

Im August 1990 wurde Kuwait von irakischen Truppen besetzt. Im Auftrag der Vereinten Nationen griffen die USA und 26 weitere Staaten den Irak an. Neben der Befreiung Kuwaits wollten die USA eine Machtverschiebung im Nahen Osten zulasten Israels verhindern. Aufgrund ihrer technologischen Dominanz konnte die Koalition bereits nach kurzer Zeit siegen. Nach der Befreiung Kuwaits lehnte Präsident George Bush einen Angriff auf den Irak und den Sturz Saddam Husseins ab.

Kampf gegen den Terrorismus

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 war seit der Verwüstung Washingtons im Jahre 1814 der erste Angriff amerikanischen Bodens. Präsident George W. Bush verstand die Anschläge als Kriegserklärung; er erklärte daraufhin den „War on Terror“. Im September 2002 wurde die neue „Nationale Sicherheitsstrategie“ verkündet, nach der die USA Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft in der Welt verbreiten wollen. Zudem sollen „präemptive Aktionen“ durchgeführt werden: Sollte ein Staat für die USA nach deren Ansicht eine Gefahr darstellen, dürfe dieser angegriffen werden.

Im Oktober/November 2001 begann (mit einem UN-Mandat) der Krieg gegen Afghanistan, bei dem die Taliban aus dem Land vertrieben wurde. Der Aufbau einer neuen politischen Struktur und Verwaltung stellte sich aber als schwierig heraus, insbesondere da Terrormilizen versuchen, diesen Neuaufbau zu stören. Im März 2003 griffen die USA ohne UN-Mandat den Irak mit dem Vorwand an, dieser besäße Massenvernichtungswaffen. Nach drei Wochen war Saddam Hussein gestürzt; eine Befriedung des Landes setzte dadurch aber nicht ein.

Die Vorgehensweise der USA im Krieg gegen den Terror steht seit Beginn an unter heftiger Kritik. Es wird angeführt, dass der Krieg gegen den Irak ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg war. Zudem entflammte aufgrund des Einmarsches erneut die Diskussion, ob man bei den USA von einer imperialen Macht sprechen könne. Schließlich wird noch kritisiert, dass der Krieg gegen Menschenrechtsverletzungen und für eine Demokratisierung geführt worden ist. Die USA haben aber selbst gegen Menschenrechte verletzt (z.B. durch Folter) und haben aufgrund des Krieges zu einer Destabilisierung des Landes und der Region beigetragen.

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